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Nikolaus Harnoncourt: Begräbnis in kleinem Rahmen

ST. GEORGEN/ATTERGAU. Der Weltstar und St. Georgener Ehrenbürger Nikolaus Harnoncourt wird in der Attergaugemeinde beerdigt.

Begräbnis von Nikolaus Harnoncourt: Schlicht und nur im kleinen Rahmen

Die Krauthäupl-Musi gratulierte 2009 Harnoncourt zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft von St. Georgen. Bild: Atterwiki

Ganz schlicht und nur im kleinen Rahmen findet am Samstag das Begräbnis von Nikolaus Harnoncourt in St. Georgen statt. Neben der Familie des Musikers und Dirigenten sind nur die Pfarrbevölkerung und ein paar wenige Ehrengäste eingeladen – darunter Landeshauptmann Josef Pühringer und Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.

"Wenn ich hier bin, hab‘ ich das Gefühl, ich bin Zuhause", hat Harnoncourt einmal gesagt. Der Maestro hat 1973 mit seiner Familie den alten Pfarrhof in Lohen bezogen. Er war von diesem historischen Anwesen so begeistert, dass er nach der ersten Besichtigung nicht mehr weg wollte.

"Harnoncourt hat sich irrsinnig wohl gefühlt im Attergau", berichtet Alt-Bürgermeister Wilhelm Auzinger. Als bekennender Katholik hat der Musiker regelmäßig die Sonntagsmesse in der Pfarrkirche St. Georgen besucht. "Ich habe mit ihm nach der Messe immer ein paar Worte gewechselt", erinnert sich Auzinger.

St. Georgen war für Nikolaus Harnoncourt vor allem sein geliebter Rückzugsort, wo er seine kreativen Ideen geboren hat. Er hat aber auch musikalisch hier gewirkt: Zum 300. Todestag des Barockmusikers Johann Beer hat er mit seinem Concentus Musicus die Beer-Messe Missa Sancti Marcellini in der Pfarrkirche aufgeführt. Mit dem Kirchenchor hat er die Paukenmesse von Joseph Haydn (1991) und die Waisenhausmesse von Wolfgang Amadeus Mozart (1994) einstudiert.

2009 erhielt er die Ehrenbürgerschaft von St. Georgen. Auf seinen Wunsch hin spielte bei der Feier im Gasthaus Söllinger die Krauthäupl-Musi auf. Das hat ihm so gut gefallen, dass er die Attergauer Volksmusikanten auch zur Feier seines Achtzigers im Wiener Musikverein eingeladen hatte.

Ab und zu war der Weltstar auch beim Attergauer Kultursommer aufgetreten. Die künstlerische Leiterin, Mechthild Bartolomey, bezeichnet Harnoncourt als eine der faszinierendsten Musikerpersönlichkeiten des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Attergauer Kultursommer widmet das Konzert "Musica Sacra" am 7. August "In memoriam Nikolaus Harnoncourt": Es singt Bernarda Fink, langjährige musikalische Wegbegleiterin Harnoncourts, die Biblischen Gesänge von Antonin Dvorak, ein Werk, das beiden eine Herzensangelegenheit war.

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Artikel Gerhard Hüttner 10. März 2016 - 03:26 Uhr
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