Die Energie AG plant den Bau einer 17 Millionen Euro teuren 110-kV-Leitung zwischen Vorchdorf und Kirchdorf. „Wir brauchen die Leitung und ein Umspannwerk im Almtal, um dort die Spannungsqualität und die notwendige Stromkapazität gewährleisten zu können“, sagt Wolfgang Denk, Sprecher der Energie AG. „Zudem erreichen wir mit der neuen Leitung einen Ringschluss mit den Bezirken Kirchdorf und Steyr-Land. Sollte es einmal zu einer Leitungsunterbrechung kommen, können wir künftig den Strom über die andere Seite zuleiten.“ Derzeit bestehe die Gefahr, dass bei einer Panne Tausende Stromkunden länger vom Netz abgeschnitten wären.
Energie AG will informieren
Im Bezirk Gmunden soll die neue Hochspannungsleitung durch die Gemeinden Scharnstein, Kirchham und Vorchdorf verlaufen. Laut einem ersten Trassenentwurf müssten in Scharnstein zwölf Grundstückbesitzer ihr Einverständnis geben, in Kirchham und in Vorchdorf in Summe rund 80. Die Energie AG nimmt mit den Betroffenen Kontakt auf und lädt sie zu örtlichen Informationsveranstaltungen ein.
In Scharnstein fand Montag ein Diskussionsabend statt, und die Manager der Energie AG stießen dabei auf heftige Ablehnung und Empörung bei den künftigen Trassenanrainern. Befürchtet werden von den Betroffenen nicht nur optische Beeinträchtigungen des Almtals, sondern auch gesundheitliche Risiken sowie Wertverluste ihrer Gründe. Die Energie AG fahre über das Almtal drüber, weil die Besiedelung hier dünn sei, lautete ein Vorwurf. Maximilian Zauner, Öko-Energie-Pionier aus Pettenbach, sagte: „Wir haben acht Kleinkraftwerke entlang der Alm und andere Energieinitiativen. Wir können uns selbst mit Strom versorgen. Ich lade die Energie AG dazu ein, uns zu helfen, aus dem Almtal eine Energie-Musterregion zu machen, anstatt unser Naturparadies mit einer Stromautobahn zu verschandeln.“
Die Energie AG will ihre Informationspolitik fortsetzen und hofft auf einen konstruktiven Dialog mit der Bevölkerung. Das Wort „Zwangsenteignung“ will vorerst niemand in den Mund nehmen.
Bevor Zwentendorf 1978 nicht aufgesperrt wurde, erzählte uns die Kraftwerkslobby: Wenn Zwentendorf nicht ans Netz geht, wird's 1980 finster in Österreich.
Bevor die Kraftwerke in Hainburg und im Reichraminger Hintergebirge 1984 nicht gebaut wurden, erzählte uns die Kraftwerkslobby: Wenn Hainburg und das Hintergebirge nicht gebaut werden, gehen in Österreich spätestens 1990 die Lichter aus.
Bevor Lambach gebaut wurde, erzählte uns Leo Windtner 1995, dass – falls dies nicht geschehe – in Oberösterreich der Strom spätestens 2000 knapp werde.
Jetzt erzählt uns die Energie AG schon wieder, dass die Lichter ausgehen und die Wirtschaft leidet, wenn die 110 kV-Leitung nicht gebaut wird.
Ist dieses ständige mehr Strom, mehr Kraftwerke und mehr Leitungen wirklich ein zukunftsfähiges Konzept?
Selbstverständlich geht's auch hier wieder ums Geld, um den Profit. Und selbstverständlich spielt auch hier die Politik kräftig mit -- "natürlich" auch unser blassgrüne Energie- und Umweltlandesrat ...
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