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Die St. Lorenzer sind aufgerufen, am 10. Juni neuen Bürgermeister zu wählen

ST. LORENZ. Nach dem Rücktritt von Ortschef Gaderer muss sich Gemeinde mit Altlasten abmühen.

Die St. Lorenzer sind aufgerufen, am 10. Juni neuen Bürgermeister zu wählen

Die knapp 2000 wahlberechtigten St. Lorenzer werden für den 10. Juni zur Urne gerufen. Bild: APA

Im Vorfeld hatten sich die Fraktionsobleute auf den Termin 10. Juni für die Neuwahl des Bürgermeisters geeinigt. Der Gemeinderat hat das jetzt einstimmig abgesegnet. Sollte eine Stichwahl notwendig sein, wird diese am 24. Juni stattfinden.

Die Neuwahl ist erforderlich, weil Bürgermeister Johannes Gaderer im Jänner zurückgetreten war. Bekanntlich laufen gegen ihn Ermittlungen, weil ihm nach der Vergabe von Aufträgen für die Gemeinde an seine eigene Baufirma Amtsmissbrauch und Untreue vorgeworfen werden.

"Stall sauber machen"

Aufgedeckt hat dies der Prüfungsausschuss unter Harald Kohlberger (FP), der im Gemeinderat die Basis für die Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen, das Vertrauen, vermisst. "Wenn wir in den nächsten drei Jahren zusammenarbeiten wollen, müssen wir diese Dinge aufarbeiten", sprach er Altlasten aus Gaderers Ära an. "Wir müssen ein bisserl sauber machen in diesem Stall."

"Mit der Ehrlichkeit musst du selber anfangen", konterte umgehend Andreas Hammerl, der für die VP als Bürgermeister-Kandidat ins Rennen gehen wird. Alexandra Nilsson (Liste Frischer Wind) appellierte an den Gemeinderat: Man könne unterschiedlicher Meinung sein, aber man dürfe menschlich nicht so aufeinander losgehen. "Das gilt für alle", sagte sie und erntete dafür Beifall im Gemeinderat.

Vizebürgermeister Karl Nußbaumer (VP), der interimistisch die Amtsgeschäfte führt, gab zu, dass jetzt viele Sachen in der Gemeindestube aufkämen, die unklar seien. "Wir haben Hausaufgaben zu erfüllen." Er möchte das offen und transparent angehen, betonte er.

Aufklärungsbedarf gibt es unter anderem auch beim geplanten Radweg zwischen St. Lorenz und St. Gilgen. "Wir haben Aufklärungsbedarf", sind laut Nußbaumer viele Fragen offen. "Bevor ich nicht alles auf dem Tisch habe, kann ich das der Gemeinde nicht zumuten", betonte er.

Peter Hiller (Grüne) erinnerte daran, dass er dazu drei Anfragen im Gemeinderat gestellt habe. "Wir sind falsch informiert worden von Bürgermeister Gaderer", betonte Hiller. "Das ist das Erbe, da kommt noch einiges nach."

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Artikel Gerhard Hüttner 05. März 2018 - 02:30 Uhr
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