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Werner Ponesch: Ein Leben für gute Musik

LINZ. Das Herz von Posthof-Manager Werner Ponesch (56) blieb gestern in den frühen Morgenstunden völlig unerwartet stehen. Ein schwerer Verlust für Linz und die Musikszene.

Werner Ponesch: Ein Leben für gute Musik

Ing. Werner Ponesch Bild: Posthof

Sein ganzes Leben war von Musik bestimmt, vor allem von Rockmusik, wobei es ihm immer mehr um Qualität und Originalität als um Hitparaden ging. Werner Ponesch gründete das Independent-Label „Ixthuluh“ und arbeitete mit Bands wie „Ton Steine Scherben“ und „Embryo“ zusammen.

1985 übernahm er die musikalische Leitung des damals noch jungen Posthofs, wobei er sich nicht hätte träumen lassen, dass daraus eine Langzeit-Aufgabe werden würde. In dieser Zeit wurde der Posthof von Teilen der heimischen Szene heftig angefeindet, weil einige Bands glaubten, es werde nicht genug für sie getan. Ponesch reagierte darauf, indem er der Szene ein Monatsbudget zur Verfügung stellte und sie einlud, ihr eigenes Programm zu gestalten. Das „Heimspiel“ war geboren, eine Aktion, die damals in Europa als einzigartig galt.

So oft sich die musikalischen Moden auch geändert haben –, Werner Ponesch hat sich nie von der Zeit überrollen lassen. Unermüdlich und mit der ihm eigenen Leidenschaft erforschte er, was sich in der Musikwelt tat. Klarerweise musste er Kassenfüller auftreten lassen, an denen sein Herz nicht immer hing. Gleichzeitig wahrte er die Balance und riskierte halbleere Säle für schwer zu verkaufende Künstler, wenn er von deren Qualität überzeugt war.

Zuletzt hat sich das Schicksal mit ihm einen tragischen Scherz erlaubt. Vor einer Woche, erzählt Kollegin Silvia Nagl, hat Werner Ponesch bei der Präsentation des neuen Programms ein T-Shirt mit der Aufschrift „too old to die young“ getragen und über sein fortgeschrittenes Alter geblödelt.

Er hinterlässt eine Lebenspartnerin und drei Kinder, denen nun die ganze Anteilnahme gilt. (ag)

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Artikel 04. September 2010 - 00:04 Uhr
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