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Facebook-Profil rückt VP-Kandidaten in die Nähe des Rechtsextremismus

VÖCKLABRUCK. Vöcklabrucker Volkspartei entscheidet nächste Woche, ob Ersatzgemeinderat tragbar ist.

Facebook und der Streit mit Erben

(Symbolbild) Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Auf dem 37. Platz der Ersatzgemeinderatsliste der Vöcklabrucker Volkspartei befindet sich T. J., dessen Facebook-Profil ein extrem rechtes Gedankengut vermuten lässt. "Menschen mit einer rechtsextremen Einstellung haben bei uns nichts verloren", sagt Bürgermeister Herbert Brunsteiner. Nächste Woche wird der VP-Parteivorstand über das weitere Vorgehen beraten.

Bereits Anfang Mai haben die Vöcklabrucker Kommunalpolitiker ein anonymes E-Mail erhalten, in dem eine "besorgte Bürgerin" auf den "eindeutig rechtsradikalen T. J." hingewiesen hatte. Mit seinen Likes habe er seine Sympathie zur rechtspopulistischen AfD und zur rechtsextremen NDP offen zu Schau getragen. "Ich hoffe sehr, dass sich in Zukunft solche Individuen nicht auf einer Liste wählbarer Personen finden werden", schreibt die Vöcklabruckerin.

Ende Mai hat ein junger Mann in der Bürgerfragestunde des Gemeinderates darauf hingewiesen. "Ich gehe der Sache nach", versprach damals der Vöcklabrucker Bürgermeister. Rechtsextremes Gedankengut habe bei der ÖVP keinen Platz, betonte Brunsteiner. Sein Vize Christoph Rill ergänzte: Bei 90 Leuten auf der VP-Kandidatenliste könne man nicht wirklich jeden gut kennen.

Mittlerweile sind die "Likes" für AfD, NDP und Co. vom Facebook-Profil entfernt. T. J., der morgen seinen 40. Geburtstag feiert, hat aber eine illustre Schar mit "Gefällt mir"-Clicks bedacht: Wladimir Putin ist ebenso darunter wie HC Strache, Norbert Hofer oder Manfred Haimbuchner. Auch den Hooligans von "Unsterblich" fühlt sich der VP-Ersatzgemeinderat verbunden. Laut deutschem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" handelt es sich dabei um eine der militantesten rechten Hooligan-Gruppen Europas. Manche Experten sehen darin sogar eine Neonazi-Gruppe. Jetzt fordern die Fraktionen von SP und Grünen Aufklärung. Die ganze Sache werde heruntergespielt, man lasse jede Distanzierung vermissen, heißt es in einem offenen Brief.

Brunsteiner erklärt den OÖN, dass er persönlich keine Facebook-Einträge bei T. J. gefunden hätte, die ein rechtsradikales Gedankengut ausweisen. Allerdings habe er Kommentare entdeckt, die er in der Sprache als sehr brutal und unakzeptabel empfindet.

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Artikel Gerhard Hüttner 20. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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