Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Samstag, 24. Februar 2018, 19:06 Uhr

Linz: -1°C Ort wählen »
 
Samstag, 24. Februar 2018, 19:06 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Nachrufe

Werner Ponesch: Ein Leben für gute Musik

LINZ. Das Herz von Posthof-Manager Werner Ponesch (56) blieb gestern in den frühen Morgenstunden völlig unerwartet stehen. Ein schwerer Verlust für Linz und die Musikszene.

Werner Ponesch: Ein Leben für gute Musik

Ing. Werner Ponesch Bild: Posthof

Sein ganzes Leben war von Musik bestimmt, vor allem von Rockmusik, wobei es ihm immer mehr um Qualität und Originalität als um Hitparaden ging. Werner Ponesch gründete das Independent-Label „Ixthuluh“ und arbeitete mit Bands wie „Ton Steine Scherben“ und „Embryo“ zusammen.

1985 übernahm er die musikalische Leitung des damals noch jungen Posthofs, wobei er sich nicht hätte träumen lassen, dass daraus eine Langzeit-Aufgabe werden würde. In dieser Zeit wurde der Posthof von Teilen der heimischen Szene heftig angefeindet, weil einige Bands glaubten, es werde nicht genug für sie getan. Ponesch reagierte darauf, indem er der Szene ein Monatsbudget zur Verfügung stellte und sie einlud, ihr eigenes Programm zu gestalten. Das „Heimspiel“ war geboren, eine Aktion, die damals in Europa als einzigartig galt.

So oft sich die musikalischen Moden auch geändert haben –, Werner Ponesch hat sich nie von der Zeit überrollen lassen. Unermüdlich und mit der ihm eigenen Leidenschaft erforschte er, was sich in der Musikwelt tat. Klarerweise musste er Kassenfüller auftreten lassen, an denen sein Herz nicht immer hing. Gleichzeitig wahrte er die Balance und riskierte halbleere Säle für schwer zu verkaufende Künstler, wenn er von deren Qualität überzeugt war.

Zuletzt hat sich das Schicksal mit ihm einen tragischen Scherz erlaubt. Vor einer Woche, erzählt Kollegin Silvia Nagl, hat Werner Ponesch bei der Präsentation des neuen Programms ein T-Shirt mit der Aufschrift „too old to die young“ getragen und über sein fortgeschrittenes Alter geblödelt.

Er hinterlässt eine Lebenspartnerin und drei Kinder, denen nun die ganze Anteilnahme gilt. (ag)

Kommentare anzeigen »
Artikel 04. September 2010 - 00:04 Uhr
Mehr Nachrufe

Walter Mayer: Ein Kraftwerk der Ruhe ist nicht mehr

Man war beunruhigt, als Walter Mayer vor Jahren im Sommer mit bunter Haube auf dem Kopf seine Runden durch ...

Johann "Hansi" Haider: Ein Motor des Sports ist nicht mehr

Der Schock sitzt tief. Auch wenn auf Grund seiner schweren Krankheit nicht auszuschließen war, dass das ...

Eckhard Nothhaft: Ein Fleischer mit Handschlagqualität

Er war ein gerader ,Michl‘ mit Handschlagqualität und hatte trotz der vielen Arbeit immer ein offenes Ohr ...

Robert Eckerstorfer: Er war ein "Brückenbauer Gottes"

Als "Brückenbauer Gottes" kannte man den gebürtigen Arnreiter Priester und Franziskanermissionar Robert ...

Heinrich Schwarz: Bürgermeister der Wendezeit

Einer der letzten Gründerväter des neuen Steyr ist tot, und damit hört auch das beliebte ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!