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Winzig für mehr Hausverstand im Parlament

ATTNANG-PUCHHEIM. VP-Spitzenkandidatin im Hausruckviertel setzt sich für Entbürokratisierung und einen schlankeren Staat ein.

Winzig für mehr Hausverstand im Parlament

ÖVP-Kandidatin Angelika Winzig Bild:

Die Unternehmerin Angelika Winzig (54) ist seit 2013 im Parlament und war zuvor im Bundesrat. Seit 2007 ist die VP-Politikerin auch Obfrau der Wirtschaftskammer Vöcklabruck.
 

Frau Winzig, Sie sind seit 2013 im Parlament. Wie sieht Ihre Bilanz aus?

Winzig: Es waren vier spannende Jahre, weil wir in einer Regierung waren, in der wir nur zweiter Partner waren, ist es wesentlich schwieriger als man es sich vorstellt. Das ist manchmal wie auf einem türkischen Basar: Was man haben will, muss man abtauschen. Bei der Berufsausbildung haben aber wir sehr viel weitergebracht, da haben wir 71 neue Berufsbilder für die Lehre gemacht und auf meine Initiative die modulare Lehre nach Schweizer Vorbild als Pilotprojekt gestartet, bei dem lernschwächere Schüler in eine Kurz-Lehre mit Abschluss einsteigen können.

Sie gehen mit dem Slogan "Mehr Hausverstand vor Amtsverstand" in den Wahlkampf. Das lässt den Schluss zu, dass im Parlament der Hausverstand fehlt?

Es ist alles so komplex, man muss das wieder herabbrechen auf die reale Vernunft. Da hilft es mir, dass ich aus der Praxis komme und weiß, was überbordend ist und was man ändern kann. Das ist Teil unserer Entbürokratisierungsdatenbank. Da hoffe ich sehr, dass wir das jetzt in eine Umsetzung bringen können.

Ein weiterer Slogan, den Sie immer gerne in den Mund nehmen, ist "Regional ist genial". Auf der anderen Seite sind Sie glühende Verfechterin vom Handelsabkommen CETA. Wie verträgt sich das?

Das ist für mich kein Widerspruch. Wir müssen die Globalisierung durch Verträge gestalten, sonst werden wir in einigen Jahren die Regeln von China und Indien und deren Standards haben. Da ist es mir lieber, wir regeln das mit Quoten. CETA ist ein gutes Abkommen, ist seit 21. September in der vorläufigen Anwendung, und die Welt ist noch nicht zusammengebrochen.

Ein Ziel von Ihnen ist, Arbeitsplätze in der Region zu sichern und zu schaffen. Jetzt brummt die Wirtschaft wie seit Jahren nicht mehr. Was kann da die Politik noch beitragen?

Den Aufschwung verdanken wir der Steuerreform und dem Anstieg der Exporte. Dennoch müssen wir Maßnahmen setzen, wie die Lohnnebenkosten senken.

Wie schätzen Sie die Entwicklungschancen für den Bezirk Vöcklabruck ein?

Ich will gar keine Prognose abgeben, wir sind gut unterwegs, die Unternehmen haben volle Auftragsbücher. Ein Hemmschuh ist natürlich der Fachkräftemangel: Wir haben aktuell 1200 offene Stellen und 2700 Arbeitslose.

Sie sind Spitzenkandidatin im Hausruckviertel und machen trotzdem einen Vorzugsstimmenwahlkampf. Warum?

Ich kämpfe um Vorzugsstimmen, weil es eine Bestätigung für meine bisherige Tätigkeit ist. Und es besteht ja auch die Möglichkeit, dass man vorrückt. Darum renne ich um jede Stimme.

Was erwarten Sie sich vom 15. Oktober? Wie lautet Ihr Wahlziel?

Wolfgang Schüssel hat einmal gesagt: "Prognosen sind wie ein Parfum. Man soll daran riechen, es aber nicht trinken." Ob die 32 Prozent für die Volkspartei realistisch sind, kann ich nicht einschätzen.

Aber es steht ein Plus vor dem Ergebnis der letzten Wahl?

Davon gehe ich aus, dass wir einen Zuwachs haben – auch im Bezirk Vöcklabruck.

Die regionalen Kandidaten im Interview

Vor der Nationalratswahl am 15. Oktober bitten die Salzkammergut-Nachrichten die Frontfrauen und -männer aus den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck zum Interview. Wir wollen wissen, wo ihre Schwerpunkte liegen, was ihre Vorstellungen für die Region sind. In der heutigen Ausgabe sprechen wir mit der aus Attnang-Puchheim stammenden ÖVP-Kandidatin Angelika Winzig, die bereits seit 2013 im Parlament sitzt.

 

 

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Artikel Gerhard Hüttner 04. Oktober 2017 - 00:04 Uhr
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