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Filloreta und Familie dürfen doch bleiben

VÖCKLABRUCK/TIMELKAM. Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichtes aufgehoben – Filloreta macht Lehre fertig.

Filloreta und Familie dürfen doch bleiben: "Endlich ein gutes Ende"

Der 16-Jährigen, ihrer Mutter und Schwester drohte die Abschiebung. Bild: privat

Es ist eine Achterbahn der Gefühle, die die 16-jährige Filloreta Paluca und ihre Familie in den vergangenen Monaten durchgemacht hat. Die junge Kosovarin, die zuletzt in Timelkam wohnte, war im April festgenommen worden, ihr drohte die Abschiebung, dann tauchte sie unter, ehe ein Abschiebestopp erwirkt und eine mögliche Adoption in Aussicht gestellt wurde. Jetzt, knapp sieben Monate danach, kann ein Schlussstrich gezogen werden. Ein Schlussstrich, der die gesamte Familie aufatmen lässt.

Kindeswohl entscheidend

Wie der Verwaltungsgerichtshof nun entschieden hat, werden die 16-Jährige, die seit einem Jahr eine Lehre in Vöcklabruck macht, ihre jüngere Schwester Ernestine und deren Mutter nun doch nicht abgeschoben. Ein entsprechendes Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichtes – wir haben berichtet – wurde vergangene Woche bei einer Verhandlung in Graz aufgehoben, sagte der Rechtsanwalt der Familie, Benno Wageneder, gestern den OÖNachrichten. Entscheidend dafür sei die Tatsache gewesen, dass der Kontakt der beiden Kinder zu ihrer Heimat, dem Kosovo, nicht mehr stark genug ist. Die Familie Paluca war 2013 nach Österreich gekommen, davor hatte sie sieben Jahre in Kroatien gelebt. "Die Entscheidung hat gezeigt, dass das Kindeswohl sehr wichtig ist", resümiert Wageneder.

Während der Vater sowie der 19-jährige Bruder im Februar in den Kosovo abgeschoben worden waren, erhalten die Mutter und die zwei Mädchen nun eine Aufenthaltsberechtigung. Diese müsse vorerst jährlich verlängert werden, dürfte aber in absehbarer Zukunft in eine dauerhafte Berechtigung übergehen, sagt Wageneder.

Damit wird auch die angestrebte Adoption Filloretas durch ein Timelkamer Ehepaar hinfällig. "Für die Familie Paluca ist das ein Meilenstein", sagte der Rechtsanwalt gestern. Auch Thomas Eder, der für die Grünen im Timelkamer Gemeinderat sitzt und mit seiner Frau Ottilie seit Monaten um die Adoption Filloretas gekämpft hat, freut sich mit den Palucas. "Das ist für alle Beteiligten die beste Lösung", sagte Eder.

Filloreta wohnt somit wieder bei ihrer Mutter Prene (38) und ihrer Schwester in Vöcklabruck. Dazu besucht die 16-Jährige regelmäßig die Berufsschule in Gmunden und arbeitet im "K.u.K. Postwirt" in Timelkam, wo sie eine zweifache Koch- und Kellnerlehre macht. Ihre Mutter, eine ausgebildete Köchin, hat Aussicht auf eine Stelle als ehrenamtliche Alten- und Behindertenbetreuerin. Und Ernestine, die am Verhandlungstag ihren 12. Geburtstag feierte, freut sich, weiterhin die erste Klasse der Neuen Mittelschule besuchen zu können.

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Artikel Gerhild Niedoba 15. November 2017 - 05:24 Uhr
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