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Aufregung um einen kleinen See im Ausseerland

BAD AUSSEE. Heuer kein Badebetrieb: Besitzer des Sommersbergersee kündigte den Pachtvertrag mit Stadtgemeinde Bad Aussee.

Aufregung um einen kleinen See im Ausseerland

Die Idylle täuscht: Der Sommersbergersee wurde zum Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen. Bild: Martin Baumgartner

Er hat die Größe dreier Fußballfelder, liegt idyllisch eingebettet zwischen Berghügeln am Fuß des Sarsteins und dürfte nun für längere Zeit Gerichte beschäftigen. Um den Sommersbergersee im Ausseerland ist ein kurioser Rechtsstreit entbrannt.

Der See ist seit 1640 im Besitz der Familie des Ausseer Landwirts Johannes Wasner. Seit 1971 pachtet ihn die Stadtgemeinde Bad Aussee, und betreibt ihn kostendeckend als Badesee. Der Vertrag läuft noch bis 2030.

Verkauf für nichtig erklärt

Wer sich für heuer bereits eine Saisonkarte kaufte, bekommt sein Geld jetzt aber zurück. Der Grund: Ohne Ankündigung blockiert Johannes Wasner seit Anfang des Monats die gemeindeeigene Zufahrt mit Baumstämmen und droht Spaziergängern (auf den öffentlichen Wegen) mit Besitzstörungsklagen.

Hintergrund: Wasner will den See verkaufen. Offensichtlich hat er sich dabei aber in eine vertrackte Lage manövriert. Er soll schon mehrere Vorverträge von Interessenten unterschrieben haben, bevor er den See für kolportierte 1,4 Millionen Euro an einen Grazer Immobilienmulti verkaufte.

Inzwischen ist aber eine weitere Investorengruppe aus Wien und Graz im Spiel, die Wasner offensichtlich favorisiert. Er stellt die Gültigkeit der bisherigen Vereinbarungen deshalb in Abrede. Zwischen Herbst 2015 und Februar 2017 sei er aus gesundheitlichen Gründen weder geschäfts- noch prozessfähig gewesen, behauptet er. Der unterzeichnete Kaufvertrag sei deshalb nichtig. Mitte Februar dagegen sei eine "massive Verbesserung" eingetreten.

Im Ausseerland befürchten viele, dass der See am Ende für die Öffentlichkeit verloren geht. Wasner kündigte zwar an, ihn für Badegäste heuer wieder zugänglich zu machen. Doch was künftige Besitzer mit dem Areal vorhaben, weiß in Bad Aussee niemand. Immerhin: Es liegt in einem Landschaftsschutzgebiet, in dem Baugenehmigungen nur für landwirtschaftliche Gebäude erteilt werden.

Juristen sind am Zug

Doch vorerst sind ohnehin Juristen und Gerichtsgutachter am Zug. Zum einen wehrt sich die Gemeinde gegen die einseitige Aufkündigung des Pachtvertrags. Zum andern zweifelt man im Bad Ausseer Rathaus an der Nichtigkeit des ersten Kaufvertrags. "Wir lassen das Gericht klären, ob Herr Wasner tatsächlich geschäftsunfähig war, als er auf die ersten Kaufangebote einging", sagt VP-Bürgermeister Franz Frosch. "Bis zu einem Urteil sehen wir uns aber außerstande, den Badebetrieb aufzunehmen." Der Rechtsstreit dürfte lange dauern.

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Artikel Edmund Brandner 19. Mai 2017 - 02:41 Uhr
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