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Wirt verdeckt Maibaum: "Der ist auch ein Fruchtbarkeitssymbol"

TRAUNKIRCHEN. Sichtschutz im Gastgarten des Cafés Johannesberg, "damit die Gäste nicht verstört werden".

Traunkirchner Wirt verdeckt Maibaum "Der ist auch ein Fruchtbarkeitssymbol"

Die Traunkirchner machen sich aus dem Phallus-Wirbel einen Spaß. Bild:

Als dieser Tage die halbe Welt über die Phallusfigur auf dem Kalvarienberg in Traunkirchen sprach, versuchten Journalisten aus ganz Österreich, den Ortsansässigen empörte Zitate zu entlocken, um die Traunseegemeinde als Hort der Bigotterie darzustellen. Erfolgreich waren sie in den allerseltensten Fällen.

Im Gegenteil: Manfred Mayer, der Betreiber des beliebten Cafés Johannesberg am Ortsplatz, legt jetzt noch einen Schuss Humor nach. Mayer wird am Wochenende einen Sichtschutz in seinem Gastgarten montieren, der seine Besucher vor dem Anblick des Maibaums beschützt. "Schließlich ist der auch ein Fruchtbarkeitssymbol, und ich will nicht, dass Kinder und ausländische Gäste davon verstört werden", sagt der Wirt mit treuherziger Miene.

Mayer legt Wert auf die Feststellung, dass er die gleiche Plane verwendet wie Bürgermeister Christoph Schragl bei dessen gescheitertem Versuch, die Phallusfigur am Kreuzweg unsichtbar zu machen. "Damit ist es der Gemeinde gelungen, die Sache erst so richtig loszutreten", sagt der amüsierte Cafébetreiber, dem schon vor Monaten auffiel, dass Jürgen Hesz, der Besitzer der Russenvilla, antike Nacktstatuen in seinem Garten so aufstellte, dass sich ihr Hintern in Richtung Kapelle richtete. Kein Mensch habe sich darüber aufgeregt, sagt er.

"Alle Welt redet über uns"

"Jetzt haben wir es immerhin geschafft, dass alle Welt über uns redet", so Mayer. "In meinem Café ist der Phallus noch heute Tagesgespräch, auch unter ausländischen Gästen."

Der Maibaum als nächstes Traunkirchner Fruchtbarkeitssymbol wird am Sonntag aufgestellt. Allerdings nur, wenn ihn die Altmünsterer Landjugend nicht vorher wieder stiehlt.

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Artikel Edmund Brandner 28. April 2017 - 04:31 Uhr
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