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Hans Gsellmann: Abschied von einem Abenteurer und Mann der Berge

GMUNDEN/GRAZ. Hans Gsellmann war vieles: Fotograf, Buchautor, Skilehrer, Alpinist. Vor allem aber war der gebürtige Grazer ein Abenteurer. Bis nach Grönland führten ihn seine Expeditionen. Tausende Oberösterreicher haben seine Vorträge besucht. Gsellmann starb im 82. Lebensjahr.

Hans Gsellmann: Abschied von einem Abenteurer und Mann der Berge

Starb unerwartet im 82. Lebensjahr: Hans Gsellmann Bild: privat

Hans Gsellmann war bis zuletzt in seinen geliebten Bergen im Sommer und im Winter unterwegs und plante für Herbst eine Reise nach lsland. Durch seine langjährige Vortragstätigkeit hatte Gsellmann auch in Oberösterreich eine große Anhängerschaft. Das Stadttheater in Gmunden war bei seinen Lichtbildervorträgen meist ausverkauft. Oft war der Andrang so groß, dass er zwei Vorträge an einem Tag hielt. Gsellmann war aber nicht nur ein begnadeter Fotograf. Er hat einmal die Säulen seines Lebens aufgezählt: die schweren Klettertouren von einst, die Expeditionen in die Arktis und nach Kleinasien, die Kajak-Fahrten durch die kanadische Wildnis und zwischen den Eisbergen Grönlands, die Fotoreisen zu allen Kontinenten und die Vorträge im ln– und Ausland, die Skilehrertätigkeit, die Fotokurse in der Ramsau, das Bücherschreiben für den Verlag Styria.

Angefangen hat alles im Klettergarten Graz. Im Alter von 14 Jahren bestieg Gsellmann als Mitglied der AV-Jugend erstmals den Dachstein. Nach Hochschwab und Gesäuse folgten schließlich die schweren Klettertouren in den Dolomiten (Torre di Valgrande, Punta Civetta). Aufgrund seiner Klettererfolge wurde er 1957 zu einer Grönland-Expedition eingeladen. Später organisierte er selbst gewagte Expeditionen. So unternahm er allein eine dreimonatige Kajak-Tour entlang der Ostküste Grönlands. Ein besonderes Abenteuer war 1961 seine 4000-km-Alleinfahrt mit dem Kajak auf dem Mackenzie River in Kanada bis zum Eismeer. Gsellmann war nicht nur Extrembergsteiger, sondern wurde vor allem als Meisterfotograf und Buchautor im ln- und Ausland bekannt.

Mit seiner Leica unternahm er fast jedes Jahr Fotoreisen, die ihn von der Arktis bis Feuerland führten. Auf diesen Reisen begleitete ihn meist seine Gattin oder eines seiner drei Kinder. Zu Hause bearbeitete er die Fotos und zog dann mit seinem Wohnmobil in Österreich und Deutschland von Stadt zu Stadt, wobei er teilweise bis zu sieben Lichtbildervorträge in der Woche hielt. Auch als Buchautor war Gsellmann erfolgreich. Mit seinen Fotos verfasste er insgesamt zwölf Bücher, in denen er Länder und Menschen in Wort und Bild beschrieb.

Der „Skipapst“ Professor Stefan Kruckenhauser erkannte und förderte das Talent von Gsellmann als Fotograf und Skilehrer. Er holte ihn als Ausbildner in das Bundessportheim St. Christoph am Arlberg und setzte ihn als Demonstrator für die Wedeltechnik ein. Aufgrund seiner Empfehlung war Gsellmann acht Jahre lang als Chef der Skilehrerausbildung in der Türkei tätig. Obwohl Gsellmann durch seine weiten Reisen und Expeditionen viele Länder kennen lernte, blieb er seiner Heimat Steiermark immer eng verbunden.

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Artikel Ein Nachruf Heinz Ortner 22. August 2011 - 00:04 Uhr
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