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Johann Derntl (1926–2013) - Ein Mann des Aufbaus

Ein umsichtiger und geachteter Bürgermeister, ein fortschrittlich denkender Landwirt und ein Mensch, dem Familie und Kameradschaft wichtig waren – so bleibt der Altbürgermeister und Ehrenbürger der Marktgemeinde Naarn im Machland, Johann Derntl, vielen in Erinnerung.

Johann Derntl Bild: privat

"Er hat sich selbst viel abverlangt und war auch fordernd gegenüber seiner Familie und seinen Mitarbeitern", sagt Doris Derntl, eines seiner neun Kinder. Für den jetzigen Vizebürgermeister Martin Gaisberger (VP) war Derntl ein Politiker, "der weit vorausgedacht hat, wenn es um das Wohl und die Sicherheit der Menschen ging."

So habe Derntl bereits vor 30 Jahren erkannt, dass nur ein Damm das Machland dauerhaft vor den immer wiederkehrenden Hochwässern der Donau schützen könne: "Ökonomierat Derntl wird zu Recht als Vater des Machlanddamms in die Geschichte eingehen." Aufgewachsen ist der Verstorbene am Danhofer-Gut, einem Bauernhof nahe des Naarner Ortszentrums. 1944 wurde er in die Wehrmacht einberufen und im Krieg zwei Mal schwer verwundet. Ein Gefecht überlebte er mit viel Glück – deshalb feierte er für sich stets im Dezember seinen "zweiten Geburtstag". Kurz vor Kriegsende geriet Derntl in amerikanische Gefangenschaft. Erst über einige Umwege gelang ihm die Rückkehr in die Heimat. "Diese schlimmen Erfahrungen haben ihn geprägt. Er hat sich eine Portion Härte angeeignet, die er erst im höheren Alter ablegen konnte", sagt Doris Derntl.

Daheim in Naarn begann er, den elterlichen Bauernhof von Tierzucht auf Gemüsebau umzustellen. Politik, Feuerwehr und Kameradschaftsbund sind nur ein paar jener Bereiche, in denen er sich öffentlich engagierte. Selbst wenn Versammlungen und Sitzungen bis Mitternacht dauerten: Kurz nach vier Uhr morgens ging er wieder am Bauernhof an die Arbeit. Dieses Engagement wurde ihm mit der Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich vergolten.

Entspannen konnte sich Johann Derntl vor allem in der Natur. Er war leidenschaftlicher Jäger, fotografierte bei nahezu jeder Veranstaltung in seiner Heimat und pflegte seine Rosensträucher, erinnert sich Tochter Doris: "Die hat er selbst ausgesucht, gepflanzt und geschnitten. Er hat der Mama oft Rosen geschenkt." Nach seinem Rückzug aus den öffentlichen Ämtern und der Übergabe des Bauernhofs an seinen Sohn Reinhard fand Derntl öfter Zeit für ruhige Momente, die er gern im Kreis der Familie verbrachte. "Ihm war wichtig, dass auch nach seinem Rückzug alles klar geregelt ist, damit kein Streit aufkommt."

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Artikel Von Bernhard Leitner 03. Januar 2014 - 00:04 Uhr
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