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Anrainer formieren sich in Verein, um "Moschee" zu verhindern

VÖCKLABRUCK. VP-Fraktion für die notwendige Umwidmung: Aus Respekt und Rechtsstaatlichkeit.

Anrainer formieren sich in Verein, um "Moschee" in Siedlung zu verhindern

Martin Brandstötter, Integrationsgemeinderat Bild: Privat

Seit Jahren schwelt im Unterstadtgries ein Konflikt zwischen Bewohnern und dem Bosniakisch-Österreichischen Kultur- und Bildungszentrum. Um die "ruhige Wohnsiedlung" zu verteidigen, gründen Anrainer jetzt den Verein "Bürgerinitiative Zivilcourage": "Es geht nicht nur um unseren Stadtteil Unterstadtgries, sondern um das Wohl der Bürger in allen Wohnsiedlungen der Stadt!"

Hintergrund ist die mehrheitliche Entscheidung in der Stadtpolitik, für das Kulturzentrum eine Umwidmung einzuleiten. Wie das Landesverwaltungsgericht im Jänner festgestellt hat, hat die bisherige Nutzung für kulturelle und religiöse Zwecke nicht der Widmung entsprochen. Der Verein hat daher den Antrag gestellt, das Areal umzuwidmen.

Im Verein seien viele Menschen engagiert, die seit langem in Vöcklabruck lebten und integriert seien, erläutert Bürgermeister Herbert Brunsteiner. Er habe Verständnis für die Verunsicherung mancher Anrainer. Das Verständnis fehle ihm jedoch, wenn Vergangenes kriminalisiert werde.

In der Fragestunde in der März-Sitzung des Gemeinderates hatte ein Anrainer seinen Unmut über die Entwicklung kundgetan. "Warum unterbindet man nicht einen Moscheebetrieb im Wohngebiet", fragte Ernst P. "Dafür gibt es keinen vernünftigen Grund." Er verwies unter anderem auf die Lärmbelästigung und auf 130 Unterschriften gegen das Projekt des Bosniakisch-Österreichischen Kulturzentrums.

"Wir haben uns intensiv mit dem Thema befasst", erläutert Integrationsgemeinderat Martin Brandstötter (VP) und "behutsam abgewogen". Ihm sei bewusst, dass manche Bürger eine andere Entscheidung erhofft hätten. "Wir stimmen dieser Umwidmung zu und bringen damit zweifachen Respekt zum Ausdruck: Respekt vor dem österreichischen Rechtsstaat und gleichermaßen unseren Respekt vor allen Menschen, die sich dem Bosniakisch-österreichischen Kulturzentrum verbunden fühlen." Diese seien zum Teil seit den 1960er-Jahren hier. "Sie leben seit Jahrzehnten in unserer Stadt, arbeiten als Facharbeiter in Vöcklabrucker Betrieben und sind in Vereinen aktiv."

Stadtregion Vöcklabruck

Eine stadtregionale Strategie, die vor allem Schwerpunkte über eine bessere Anbindung von Radwegen, Bahnhöfen und Betrieben für Alltags-Radfahrer bzw. die Weiterentwicklung von stadtregional bedeutsamen Naherholungs-Räumen definiert, wollen künftig die Gemeinden Vöcklabruck, Attnang-Puchheim, Pilsbach, Regau, Timelkam und Ungenach erarbeiten und umsetzen. Und zwar gemeinsam. Denn die Bürgermeister der sechs Kommunen haben sich entschlossen, in Zukunft Entwicklungen und Flächennutzung aufeinander noch besser abzustimmen.

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Artikel Gerhard Hüttner 18. April 2017 - 05:48 Uhr
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