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Museum der Stadt Bad Ischl erinnert an die Salzkammergut-Lokalbahn

BAD ISCHL. Tausende Menschen demonstrierten vor 60 Jahren gegen die Schließung der Bahnstrecke.

Museum der Stadt Bad Ischl erinnert an die Salzkammergut-Lokalbahn

Kaputtgespart und 1957 fallengelassen: die Salzkammergut-Lokalbahn zwischen Salzburg und Bad Ischl Bild: Museum

Am 30. September 1957 fuhr zum letzten Mal ein Zug auf der Salzkammergut-Lokalbahn zwischen Salzburg und Bad Ischl. Rund 50.000 Unterschriften waren damals gesammelt worden, um die Einstellung der Bahnlinie zu verhindern. 2500 Leute aus dem Salzkammergut demonstrierten vergeblich vor dem Amt der Salzburger Landesregierung.

Die Lokalbahn war im Besitz der Bundesländer Salzburg und Oberösterreich, die sich den Abriss der Schienen 80 Millionen Schilling kosten ließen und im Gegenzug die Straßenverbindung zwischen Bad Ischl und Salzburg für 350 Millionen Schilling ausbauen.

Politik favorisierte Straßenbau

Die Ischler-Bahn war zuvor kaputtgespart worden. Die Strecke wurde nie elektrifiziert, der Fuhrpark stammte zum großen Teil aus dem 19. Jahrhundert. Eigentlich wären für die Linie Geldmittel aus dem Marshallplan vorgesehen gewesen. Warum die Gelder nie abgerufen wurden, verschwieg man der Öffentlichkeit.

1955 legte Karl Stern (Stern & Hafferl) einen Rettungsplan vor. Der Gmundner Unternehmer wollte die Strecke elektrifizieren und ihren Betrieb rationalisieren. Doch die Landesregierungen blieben hart. Salzburgs Landeshauptmann Josef Klaus behauptete am Ende, die Schließung sei eine "Entscheidung aus Wien". Als am 30. September 1957 der letzte Personenzug auf der Strecke fuhr, standen zum Abschied Zehntausende Menschen entlang der Strecke Spalier. Seit Beginn des Jahres waren 610.000 Passagiere gezählt worden. Vier Mal so viel wie im ersten vollen Bestandsjahr 1892.

Das Museum der Stadt Bad Ischl erinnert ab Freitag mit einer Sonderausstellung an die 67 Kilometer lange Salzkammergut-Lokalbahnlinie, ihre sechs Tunnels und 24 Brücken. Auch an die Lieder, Filme und Operetten, in denen die Ischler-Bahn vorkommt und in Erinnerung bleibt.

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Artikel Edmund Brandner 17. Mai 2017 - 00:04 Uhr
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