Im Papierkonzern UPM Kymmene Steyrermühl herrscht Kurzarbeit. Betroffen waren zuletzt rund 230 der insgesamt 540 Mitarbeiter. In den vergangenen Monaten wurde eine der beiden Maschinen mehrmals heruntergefahren. „Wir müssen die Kapazität der Nachfrage anpassen“, sagt Matthias Scharre, Geschäftsführer von UPM Kymmene Steyrermühl.
Auslöser für die Flaute ist in erster Linie die Wirtschaftskrise und ein allgemeiner Rückgang beim Verkauf von Zeitungspapier in ganz Europa. 500.000 Tonnen Zeitungs- und Magazinpapier wurden in guten Zeiten in Steyrermühl jährlich produziert. Von dieser Menge ist man derzeit weit entfernt.
Aber auch von anderer Seite gerät die Papierindustrie unter Druck: Am ganzen Kontinent herrscht derzeit Altpapiermangel. „Riesige Mengen werden von China aufgekauft“, sagt Scharre. „Die großen chinesischen Exportmengen führen dazu, dass auch viel Papier das asiatische Land verlässt und im chinesischen Papierkreislauf fehlt. Deshalb kaufen chinesische Konzerne auf der ganzen Welt Altpapier.“
Verschärft werde der Altpapiermangel durch die Tatsache, dass viele Zeitungen aufgrund der Wirtschaftskrise ihre Umfänge im vergangenen Jahr verkleinerten. „Es kommt also auch bei uns weniger Altpapier in den Kreislauf als früher“, so Scharre.
Keine Angst um den Standort
Fabriksintern wird in Steyrermühl versucht, die Belastung auf die Belegschaft möglichst gleichmäßig zu verteilen. „Die Situation ist für die Betroffenen natürlich nicht lustig“, sagt Arbeiterbetriebsrat Bruno Aschauer. „Aber wir wissen, dass die gesamte Branche von der Krise betroffen ist. Da müssen wir jetzt durch.“ Angst um den Standort hat Aschauer nicht. „Wir sind bestens aufgestellt, und die finnische Konzernmutter hat große Investitionen in Steyrermühl angekündigt. Niemand steckt Geld in einen Standort, den er fallenlassen will.“
Was Aschauer indessen wurmt, ist die Tatsache, dass Altpapier aus Europa nach China transportiert wird. „Das ist nicht nur wirtschaftlich ein Problem“, sagt er. „Das ist auch aus ökologischer Sicht ein sehr seltsamer Vorgang.“
nicht mehr zu fürchten haben, als daß sie sich ihre Verpackungen als Altpapier zurückholen, dann können wir ja ruhig schlafen.
altpapier aus europa nach china zu transportieren. doch es läßt sich leicht erklären, wenn man exportsubvention kassiert und im gegenzug bei der einfuhr von chinesisen billigstprodukten nochmals die importsubvention einsackt. doppelt verdient - und vielleicht liegt ja in den diversen containern nicht nur altpapier und billigspielzeug.....? auf jeden fall sind die stützungen meist höher als dert wert des inhaltes.
und "Stützungen" für Altpapierexport auch nicht. Die AK unterstützt jedoch mit einem Bildungsscheck unter anderem VHS-Kurse für Erwachsene, die lesen lernen wollen.
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