Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Donnerstag, 24. Mai 2018, 07:53 Uhr

Linz: 20°C Ort wählen »
 
Donnerstag, 24. Mai 2018, 07:53 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Salzkammergut

Drogen beim SEP: "Es ist wie ein Katz-und-Maus-Spiel"

GMUNDEN. Das Management des Einkaufsparks geht nach der Zerschlagung des Drogenrings nicht zur Tagesordnung über. Centermanager Franz Moser junior kündigt verstärkte Sicherheitsmaßnahmen an. Das Gymnasium Gmunden wehrt sich indessen dagegen, mit dem Skandal in Zusammenhang gebracht zu werden.

Die einsamen Winkel des Salzkammergut-Einkaufsparks sind ideal für den Drogenhandel. Bild: ebra

Nach der Zerschlagung eines Drogenrings und der Anzeige von 139 Drogenkonsumenten (ein Drittel davon minderjährig) sitzt der Schock in Gmunden tief. Der Blick richtet sich jetzt vor allem auf den Salzkammergut-Einkaufspark (SEP), wo die Dealerbande Jugendliche mit Cannabis der extrem gefährlichen Art versorgte.

Die Szene hatte sich verschoben

Verstärkte Kontrollen in der Innenstadt und die Nähe zum Gymnasium seien die Gründe dafür, warum sich die Szene vom Stadtzentrum zum SEP verschob, heißt es. Im Einkaufszentrum lieferten sich die Dealer ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Security. „Unser Sicherheitsdienst patrouilliert regelmäßig, aber es ist einfach unmöglich alle Bereiche ständig abzudecken“, sagt SEP-Centermanager Franz Moser junior. Die Verantwortlichen im Einkaufspark verweisen Verdächtige regelmäßig des Geländes. Doch das Areal ist groß. Wenn die Kleinganoven von der Rückseite des SEP verscheucht wurden, standen sie kurz darauf auf einem der Parkdecks wieder herum.

Jetzt ist der Drogenring vorerst zerschlagen. Doch Moser will auf keinen Fall zur Tagesordnung übergehen. „Ich habe null Toleranz für solche Banden“, sagt er. „Es geht hier nicht nur um unseren guten Ruf, sondern vor allem auch um unsere Jugend. Wir werden die Sicherheitsmaßnahmen deshalb deutlich verstärken.“ Unter anderem sollen künftig auch Sicherheitsleute in Zivil patrouillieren. Die enge Zusammenarbeit mit der Polizei werde selbstverständlich fortgesetzt. Die bereits vorhandene Videoüberwachung soll ebenso ausgebaut werden.

Die Verantwortlichen im benachbarten Gymnasium wehren sich indessen dagegen, dass ihre Schule mit dem Skandal in Zusammenhang gebracht wird. „Es gibt kein Drogenproblem an unserer Schule“, beteuert Direktor Rainer Leitner. „Wir würden das bemerken.“ Das gleiche erklärt Ulrika Löberbauer, Obfrau des Elternvereins. „Es sind Jugendliche anderer Schulen, die in Gruppen zum SEP pilgern“, sagt sie.

Weil die Polizei den Schulbehörden die Namen der angezeigten Schüler nicht bekannt gibt, kann deren Zugehörigkeit vorerst ohnehin nicht geklärt werden. „Sollten tatsächlich Jugendliche aus unserer Schule dabei sein, müssen sie mit harten disziplinarischen Maßnahmen rechnen – bis hin zum Schulverweis“, sagt Direktor Leitner.

Kolonnen von Schülern

Dass Gymnasiasten in den Pausen in Kolonnen zum SEP ziehen, ist Lehrern und Eltern ohnehin ein Dorn im Auge. Zum einen, weil es in der Schule „Gesunde Jause“ gäbe. Zum anderen, weil die Kinder an der Hinterseite des SEP an herumlungernden Gestalten vorbei müssen. „Ich sage meiner Tochter immer, sie soll Abstand von ihnen halten und schnell gehen“, sagt ein Vater einer Schülerin.

Kommentare anzeigen »
Artikel Von Edmund Brandner 09. Februar 2018 - 01:00 Uhr
Mehr Salzkammergut

"Brücken bauen" sucht noch Paten für ausländische "Special Olympics"-Athleten

VÖCKLABRUCK. Kindergarten Neubrunn und HAK Vöcklabruck unterstützen Sportler aus USA und Litauen.

Geplanter Spar-Markt in Zell am Moos löst Differenzen im Gemeinderat aus

ZELL AM MOOS. Bürgermeister Wiesinger: Vorentscheidung vor dem Sommer, Beschluss dann im Herbst.

Probleme mit Zahlungsdienst: AK OÖ. half zwei betroffenen Konsumentinnen

GMUNDEN, VÖCKLABRUCK. Ein Fall in Gmunden, der andere in Vöcklabruck – beide Male gab es kulante ...

Alle Chancen für die Jugend: Firmen und Schulen zeigen Möglichkeiten auf

VÖCKLABRUCK. Heute und morgen findet in der Vöcklabrucker REVA-Halle die Lehrlingsmesse statt.

Solidaritätspreis für "Anwältin der Jugendlichen"

VÖCKLABRUCK. Cornelia Kienberger vom Treffpunkt "mensch & arbeit" in Vöcklabruck für ihren Einsatz ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!