„Substitution wirkt stabilisierend, entkriminalisierend und ermöglicht dem Drogenkranken, nach einer geregelten Tagesstruktur zu leben“, sagt der Leiter der Vöcklabrucker Drogenberatungsstelle „Ikarus“, Bernhard Dressler. Etwas mehr als 200 Personen sind derzeit in diesem Drogenersatzprogramm integriert.
Gefährlich könne es aber werden, wenn man die Drogenersatzstoffe zusammen mit Tabletten und Alkohol zu sich nehme. „Das mangelnde Wissen darüber bereitet uns ebenso Sorgen wie der Umstand, dass es (trotz ärztlicher Verschreibungspflicht) oft zu leicht ist, an Benzodiazepine (Tranquilizer) heranzukommen“, beschreibt Dressler eines der wesentlichen Probleme im Suchtbereich. Zur Substitution gehört immer auch eine psychosoziale Beratung.
„Ikarus“ ist eine von pro mente Oberösterreich getragene multiprofessionelle Beratungseinrichtung, die sich nicht nur an Kranke, sondern auch an Menschen wendet, „die noch im Probierstadium sind“. Freiwillig, anonym und kostenlos. 2008 waren 371 Menschen in Betreuung, die meisten davon über einen längeren Zeitraum. Dressler: „Wichtig ist, dass wir auch Angehörige von Betroffenen beraten. Zu diesem Zweck bieten wir eine angeleitete Angehörigengruppe an.“
Längst ist Drogenmissbrauch kein Problem bestimmter gesellschaftlicher Schichten. „Das geht quer durch die ganze Gesellschaft und hat bei jungen Menschen viel mit Perspektivenlosigkeit und einer als mangelhaft empfundenen Wertschätzung zu tun“, so der „Ikarus“-Leiter, der auch für das „baseCamp“ verantwortlich zeichnet. Das ist eine niederschwellige Suchteinrichtung mit Cafébereich in der Industriestraße. Hier werden Drogenkranke unterstützt, ihren Alltag zu strukturieren. Neu bei „Ikarus“ ist auch eine Beratung per E-Mail. Näheres dazu findet man unter www.suchtberatung-ikarus.at