Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Samstag, 21. Jänner 2017, 18:19 Uhr

Linz: -5°C Ort wählen »
 
Samstag, 21. Jänner 2017, 18:19 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Salzkammergut

Höhlenforscher drangen elf Kilometer in Hohe Schrott vor

BAD ISCHL. Die neu entdeckte Höhle könnte mit anderen, bereits bekannten Systemen verbunden sein.

Höhlenforscher drangen elf Kilometer weit ins Innere der Hohen Schrott vor

Die riesige Karsthöhle soll in den kommenden Jahren noch weiter erforscht werden. Bild: OÖN/Tenreiter

Bereits 2008 entdeckten Mitglieder des Landesvereins für Höhlenkunde am Hochplateau der Hohen Schrott den Eingang zu einer bis dahin unbekannten Höhle. Sie nannten sie "Verborgene Höhle", drangen aber nur rund 1,5 Kilometer weit vor. "Der Einstieg ist nicht einfach, weil man sich gleich zu Beginn in einen 100 Meter tiefen Schacht abseilen muss", sagt der Bad Ischler Höhlenforscher Clemens Tenreiter (31).

Vergangenes Jahr wollten Tenreiter und seine Kollegen der Höhle aber auf den Grund gehen. Sie unternahmen insgesamt zwölf Forschungstouren ins Innere des Berges, um eine Karte des neu entdeckten Systems anzulegen. Dabei gelangten sie jedes Mal etwas tiefer in den Berg hinein. "Wir biwakierten auch in der Höhle, um möglichst weit vordringen zu können", sagt Tenreiter, der am LKH Salzburg als OP-Pfleger arbeitet.

Die Höhlenforscher waren überrascht über die Größe des Systems. "Der Berg ist durchzogen von riesigen Gängen und Hallen mit Tropfsteinen", berichtet Tenreiter. "In einem der Gänge entdeckten wir eine meterdicke, viereinhalb Meter hohe Tropfsteinsäule. Es handelt sich um die größte bis jetzt bekannte Sinterformation in der Hohen Schrott."

Die westlichen Ausläufer des Toten Gebirges sind für Höhlenforscher ein Paradies. Das Schönberg-Höhlensystem, dessen Eingang nur wenige Kilometer von der Verborgenen Höhle entfernt ist, gilt mit einer erforschten Länge von rund 140 Kilometern als das größte bekannte System Österreichs und der Europäischen Union.

Damit kann die Verborgene Höhle zwar nicht mithalten, doch Tenreiter ist überzeugt davon, dass die elf bisher erforschten Kilometer noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sind. "Verbindungen mit anderen, bereits bekannten Systemen sind denkbar", sagt er – und rechnet damit, dass die Höhle noch Überraschungen parat hält.

Drei Weberknechte

Eine fanden sie bereits: Nach elf Kilometern im Berg stießen die Forscher auf drei Weberknechte. "Normalerweise dringen die Spinnen nicht so weit ins Innere vor", sagt Tenreiter. "Wir vermuten deshalb, dass es in diesem Bereich einen noch unbekannten Ausgang gibt."

Kommentare anzeigen »
Artikel Edmund Brandner 25. Januar 2016 - 00:05 Uhr
Weitere Themen

Bus der OKA Gmunden tauchte nach 64 Jahren in England auf

GMUNDEN. Ein britischer Bulli-Fan entdeckte das Auto der ehemaligen Betriebsfeuerwehr.

Mehr Bürgerbeteiligung in Gmunden

GMUNDEN. Was wollen die Leute? Gmunden übernimmt eine Vorreiterrolle in Sachen Bürgerbeteiligung.

Gmundner Forscher erklärt im TV die Kultur der Alpen

GMUNDEN. Der Mediävist Rudolf Simek kehrte für eine TV-Serie in seine Heimat am Traunsee zurück.

Schwanenstädterin sammelt wieder für Kinder in Kenia

SCHWANENSTADT. Ulli Assmann veranstaltet für die "Kilifi Vonwald Schule" eine Spenden-Matinee.

Fleckerlteppich nur noch während Tourismussaison

GMUNDEN. Änderung der Tempolimits auf der Traunsteinstraße im Gmundner Stadtteil Unterm Stoan.
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!