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"Feiert auch ohne mich!"

Der Cowboyhut war sein Markenzeichen. Sogar in der Bürgermeistergalerie im Gemeindeamt von Bad Goisern ist Hermann Engleitner mit der für das Salzkammergut unüblichen Kopfbedeckung zu sehen.

"Feiert auch ohne mich!" Von Edmund Brandner

Hermann Engleitner (1923–2017) Bild: privat

Von 1970 bis 1983 war Eng-leitner das Ortsoberhaupt am Nordufer des Hallstättersees. Geprägt hat er die Gemeinde bis heute.

Engleitner war ein sozialdemokratisches Urgestein. Er war vor allem jemand, der Verantwortung übernahm. Bei seinem Arbeitgeber, dem Elektrodenwerk in Steeg, war er Betriebsratsobmann. Engleitner war im Ortsteil St. Agatha aber auch Schützenmeister, Feuerwehrkommandant und Gründer des Eisschützenvereins.

Als Bürgermeister verantwortete er in den Siebzigerjahren den Baubeginn des Goiserer Kanalsystems und die Gründung des Reinhalteverbandes. Kurz danach war der Hallstättersee einer der saubersten Seen Oberösterreichs.

"Hermann konnte extrem gut mit Menschen umgehen, er war sehr empathisch und gesellig", sagt Reinhard Winterauer, der nicht nur sein Schwiegersohn ist, sondern auch sein politischer Ziehsohn. Winterauer übernahm viele Ämter Engleitners, auch das Bürgermeisteramt, und brachte es danach noch bis zum SPÖ-Bundesgeschäftsführer.

Engleitner selbst verfolgte bis ins hohe Alter das Weltgeschehen. "Politik und Skifahren interessierten ihn am meisten", sagt sein Sohn Roland Engleitner.

Im Februar zog sich der Altbürgermeister bei einem Sturz einen Knochenbruch zu. Er ahnte, dass er sich davon nicht mehr erholen würde. Am 24. Februar gab er anlässlich seines 94. Geburtstags noch eine Runde beim Kirchenwirt aus. Dazu hinterlegte er Geld, verbunden mit dem Auftrag, man möge nächstes Jahr seinen 95. Geburtstag auch ohne ihn feiern. Seine größte Sorge war, sein Tod könnte seiner Familie den Fasching verleiden. "Ihr feiert, auch wenn ich sterbe", trug er seiner Enkeltochter auf.

Aber Hermann Engleitners Kraft reichte noch bis zur Fastenzeit. Gestern verstarb er friedlich im Kreise seiner Familie. Er hinterlässt seine trauernde Frau Helga, vier Kinder, elf Enkelkinder und sieben Urenkel.

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Artikel Edmund Brandner 21. März 2017 - 00:04 Uhr
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