Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Samstag, 20. Jänner 2018, 08:19 Uhr

Linz: 1°C Ort wählen »
 
Samstag, 20. Jänner 2018, 08:19 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Salzkammergut

Pferdeeisenbahn-Relikt steht vor Abriss

GMUNDEN. Letztes Frachtendepot zwischen Gmunden und Budweis soll einem Bauprojekt weichen.

Pferdeeisenbahn-Relikt steht vor Abriss

Das letzte erhaltene Frachtendepot der Pferdeeisenbahn zwischen Gmunden und Budweis soll einem Wohnbauprojekt weichen. Bild: ebra

Als zwischen Gmunden und Budweis die Pferdeeisenbahnlinie entstand (1827–1835), wurde Gmundens erster Bahnhof in der Annastraße errichtet – und daneben zwei Remisen, die auch als Frachtendepots genutzt wurden. Der Bahnhof steht unter Denkmalschutz, die Remisen aber nicht.

Die Besitzerin der alten Schuppen will das rund 7000 Quadratmeter große Areal jetzt verkaufen und steht mit mehreren Interessenten in Kontakt. Diese möchten hier Wohnungen errichten.

Denkmalpfleger und Freunde der Pferdeeisenbahn – immerhin die älteste Bahnlinie auf dem Kontinent – sind entsetzt. "Historische Relikte verschwinden, und keiner sagt etwas", ärgert sich Heinz Schludermann vom Verein Pferdeeisenbahn. Und auch Manfred Reingruber, VP-Gemeinderat und Gmundens Experte für die Pferdeeisenbahn, ist frustriert. "Das tut mir richtig weh", sagt er. "Das Doppelgebäude ist das letzte erhaltene Frachtendepot entlang der gesamten Strecke von Gmunden nach Budweis."

Durch die Schuppen verliefen einst drei Schienenpaare. Hier wurden die Waggons mit bis zu vier Tonnen Fracht beladen. Hier warteten die Fuhrwerker auch aufeinander, um im Konvoi in Richtung Linz zu fahren. "Es wurde immer in Gruppen gefahren, damit das Passieren des Gegenverkehrs besser organisiert werden konnte", so Schludermann.

Stadt hat keine Handhabe

Im Rathaus ist man über die Bauabsichten in der Annastraße unterrichtet, kann auf die Historizität der vom Abriss bedrohten Gebäude aber keine Rücksicht nehmen. "Sie stehen nicht unter Denkmalschutz, deshalb haben die Besitzer das Recht, sie abzureißen", sagt VP-Bürgermeister Stefan Krapf. "Unsere Aufgabe ist es nur, die baurechtliche Genehmigung für neue Wohnbauten zu erteilen, und da werden wir streng nach Gesetz vorgehen und uns am Gestaltungsbeirats orientieren." Auch dieser hat allerdings nichts mitzureden, was den Abriss der historischen Gebäude betrifft.

"Der Fehler passierte, als das alte Bahnhofsgebäude (in der Zeit von Bürgermeister Heinz Köppl, Anm. d. Red.) unter Denkmalschutz gestellt wurde", sagt Manfred Reingruber. "Damals hätte sich die Stadtgemeinde dafür einsetzen müssen, dass auch das Frachtendepot unter Schutz gestellt wird. Doch Gmunden gab damals nicht einmal eine Stellungnahme ab."

Kommentare anzeigen »
Artikel Edmund Brandner 11. Mai 2017 - 04:37 Uhr
Mehr Salzkammergut

Kiwanis Club unterstützt Schülerheim in Bad Goisern

BAD GOISERN. Im „Evangelischen Schüler(da)heim“ werden Kinder aus sozial benachteiligten ...

Klaus Kramesberger will die Nachfolge von Alois Weidinger antreten

GRÜNAU. Zur Überraschung vieler tritt SP-Vizebürgermeister Hannes Stockhammer bei der Wahl am 29.

Wanderungen mit Schneeschuhen zu den verborgenen Plätzen im Attergau

ST. GEORGEN IM ATTERGAU. Wanderführer Herbert Benedik (55) will die Teilnehmer für die Natur begeistern.

Frauscher feiert das erfolgreichste Geschäftsjahr seiner Geschichte

GMUNDEN, OHLSDORF. Der Verkauf von Neubooten des Traditionsunternehmens am Traunsee legte um 35 Prozent zu.

Zwei alte Webstühle gerettet und an Schule überreicht

BAD GOISERN. An der Neuen Mittelschule 2 von Bad Goisern lernen die Kinder, auf alten Webstühlen zu arbeiten.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!