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Gmunden hat ab sofort einen eigenen Fahrradbeauftragten

GMUNDEN. Der ehemalige Journalist Gottfried Fellner (59) bringt die Interessen der Radfahrer im Rathaus ein - und freut sich schon auf die verkehrsberuhigte Zone in der Innenstadt nach Fertigstellung der Stadt-Regio-Tram.

Fahrradbeauftragter

Gottfried Fellner vertritt im Rathaus ehrenamtlich die Interessen der Radfahrer in Gmunden.  Bild: ebra

Die Rathausverantwortlichen möchten den Gmundnern das Radfahren schmackhaft machen. Nicht nur wegen des Klimaschutzes. Auch im Sinne der Lebensqualität in Gmunden. SP-Mobilitätsstadtrat Wolfgang Sageder suchte deshalb nach einem Fahrradbeauftragten.

Und fand ihn in Gestalt von Gottfried Fellner. Der ehemalige Redakteur der Salzkammergut-Zeitung (Gott hab sie selig) bringt ab sofort die Interessen und Bedürfnisse der Radfahrer in die Verwaltung und Politik der Traunseestadt ein. Fellner sitzt beratend in Ausschüssen und arbeitet eng mit Sageder zusammen.

E-Bikes als Chance für Gmunden

Der Ex-Journalist verzichtete die längste Zeit seines Lebens auf ein Auto, fährt lieber mit öffentlichen Verkehrsmitteln und ist in Gmunden fast ausschließlich mit seinem E-Bike unterwegs. Er begrüßt es, dass das Fahrrad in Europas Städten eine Renaissance erlebt. „In Salzburg fahren mittlerweile wieder täglich 17.000 Menschen mit dem Rad“, sagt er. „Die Stadt gibt pro Jahr eine Million Euro für die Fahrrad-Infrastukrur aus und verdoppelt diese Summe ab 2018.“

Die Gmundner hecheln den Bewohnern vergleichbarer Bezirksstädte diesbezüglich weit hinterher. Das liegt aber auch an der Hanglage der Stadt. „Der E-Bike-Boom ist deshalb gerade für uns Gmundner eine Riesenchance“, so Fellner. „Dank des Elektromotors sind auch steile Straßenstücke kein Problem.“

Große Investitionen brauche der Fahrradverkehr nicht, so Fellner. Mit der Errichtung überdachter Stellplätze und der Öffnung von Einbahnen für Radfahrer wäre schon viel getan. Gefragt seien Fantasie, intelligente Planung und eine Bewusstseinsänderung bei allen Beteiligten. Fellner plädiert für Mehrzweckstreifen auf Straßen (wie in Kirchham oder Laakirchen) und freut sich auf die verkehrsberuhigte Zone in der Innenstadt. „In der modernen städtischen Verkehrsplanung hat der Fußgänger erste Priorität“, sagt er. „Dahinter kommen Radfahrer, Öffis und erst dann das Auto.“

Wobei Fellner ein tolerantes Nebeneinander der verschiedenen Gruppen wichtig ist. „Wir dürfen Radfahrer und Autofahrer nicht gegeneinander ausspielen. Damit erreichen wir gar nichts“, sagt er. Und gibt zu, dass es nicht nur rücksichtslose Autofahrer gibt, sondern auch rücksichtslose Biker. „Auf der Esplanade sind manchmal Radler unterwegs, die Fußgängern das Fürchten lehren.“

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Artikel Edmund Brandner 12. Oktober 2017 - 01:04 Uhr
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