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Pfahlbau-Experte möchte Steinzeit für Besucher begreifbar machen

SEEWALCHEN. Gerald Egger sieht in einer Landesausstellung mögliche Initialzündung für den Tourismus

Pfahlbau-Experte möchte die Steinzeit für die Besucher begreifbar machen

Der Seewalchener Gerald Egger (links) bei einer Führung durch die Pfahlbau-Pavillons am Attersee. Bild: gh

„Es wäre lustig, wenn man bei der Landesausstellung richtig eintauchen könnte in diese Zeit“, überlegt Gerald Egger, wie man Besucher hautnah in prähistorische Pfahlbauten und in die Steinzeit führen könnte. Der 40-jährige „Pfahlbau-Aktivist“ (Bürgermeister Johann Reiter über Egger) will das sperrige Thema buchstäblich begreifbar machen.

Das gelang ihm und seinen Kollegen als Pfahlbauvermittler bereits heuer bei den erstmals angebotenen Führungen. Die Besucher konnten einen mehrere tausend Jahre alten Pfahl aus dem Pfahlbaudorf in Seewalchen angreifen, hörten über die Bekleidung der Vorfahren im Salzkammergut, erfuhren, wovon sie sich ernährten (Getreidebrei und Brot, eine Leibspeise dürfte Bohnen-Fleisch-Eintopf gewesen sein) und dass sie mit Birkenpech-Kaugummis ihre Zähne putzten oder staunten nicht schlecht, dass Ötzis Zeitgenossen bereits Operationen am offenen Schädel durchführten, wobei die meisten Patienten das sogar überlebten.

„In Seewalchen war die größte Pfahlbausiedlung der Region“, weiß Egger, der sich schon als Bub für das Thema interessierte. Auf einem Workshop ist ihm die Idee für eine Landesausstellung gekommen. Gemeinsam mit dem Architekten Franz Maul hat der kaufmännische Angestellte ein Konzept für die Bewerbung erarbeitet und prompt den Zuschlag bekommen.

Die ersten Pfahlbau-Funde am Attersee gab es 1870 am Agerausfluss. Daher entstand der naheliegende Wunsch, die Landesausstellung 2020 – 150 Jahre nach diesem Fund – abzuhalten. „Das wäre ein aufgelegter Elfer“, hofft Seewalchens Bürgermeister Reiter, dass der Wunsch erfüllt wird.

„Es gibt wenige Regionen, die auf eine fast 6000 Jahre alte Siedlungsgeschichte zurückblicken können“, betont Egger. Er ist davon überzeugt, dass die Landesausstellung eine Initialzündung für den Tourismus bedeuten könnte. Das sieht auch Bürgermeister Reiter so: „Immerhin werden bis zu 200.000 Besucher erwartet, die eine zusätzliche Wertschöpfung in die Region bringen werden.“

Seit Mitte Juli geben die Pavillons in den drei Weltkulturerbe-Gemeinden erste Einblicke in die Pfahlbaugeschichte. Im Mittelpunkt der geplanten Landesausstellung in der Region Attersee-Mondsee soll das Thema (Leben und Bauen am Wasser – 6000 Jahre Siedlungskultur in der Seenregion“ aufbereitet werden. Gedacht wird auch an die Rekonstruktion einen Pfahlbaudorfes. „Das erwarten sich die Leute“, so Reiter.

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Artikel Gerhard Hüttner 17. September 2013 - 00:04 Uhr
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