OÖN: Herr Bergthaler, Sie suchen für Ihren Gasthof einen Jungkoch oder eine Jungköchin. Wo ist das Problem dabei?
Wolfgang Bergthaler: Wir haben selbst nicht geglaubt, dass das so ein Problem wird. Bei uns hat eine Köchin aufgehört. Sie hat eine andere Stelle gesucht, wo sie sich weiterentwickeln kann. Über AMS und Fachmagazine haben wir probiert, dass wir an geeignetes Personal kommen – Jungkoch, Jungköchin, geschickter Lehrling. Gekommen ist nichts, außer „nicht vermittelbar“ oder Leute, die bereits wieder einen Saisonjob haben. Es ist schwer, jemanden zu bekommen.
OÖN: Wo kommen dann all die vielen Abgänger aus der gastronomischen Berufsschule Altmünster hin?
Bergthaler: Das ist für mich auch immer rätselhaft. Manche studieren weiter, aber ich glaube, dass nach der Berufsschule viele aus dem Job aussteigen. Die Mädchen gehen teils mit 18 Jahren Partnerschaften ein und steigen aus, die Burschen sind beim Bundesheer. Manche steigen wieder ein, manche nicht mehr.
OÖN: Wie sehr trifft Ihr konkretes Problem auf andere Wirte zu, etwa die Traunseewirte?
Bergthaler: Wenn man mit den Kollegen spricht, heißt es: Gutes Personal zu finden, ist sehr schwierig. Daher muss man schauen, dass man das bestehende einfach gut behandelt, dass die Mitarbeiter zufrieden sind, dass sie arbeiten gehen, weil es ihnen hier gut geht. Da ist oft nicht einmal die Entlohnung das Wichtigste. Aber auch die richtige Portion an geregelter Freizeit ist ein Hauptthema.
OÖN: Die Arbeitszeiten sind sicher ein Kriterium.
Bergthaler: Das Hauptkriterium. Sie sind familienfeindlich, außer man hat einen Partner, der dasselbe macht.
OÖN: Sie selbst sind seit 25 Jahren selbständiger Wirt. Was wäre aus Ihrer Sicht ein Anreiz für junge Leute, in die Gastronomie zu gehen?
Bergthaler: Köche sind Künstler, die sich gerne selbst verwirklichen, Kellner sind Leute, die mit Menschen beieinander sein wollen. Es ist ja eine lässige Geschichte, wenn man in einem entsprechenden Betrieb arbeiten kann. Es ist eine abwechslungsreiche Tätigkeit, man kann auch gutes Geld verdienen. Aber man muss gewisse Abstriche machen.
OÖN: Wird sich die Lage für die Wirte in Zukunft bessern?
Bergthaler: Da müssten die Zeiten schlechter werden oder dass andere Stellen am Arbeitsmarkt sehr rar werden. Dann gäbe es vielleicht wieder einen Anreiz, eher in die Gastronomie zu gehen.
Gegenfrage an den Wirt, wieviele Lehrlinge haben Sie selbst ausgebildet ?
Haben sie schon einmal nachgerechnet wieviel seiner eigenen Schnitzel sich Ihr Koch in Ihrem Lokal heute und vor 10, vor 20 Jahren leisten konnte ?
solange die Bezahlung so schlecht ist, für geleistete Arbeit und im Stellenprofil immer mehr gefordert wird nur um Profit zu schlagen
Was erwarten den die Gastronomen Top Personal für schlechte Arbeitszeiten Stress vom Anfang bis zum Ende und dann noch wenig Bezahlung vieleicht auch noch unzufriedene Kunden denen teilweise sowieso nichts recht zu machen ist und dann ist die Bezahlung auch noch schlecht wer will den das?????
Aufsichtsbehörde prüfte "Fall Jonas": Behörde handelte korrekt
EU-Lob für Österreichs duale Lehrlingsausbildung
Sotschi: Die Reise in den olympischen Sperrbezirk
Pühringer im OÖN-Interview: „Die Regierung steht unter Erfolgszwang“