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Expertin für Gemeindefusionen: "Bevölkerung weiter als Politik"

OBERNDORF. Gerlinde Stöbich berichtete vom erfolgreichen Prozess der Mühlviertler Gemeindefusionen.

Expertin für Gemeindefusionen sagt: "Bevölkerung schon weiter als Politik"

Der Informationsabend über das Pro und Contra Gemeindefusionen lockte rund 130 Interessierte in das Veranstaltungszentrum. Bild: gh

Die Unternehmensberaterin Gerlinde Stöbich hat zwei Prozesse zu Gemeindefusionen im Mühlviertel erfolgreich begleitet. Auf Einladung des Vereins "wi(e)so" berichtete sie am Donnerstag im Veranstaltungszentrum von ihren Erfahrungen. Ihr Befund zur Frage von Gemeindezusammenlegungen lautet: "Ich glaube, dass die Bevölkerung weiter ist als die Politik."

Seit 1. Mai 2015 sind Aigen und Schlägl eine einzige Gemeinde, ebenso Rohrbach und Berg. In beiden Fällen war Stöbich beratend mit dabei. Der Kostendruck führe dazu, dass die Gemeinden mehr zusammenrücken, sagte sie. Hauptziel müsse es jedoch sein, den Lebensraum der Bürger attraktiver zu machen. "Die Lebensqualität der Bevölkerung muss zumindest gleich bleiben und es darf keine Verlierer geben", nannte sie als Bedingungen für Gemeindefusionen.

Die Beraterin der Mühlviertler Gemeinden berichtete, dass anfangs überall Skepsis geherrscht hätte. Was passiert mit dem Namen der Gemeinde, welches Wappen soll künftig als Symbol der Heimat gelten? Diese und viele andere Fragen wurden in Bürgerabenden ausgeräumt.

Stöbichs Resümee nach der Fusion lautet: "Die Bürger haben wieder eine Nähe zur Verwaltung und zur Politik bekommen, die man finanziell nicht messen kann." Bürgermeisterin Elisabeth Höfler aus Aigen-Schlägl ergänzte: "Der Prozess war für mich, die Gemeinde und die gesamte Bevölkerung sehr bereichernd." Man dürfe nie das eigene Ich sehen, sondern die Gemeinde und deren Zukunft. Eine "tolle Aufbruchsstimmung" hat auch die Grüne LAbg. Ulrike Schwarz aus Rohrbach-Berg erlebt: "Die Parteien waren noch nie so viel mit dem Gemeindebürger zusammen." Grundvoraussetzung für eine Gemeindefusion ist laut Stöbich, "dass sich die Politik mit diesem Prozess auseinandersetzen will".

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Artikel Gerhard Hüttner 25. Januar 2016 - 01:22 Uhr
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