Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Montag, 22. Jänner 2018, 17:08 Uhr

Linz: 0°C Ort wählen »
 
Montag, 22. Jänner 2018, 17:08 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Nachrufe

"Feiert auch ohne mich!"

Der Cowboyhut war sein Markenzeichen. Sogar in der Bürgermeistergalerie im Gemeindeamt von Bad Goisern ist Hermann Engleitner mit der für das Salzkammergut unüblichen Kopfbedeckung zu sehen.

"Feiert auch ohne mich!" Von Edmund Brandner

Hermann Engleitner (1923–2017) Bild: privat

Von 1970 bis 1983 war Eng-leitner das Ortsoberhaupt am Nordufer des Hallstättersees. Geprägt hat er die Gemeinde bis heute.

Engleitner war ein sozialdemokratisches Urgestein. Er war vor allem jemand, der Verantwortung übernahm. Bei seinem Arbeitgeber, dem Elektrodenwerk in Steeg, war er Betriebsratsobmann. Engleitner war im Ortsteil St. Agatha aber auch Schützenmeister, Feuerwehrkommandant und Gründer des Eisschützenvereins.

Als Bürgermeister verantwortete er in den Siebzigerjahren den Baubeginn des Goiserer Kanalsystems und die Gründung des Reinhalteverbandes. Kurz danach war der Hallstättersee einer der saubersten Seen Oberösterreichs.

"Hermann konnte extrem gut mit Menschen umgehen, er war sehr empathisch und gesellig", sagt Reinhard Winterauer, der nicht nur sein Schwiegersohn ist, sondern auch sein politischer Ziehsohn. Winterauer übernahm viele Ämter Engleitners, auch das Bürgermeisteramt, und brachte es danach noch bis zum SPÖ-Bundesgeschäftsführer.

Engleitner selbst verfolgte bis ins hohe Alter das Weltgeschehen. "Politik und Skifahren interessierten ihn am meisten", sagt sein Sohn Roland Engleitner.

Im Februar zog sich der Altbürgermeister bei einem Sturz einen Knochenbruch zu. Er ahnte, dass er sich davon nicht mehr erholen würde. Am 24. Februar gab er anlässlich seines 94. Geburtstags noch eine Runde beim Kirchenwirt aus. Dazu hinterlegte er Geld, verbunden mit dem Auftrag, man möge nächstes Jahr seinen 95. Geburtstag auch ohne ihn feiern. Seine größte Sorge war, sein Tod könnte seiner Familie den Fasching verleiden. "Ihr feiert, auch wenn ich sterbe", trug er seiner Enkeltochter auf.

Aber Hermann Engleitners Kraft reichte noch bis zur Fastenzeit. Gestern verstarb er friedlich im Kreise seiner Familie. Er hinterlässt seine trauernde Frau Helga, vier Kinder, elf Enkelkinder und sieben Urenkel.

Kommentare anzeigen »
Artikel Edmund Brandner 21. März 2017 - 00:04 Uhr
Mehr Nachrufe

Ernst Neudorfer: Er hat in vielen Herzen Denkmäler gesetzt

Alles war im Hause Neudorfer bereits für eine schöne, große Feier zum 90er gemeinsam mit der Eisernen ...

Ernst Schmidauer: Musiker, Mentor und Menschenfreund

Die Stadt Peuerbach hat mit Ernst Schmidauer einen besonders beliebten und sozial engagierten Menschen ...

Herbert Bauer: Buchkirchner Urgestein prägte das Vereins- und Gemeindeleben

Viele Spuren hinterlassen hat der Lebensmittel-Kaufmann Herbert Bauer in seiner Heimatgemeinde Buchkirchen.

Alois Götzendorfer: Esternberg trauert um seinen Amtsleiter

Er hatte wenige Tage zuvor seinen 60. Geburtstag gefeiert, als Alois Götzendorfer die Nachricht von der ...

Karl Gruber: Der Herrgottschnitzer ist daheim

Wenn vom Krippenbau und geschnitzten Heiligenfiguren die Rede ist, dann fällt in Oberösterreich ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!