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Almtaler bündeln ihre Kräfte, damit die Regionalbahn nach Grünau Zukunft hat

WELS / PETTENBACH / GRÜNAU. Bahnlinie soll attraktiver werden – Politiker zwischen Wels und Grünau sammeln Ideen.

Almtaler bündeln ihre Kräfte, damit die Regionalbahn nach Grünau Zukunft hat

Die Bahn von Wels nach Grünau kann auch mithelfen, den sanften Tourismus im Almtal weiter anzukurbeln. Bild: müf

Der Bürgerwille ist kundgetan: Private Initiatoren sammelten in den vergangenen Wochen mehr als 3000 Unterschriften für den Fortbestand der Almtalbahn zwischen Wels und Grünau.

Der Verkehrsdienstevertrag zwischen Land und ÖBB läuft Ende 2019 aus. Wie es dann mit der Bahn weitergeht, ist ungewiss. Scharnsteins Bürgermeister Rudolf Raffelsberger (VP) arbeitet als Landtagsabgeordneter im Verkehrsausschuss: "Das Land prüft derzeit mit Experten der ÖBB alle Fakten rund um die Almtalbahn: Der Endbericht soll in einem Monat vorliegen."

Dann sind Politiker am Zug: Das Land könnte die Strecke von den ÖBB übernehmen und mit Ausschreibung Firmen suchen, die sich einerseits um die Infrastruktur, andererseits um den Fahrbetrieb kümmern.

Dessen ungeachtet, diskutierten Montagabend in Pettenbach Politiker aus Orten entlang der Bahnlinie mit Touristikern, Pendlern und Eisenbahn-Fachleuten über Ideen zur Attraktivierung. Grundtenor: lokales Engagement statt zentraler Verwaltung aus der Ferne. Und: Nicht nur die ÖBB können Regionalbahnen betreiben.

Daher blickt diese Runde über den Tellerrand und plant eine Exkursion nach Südtirol. Im Vintschgau hat das Land die Regionallinie von den Staatsbahnen übernommen, Gemeinden ins Boot geholt und zu einem Erfolg gemacht. "Weil die Kapazität in Zügen nicht mehr ausreicht, müssen nun Busse mit Anhängern Räder transportieren", weiß Experte Christoph Scholl aus Krenglbach.

Mehr Tempo auf der Strecke

Attraktiver wird die Bahn, wenn nach Gleisumbauten die Fahrzeit zwischen Wels und Grünau von 65 auf 54 Minuten verkürzt werde, sagt Scholl. Die Beschleunigung habe den Vorteil, dass bei gleichem Taktverkehr weniger Züge und weniger Personal notwendig sei.

Günter Neumann vom Verkehrsbetrieb Stern & Hafferl sagte: "Es ist sinnvoll, wenn Schaffner mitfahren, aber auch ein Lokführer kann kassieren." Er rät zu modernen Haltestellen mit Online-Anzeigen, ordentlichen Parkplätzen für Autos und Räder. Denn: "Haltestellen sind erster Anknüpfungspunkt mit dem Kunden."

Die Touristiker wünschen sich wieder kombinierte Karten für Zug und Kasberg-Skigebiet (Snow & Fun). Trotz großer Erfolge vor rund 20 Jahren stellten die ÖBB das Angebot wieder ein. Tourismus-Geschäftsführer Stefan Schimpl sagt: "Mobilität in Ballungsräumen verändert sich: Nicht alle jungen Leute machen den Führerschein, sie nützen für Urlaubsfahrten aber Öffis – wenn die Angebote passen."

Auch die Stadt Wels hat Interesse an der Almtalbahn. "Sie bringt Mitarbeiter zu Welser Betrieben, Kunden in die Stadt und die Welser in der Freizeit ins schöne Almtal", sagt Wirtschaftsstadtrat Peter Lehner.

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Artikel Friedrich M. Müller 02. November 2017 - 04:37 Uhr
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