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Livestream aus der Unterwelt zeigt die Forschungstaucher bei der Arbeit

WEYREGG. Kamera verfolgt drei Meter unter Wasser Grabungsarbeiten in Pfahlbausiedlung Weyregg.

Livestream aus der Unterwelt zeigt die Forschungstaucher bei der Arbeit

Die Forschungstaucher entnehmen Bohrproben, bergen Objekte und fertigen Dokumentation an. Bild: Kuratorium Pfahlbauten

Dieser Tage startet die Ausgrabung an der prähistorischen Pfahlbausiedlung "Weyregg II". Die Arbeiten unter Wasser werden heuer erstmals per Livestream (www.pfahlbauten.at/unterwasserwochen) übertragen.

"Mit dem Livestream können wir die Grabungen unter Wasser erstmals öffentlich zugänglich machen und die 5000 Jahre alten, freigelegten Reste unter Wasser live zeigen", freut sich Georg Schöppl, Vorstand der Österreichischen Bundesforste (ÖBf), als Seebewirtschafter Partner des Forschungsprojektes. Cyril Dworsky, nationaler Geschäftsführer des Kuratorium Pfahlbauten: "Auf diese Weise können wir den Menschen zumindest optisch einen uneingeschränkten Zugang zu den Pfahlbauten ermöglichen."

Kamera drei Meter unter Wasser

Für den Livestream wurde eine Unterwasserkamera in der Nähe zur Fundstätte etwa drei Meter unter Wasser installiert, mit der die Arbeiten des Tauchteams gefilmt werden. Die Forschungstaucher entnehmen der Grabungsfläche Bohrproben, bergen Objekte wie Hölzer oder Keramikfragmente und fertigen mittels Video, Fotos und Zeichnungen eine genaue Dokumentation des Fundes an.

"Ziel der Forschungsarbeiten ist unter anderem eine genaue zeitliche Bestimmung der Pfahlbaustätte", erklärt Jutta Leskovar vom OÖ. Landesmuseum, die das Projekt "Zeitensprung" leitet. "Auch wollen wir anhand der Ergebnisse herausfinden, wie und wozu die Siedlung von unseren Vorfahren genutzt wurde."

Begleitet werden die Grabungen von einem umfangreichen und kostenfreien Rahmenprogramm mit Vorträgen, Ausstellungen und Führungen. Einer der Höhepunkte ist der "Tag der offenen Grabung" am Samstag. Die Grabungen unter Wasser laufen noch bis 5. Mai.

Ötzi zu Gast bei Pfahlbauern

Bereits heute um 19 Uhr findet im Raiffeisensaal Seewalchen ein Gastvortrag von Angelika Fleckinger, Leiterin des "Ötzi-Museums" in Bozen, statt. Ötzi lebte zur selben Zeit wie die Pfahlbauer in der Atterseeregion. "Ötzi war zu seiner Zeit ein wichtiger Mann. Das zeigt zum Beispiel seine wertvolle Lederkleidung, während sich unsere Pfahlbauern in Leinen hüllten", erklärt Gerald Egger vom Verein Pfahlbau am Attersee, der den Vortrag organisiert. "Wir freuen uns sehr, dass wir mit Angelika Fleckinger eine weitere prominente Expertin gewinnen konnten, die uns Einblicke in das Leben unserer Vorfahren gibt." Angelika Fleckinger, geboren 1970, ist Archäologin und seit 2005 Direktorin des Südtiroler Archäologiemuseums.

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Artikel OÖN 21. April 2017 - 04:37 Uhr
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