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Bild: Weihbold

Künstlerhaushalt mit Mann 1A und Mann 1B

Das Künstlerpaar – Schauspielerin Maxi Blaha und der aus Oberösterreich stammende Autor Franzobel – lebt mit dem gemeinsamen Sohn Nepomuk in Wien. Wie ihr Alltags- und Liebesleben so ausschaut, erzählen die beiden in der OÖNachrichten-Serie „Paare“.

Von Silvia Nagl, 21. Oktober 2016 - 00:04 Uhr
  • Die beiden Künstlerpersönlichkeiten Franzobel und Maxi Blaha sind seit 2008 ein Paar. 2010 kam Sohn Nepomuk zur Welt.
  • Die Schauspielerin arbeitet am liebsten abends und auch nachts. Der Schriftsteller beginnt das Tagwerk schon um 5 Uhr früh.

„Maxi hat 2007 im Linzer Theater Phönix in einem Stück von mir, ,Lady Di oder Die Königin der Herzen’ die Camilla gespielt. Da haben wir einander kennengelernt. Ein Jahr später war sie bei einer Lesung von mir, da hat’s dann richtig gefunkt!“, sagt Autor Franzobel über Schauspielerin Maxi Blaha. Seit 2008 sind die beiden ein Paar.

„Ich glaube, es gibt so etwas wie Chemie zwischen Menschen“ ist Franzobel überzeugt. „Ja, ich glaube auch, dass es viel Unterbewusstes gibt, das in Hundertstelsekunden entscheidet“, pflichtet ihm Maxi Blaha bei. „Diesem Gefühl zu vertrauen und sich darauf einzulassen, ist auch Sache eines Schauspielers.“
Schon ein halbes Jahr nach dem Kennenlernen sind die beiden zusammmengezogen. Nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Nepomuk vor sechs Jahren hat die Familie eine größere Altbau-Wohnung bezogen – direkt am Donaukanal im zweiten Wiener Bezirk, ums Eck vom Karmelitermarkt.

Dates zum Essengehen

Was schätzen die beiden besonders aneinander? „Ich schätze sehr, dass Maxi mein Leben strukturiert. Sie ist mehr auf Regeln und Regelmäßigkeit bedacht als ich. Ich mag auch sehr ihren Humor und Witz und dieses Gefühl des guten Zusammenseins nach wie vor.“
„Ich mag an meinem Mann, dass er sehr liberal in allen Lebenslagen ist. Er erlaubt alles. Ich verlange von allen sehr viel, und er gar nichts. Das ist für mich als alte Besserwisserin hervorragend. Auch das erträgt er, er ist ja sehr geduldig. Und er ist sehr kreativ. Wenn einer von uns eine Idee hat, erzählt er das dem anderen. Er hilft mir immer sehr bei meinen Projekten. Er macht einem immer Mut.“
Wie schauen die Arbeitszeiten bei zwei Künstlern aus? „Wir haben komplett verschiedene Arbeitszeiten“, sagt Maxi Blaha. „Er arbeitet jeden Tag schon ab zirka fünf Uhr. Ich arbeite lieber abends und auch nachts. Wir machen uns Dates zum gemeinsamen Essengehen aus!“

Wie schaut es mit dem Haushalt aus? „Die Toleranzgrenze den Schmutzgrad betreffend ist sehr unterschiedlich“, sagt Franzobel, „meiner ist eher hoch.“ Gekocht wird im Haushalt Griebl/Blaha eher selten: „Und wenn, macht er Nudel- oder Erdäpfelgerichte. Ich koche eher Gemüse. Ich versuche überhaupt, gesund zu leben. Stefan ist da anders, er achtet nicht so auf seine Gesundheit.“ „Naja, wenn du kochst, gibt es Gemüse oder Algen. Da esse ich doch auch alles“, sagt Franzobel.
Wie ändert ein Kind eine Beziehung? „Nepomuk war ein absolutes Wunschkind“, sagt Maxi Blaha. „Für mich hat sich nicht so viel verändert. Ich habe jetzt eben zwei Männer, die ich zu lieben, leiten, lenken und versorgen versuche!“

„Bevor das Kind gekommen ist, war ich die unumstrittene Nummer eins, das hat sich dann schon geändert. So schleichend bin ich Nummer 2 geworden...“ Maxi Blaha wirft ein: „Nein! Es gibt Mann 1A und 1B!“
„Wir haben das Glück, ein wunderbares Kind zu haben“, sagt Franzobel. „Nepomuk macht alles mit. Wir waren vor zwei Jahren ein Monat in Japan und fünf Wochen in Neuseeland und Australien mit vielen Städteaufenthalten. Es war nie ein Problem mit ihm. Er ist immer dabei, auch geistig, es interessiert ihn alles“, zeigt sich Franzobel von Sohn Nepomuk begeistert.

