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Schonfrist für Nikolaus-Lenau-Schule, aber der Kampf hat erst begonnen

GMUNDEN. Die Gmundner Modellschule darf auch im nächsten Jahr wieder Volksschüler für den Integrationsunterricht aufnehmen. Doch das Gesetz, dass dies verbietet, existiert weiterhin.

Am Donnerstag fand eine Elternversammlung in der Nikolaus-Lenau-Schule statt. Bild:

Deshalb wollen betroffene Eltern und Lehrer aus ganz Oberösterreich Druck auf die Bundespolitik machen. In Gmunden steht die Kommunalpolitik geschlossen hinter ihnen.

Der Landesschulrat repariert provisorisch, was die (letzte) Bundesregierung verbockte. In der Gmundner Nikolaus-Lenau-Schule dürfen auch im nächsten Jahr Sonderschüler und Volksschüler gemeinsam unterrichtet werden, obwohl die Integrationsklassen nach einer Gesetzesänderung nicht mehr erlaubt sind. Die Juristen im Unterrichtsministerium hatten übersehen, dass die neue Regel in Oberösterreich zehn Schulstandorten rechtlich den Boden entzieht. Vor allem in Gmunden, wo in der Lenau-Schule keine Volksschüler mehr unterrichtet werden dürften – immerhin drei Viertel der Kinder. Dabei wird das Gebäude gerade für 5,2 Millionen Euro renoviert und ausgebaut.

Dislozierte Klassen

Bei einer Elternversammlung präsentierte Bezirksschulinspektor Robert Thalhammer Donnerstagabend die Lösung des Landesschulrats: Die Volksschüler werden künftig offiziell in einer konventionellen Partner-Volksschule eingeschrieben, jedoch weiterhin in dislozierten Klassen an der Lenau-Schule gemeinsam mit lernbehinderten Kindern unterrichtet. „Die pädagogische Oberhoheit bleibt bei der Lenau-Schule“, sagte Thalhammer den erleichterten Eltern. „Für die Kinder soll sich nichts ändern.“ Das heißt: Integrativer, klassenübergreifender Unterricht, bei dem die Kinder das Lerntempo vorgeben, darf an der Gmundner Vorzeigeschule weiterhin stattfinden.

Das Problem ist damit allerdings noch nicht gelöst: Denn die Absicherung gilt vorerst nur für das nächste Schuljahr. Diese Zeit will man in Gmunden, Vöcklabruck (Pestalozzi-Schule) und den anderen betroffenen Standorten nutzen, um Druck auf die Bundesregierung zu machen. Ziel ist die Reparatur des Gesetzes. Eine Petition der Elternvereine kursiert bereits. Ulrike Schwarz, Behindertensprecherin der oberösterreichischen Grünen, riet den Eltern, auch die Landespolitik in die Pflicht zu nehmen.

In Gmunden stehen alle Fraktionen geschlossen hinter der Forderung. „Die Politik soll Projekte beenden, die nicht funktionieren, aber nicht Vorzeigeprojekte wie die Lenau-Schule abwürgen“, sagt VP-Bürgermeister Stefan Krapf.

Welle der Unterstützung

Auch Vertreter anderer Schulen zeigen Solidarität. Georg Praxmarer, Direktor der Neuen Mittelschule Traundorf, hielt bei der Elternversammlung ein leidenschaftliches Plädoyer für die Lenau-Schule. Die Kinder würden dort vom integrativen Unterricht stark profitieren, erklärte er. „Hier wird mutwillig ein System zerstört, das nachweislich funktioniert“, so Praxmarer. „Wir sollten Gesetze aber an die Kinder anpassen – und nicht umgekehrt.“

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Artikel Edmund Brandner 09. Februar 2018 - 13:00 Uhr
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