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Behörde lässt Koran-Verteilung prüfen

VÖCKLABRUCK. Die Verteilung von deutschen Koran-Gratisausgaben beschäftigt mittlerweile auch die Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck.

Behörde lässt Koran-Verteilung prüfen

»Allahs Wort soll in jeden Haushalt einziehen!« Eine umstrittene Koran-Verteilung fand Anfang April auf dem Vöcklabrucker Stadtplatz statt. Bild: Reuters

Anfang April haben junge Moslems in Vöcklabruck bereits Korane verteilt, ab Mai möchten sie das auch in Schwanenstadt tun. Mit diesem Ansuchen hat die BH jetzt das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung befasst. Ein Ergebnis steht noch aus.

Unter dem Namen „Dawa-Team Wien, Linz und Vöcklabruck“ (Dawa ist das arabische Wort für islamische Mission) haben zwei junge Vöcklabrucker bei der Stadt angesucht, dass sie auf dem Stadtplatz Schriften verteilen dürfen. Dies wurde ihnen erlaubt. „Wir sind immer bemüht, möglichst tolerant zu sein“, sagt Peter Stieb, Leiter der Allgemeinen Verwaltung im Rathaus. „Wir haben nicht überprüft, welche Schriften sie verteilten. Als Stadt sind wir überfordert, das zu bewerten.“

Auf der Internetseite www.derwahreweg.com sind Fotos vom Infostand in Vöcklabruck zu sehen. Das „Dawa-Team“ will nun offensichtlich auch in Schwanenstadt Koran-Ausgaben gratis verteilen. Ab Mai möchten diese Moslems dazu mehrmals an Samstagen Infostände aufbauen. Schwanenstadt hat dieses Ansuchen zur Überprüfung an die BH weitergeleitet, die diese Anfrage vom Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung prüfen lässt.

 

Propaganda von Extremisten?

Während Koran-Verteilung durch radikal-islamische Salafisten in Deutschland heftig umstritten ist, geht’s in Österreich bislang ruhiger ab. Der heimische Verfassungsschutz sieht noch keinen Anlass für Ermittlungen.

Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz wertet die Verteilung kostenloser Korane als „Propaganda“. Der Sprecher des Amtes, Bodo Becker, sagt: „Es geht hier um salafistische Propaganda und Rekrutierung von Anhängern.“ Laut Becker stellten Salafisten Grundelemente der freiheitlichen Demokratie infrage. „Nicht jeder Salafist ist ein Terrorist; aber jeder uns bekannte Terrorist war irgendwann einmal in salafistischen Zusammenhängen unterwegs“. Salafisten sind Anhänger eines idealisierten Ur-Islam. Sie streben nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden einen islamischen Gottesstaat an, der mit der westlichen Demokratie unvereinbar ist.

 

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Artikel Gerhard Hüttner 19. April 2012 - 01:15 Uhr
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