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Mordfall Martina Posch: DNA-Abgleich könnte den Täterkreis einschränken

VÖCKLABRUCK. Das Kriminalmagazin "CRIME" greift das ungeklärte Vöcklabrucker Verbrechen wieder auf

Mordfall Martina Posch: DNA-Abgleich könnte den Täterkreis einschränken

OÖN-Mitarbeiter Norbert Blaichinger und "Crime"-Topjournalistin Nina Poelchau. Bild: Blaichinger

Mit Nina Poelchau hat das Kriminalmagazin "CRIME" des Hamburger Magazins Stern eine ihrer Top-Journalistinnen in den Bezirk Vöcklabruck wegen des ungeklärten Mordfalls an Martina Posch geschickt. Der Fall ist seit Jahren ungelöst: Die 17-Jährige war am 12. November 1986 in Vöcklabruck erwürgt worden. Aber auch ihre Recherchen – zusammengefasst in dem Artikel "Morgengrauen" – lassen Fragen offen.

Sie arbeitete von früh bis spät, wurde dabei von den OÖN unterstützt, aber eine weitere Spur im Fall Martina Posch fand auch Nina Poelchau nicht. De facto gibt es nichts, was man als wirkliche Spur bewerten könnte. Weder ist hundertprozentig sicher, dass Martina das Haus in Dürnau jemals verlassen hat. Die Mutter sagte das zwar aus, der Großvater hörte eine Tür knallen, aber niemand sah Martina außer Haus.

Viele Fragen blieben offen

Weiter offen ist auch die Frage, ob Martina Posch in ein Auto stieg und ihren späteren Mörder "an einen Ort, an dem sie unbeobachtet waren" (CRIME) begleitet hat. Vielleicht hat sie den Mann auch einfach zu seinem Haus, vielleicht auch zu einem Rohbau begleitet, wo er überraschend zudringlich geworden ist. Vielleicht hat er dort versucht, sie sexuell zu attackieren und ihr, als sie sich wehrte, Schläge gegen den Kopf versetzt und ihr den Kehlkopf zugedrückt.

Martina wurde "zwischengelagert", mehrere Tage. Auf der Plane fanden sich Heu, Steinchen und Mäusedreck. So etwas gibt es nicht nur in Scheunen, sondern auch in Rohbauten. Bleibt die Frage, wo diese Scheune, dieser Rohbau war. Vielleicht im Mondseeland? Warum hätte ein Täter aus der Nähe von Vöcklabruck das Risiko auf sich nehmen sollen, die Leiche an der Kienbergwand am Mondsee zu entsorgen? Warum zum Beispiel nicht an der "Schwarzen Wand" am Attersee? 130 Meter Tiefe wären wohl ein gutes Argument. Und nur vom Mondseeland aus gesehen ist die Kienbergwand der erstbeste Platz, um eine Leiche für immer verschwinden zu lassen.

Die jüngst gesicherte DNA-Mischspur entlastet mehrere Verdächtige, die zum Teil gar keine waren. Sie haben viel mitgemacht, die Polizei war alles andere als zimperlich. Einer aus Martinas Verwandtenkreis fehlt noch. Der Lebensgefährte der verstorbenen Mutter von Martina steht einem freiwilligen Abgleich angeblich skeptisch gegenüber. Laut "CRIME" wolle er alte Wunden nicht aufreißen. Zwingen kann man den Mann, der in Bayern lebt, laut Polizei nicht. Und er hat auch noch keine Anfrage der Polizei erhalten. Einer DNA-Reihenuntersuchung im Raum Vöcklabruck würde die Staatsanwaltschaft nicht zustimmen. So meint zumindest die Polizei. Bleibt die Frage offen, ob man es nicht probieren hätte sollen.

Mordopfer Martina Posch

Mordfall Martina Posch: DNA-Abgleich könnte den Täterkreis einschränken
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Artikel Norbert Blaichinger 11. August 2017 - 00:04 Uhr
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