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Bahntunnel für Radler zwischen Salzburg und Bad Ischl

ST. GILGEN, ST. LORENZ. Lückenschluss: Die Scharfling-Barriere zwischen Wolfgangsee und Mondsee wird beseitigt.

Zwischen Salzburg und Bad Ischl wird ein alter Bahntunnel für Radler geöffnet

Die 60 Kilometer lange Strecke entlang der ehemaligen Bahnlinie ist ein Zuckerl für Radfahrer. Bild: OÖ Tourismus

Die Salzkammergut-Lokalbahn zwischen Salzburg und Bad Ischl stellte 1957 den Betrieb ein. Heute verläuft ein Radweg entlang der Trasse. Für Biker gibt es aber ein lästiges Hindernis: den Scharfling zwischen St. Gilgen und St. Lorenz. Sie müssen hier nicht nur einen Pass (604 Meter Seehöhe) überwinden, sondern auch im Straßenverkehr auf der B 154 fahren.

Die Bahn fuhr an dieser Stelle durch zwei Tunnel, die noch erhalten sind. Deshalb regte St. Gilgens VP-Bürgermeister Otto Kloiber vor drei Jahren an, den Radweg in diese Tunnel zu verlegen. Doch eine der Röhren ist im Privatbesitz eines Mondseer Unternehmers. Dieser soll seine Zustimmung an eine Bedingung geknüpft haben: Die Gemeinde Mondsee müsse ihm dafür ein Ufergrundstück von Grünland in Bauland umwidmen.

Eine Abstimmung darüber sollte am Montagabend im Mondseer Gemeinderat stattfinden, und im Vorfeld hatte es hitzige Diskussionen gegeben. Hinter vorgehaltener Hand sprachen Mandatare von "Erpressung".

Jetzt kommt Plan B

Doch der Punkt wurde von der Tagesordnung genommen. Was auch damit zu tun haben könnte, dass man den Tunnel inzwischen nicht mehr braucht. Denn für Radfahrer wurde eine alternative Trasse entworfen. "Wir benutzen nur noch einen der beiden Tunnel und können den Radfahrern die Bundesstraße trotzdem ersparen", sagt Kloiber, der dennoch Verständnis für den Mondseer Unternehmer zeigt. "Jeder hat das Recht, seine Interessen zu vertreten", so Kloiber. "Sollte der Tunnel irgendwann zu haben sein, können wir ihn ja noch einbinden."

Kloiber möchte mit den Bauarbeiten schon heuer beginnen. Getragen wird das Projekt von den beiden Gemeinden St. Gilgen und St. Lorenz – und ist damit bundesländerübergreifend. "Im Sommer 2017 könnte der Radweg fertig sein", sagt St. Gilgens Bürgermeister, der aber noch die Zustimmung des Landes Salzburg braucht.

Für Hans Wieser, Tourismusdirektor am Wolfgangsee, ginge mit dem Lückenschluss ein Traum in Erfüllung. "Die Biker-Achse zwischen Wolfgangsee und Mondsee hat enormes Potential", sagt er. "Alleine der spektakuläre Grenzübergang unter der Anhöhe würde eine Attraktion für Radfahrer sein."

Radfahren auf den Spuren der alten Ischlerbahn

 

b die historische Bahnstrecke Salzburg–Bad Ischl jemals wiederbelebt werden kann, steht in den Sternen. Für Radfahrer ist die Trasse schon jetzt eine lohnende Route. Der 60 Kilometer lange Radweg ist gut beschildert (in Oberösterreich „R2“). Weil derzeit aber noch die Scharfling-Anhöhe im Weg steht, summiert sich der Höhenunterschied, der zu bewältigen ist, auf insgesamt fast 700 Meter.

Über weite Strecken verläuft die Route auf der Originaltrasse der Bahnlinie, die oft auch noch erkennbar ist. Am Mondseeufer erinnert ein Denkmal an den Bau der Schmalspurbahnlinie in den Jahren 1890 bis 1893.

Höhepunkt des Trassenradwegs ist die rund zehn Kilometer lange Abfahrt von Thalheim nach Salzburg, wo Biker auf alten Bahndämmen und über Viadukte in die Mozartstadt hinabgleiten. An der Stadteinfahrt mündet der Weg in die „Ischlerbahn-Straße“.

Für die Rückreise nach Bad Ischl bietet sich ebenfalls die Eisenbahn an. Eine Direktverbindung gibt es allerdings nicht mehr. Jetzt heißt es umsteigen in Attnang-Puchheim.

 

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Artikel Edmund Brandner 20. April 2016 - 06:45 Uhr
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