Ist Reisen das gemeinsame große Hobby? „Ich fahre ja nicht gerne weg, komme aber gerne wo an“, sagt Franzobel. „Ich hab’ auch Flugangst, rechne immer damit, dass es mein Ende ist.“ Maxi Blaha ist anders: „Ich checke alles vorher, lese Reiseführer und freue mich lange vor Reisebeginn schon darauf.“ Das ist auch bei Festen so: „Weihnachten beginnt bei uns schon lange vorher“, sagt Maxi Blaha. „Solche Feste mag ich aber auch sehr gern“, sagt Franzobel. „ Da haben wir alles vom großen Baum bis zu vielen Geschenken. Und ich mag, wie Maxi die Wohnung dekoriert. Und wir fahren dann auch immer zu meinen Eltern nach Pichlwang.“
Bei Premieren unterstützen einander die beiden gegenseitig: „Ich bin sehr froh, wenn mein Mann bei einer Premiere mit dabei ist.“

 
Bild: Weihbold

„Ich bin ein wichtiges Korrektiv für sie.“ Und umgekehrt? „Bei Theaterstücken ist Maxi ein tolles Korrektiv, weil sie sich als Schauspielerin in die Figuren gut hineinversetzen kann. Bei Prosa hab ich mein Schwiegermutter-Korrektiv!“

Keine Existenzängste

Gibt es bei zwei freiberuflich tätigen Künstlern manchmal Existenzängste? „Nein, überhaupt nicht!“, sagt Maxi. „Ich habe den Beruf Schauspielerin gewählt und weiß, dass man nirgendwo ewig bleiben kann.“ „Ich hab da schon manchmal Bedenken“, sagt Franzobel. „Aber es läuft bisher ja sehr fein bei uns.“
Wie sehen sich die beiden in zehn oder 20 Jahren? „Ich sehe uns nach wir vor als reisendes Paar. Reisen ist zwar eine Überwindung für mich, aber ich möchte die Eindrücke dabei nicht missen.“ Franzobel könnte sich auch vorstellen, „aufs Land in einen Bauernhof zu ziehen.“ Maxi Blaha aber nicht: „Nein. Mein Vater lebt in Australien, ich bin Halb-Australierin und kann mir vorstellen, einmal in Melbourne zu leben, wenn wir hoffentlich fit bleiben und genug Geld haben, denn sonst müssen wir eben in eine Therme auf Urlaub fahren... das mag er nämlich gar nicht!“ (lacht).

Wiese sagt Maxi Blaha selten Stefan, sondern meist „mein Mann“? „Weil ich nach der Hochzeit so unglaublich stolz war. Da habe ich allen gesagt: Schau, das ist mein Mann! Und dabei ist es eben geblieben.“ Auch mit dem Stolz auf ihn.

 
Bild: Weihbold

Hochzeit 2010     Fotos: privat

 

Biographien

Franz Stefan Griebl ist am 1. März 1967 in Vöcklabruck geboren, aufgewachsen in Pichlwang. Absolvierte die HTL für Maschinenbau in Vöcklabruck, 1986–94 Studium Germanistik und Geschichte, lebt in Wien. Seit 1989 als freier Schriftsteller tätig. Sein Künstlername sei eine Kombination aus dem Vornamen seines Vaters, Franz, und dem Geburtsnamen seiner Mutter, Zobl.

Bücher u. a. „Böselkraut und Ferdinand“, „Scala Santa oder Josefine Wurznbachers Höhepunk“,“ Lady Di oder Die Königin der Herzen“.

Theaterstücke u. a. für das Hausrucktheater „Hunt oder Der totale Februar“, „Z!pf oder die dunkle Seite des Mondes“, „Big Bang Löbinger“ (2009 UA im Theater Phönix). Libretto für die Oper „Fadinger“ von Ernst Ludwig Leitner (2015) im Musiktheater Linz. Und zuletzt Libretto (mit Rainer Mennicken) zur Oper „Terra Nova“ von Moritz Eggert im Linzer Musiktheater (Mai 2016).

 

Maxi Blaha, 1972 in Wien geboren, ist eine österreichisch-australische Schauspielerin und Sängerin.

Nach der Matura von 1992 bis 1995 Schauspielausbildung an der Wiener Schauspielschule Krauss, am Mozarteum Salzburg 1992 bis 2000 Unterricht in Körperbildung und Sprecherziehung, Gesangsausbildung bei u.a. Klaus Ofczarek und Althea Bridges.
1993 bis 1996 am Wiener Burgtheater, ab 1997u.a. Landestheater Coburg, Landestheater Memmingen, 2001 bis 2004 am Landestheater Linz.

Zahlreiche Rollen im Linzer Theater Phönix. Solo-Projekte wie u.a. „Feuerseele“ über Bertha von Suttner, „Es gibt mich nur im Spiegelbild“ über Bachmann und Jelinek (Gastspiel am 9.12. im Linzer Posthof).

 

 

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