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Nach S10-Bau sparen sich Frächter Maut für 200 Kilometer Autobahn

MÜHLVIERTEL. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Diese Erkenntnis könnte nach der Fertigstellung der S10 „Mühlviertler Schnellstraße“ das Mühlviertel einholen. Im gesamteuropäischen Verbund könnte die neue Autobahn zur Transitstrecke werden.

Zweifellos ist im Bezirk Freistadt eine Zukunft ohne S10 unvorstellbar. Die als Schnellstraße getarnte Autobahn wird den Freistädter Pendlern täglich viel Zeit sparen. Während sich die Zeitersparnis für die Pendler vorwiegend in vermehrter Freizeit auswirkt, bedeuten kürzere Wege für Speditionen bares Geld. Zusammen mit der geplanten Verlängerung der S10 in Tschechien wird eine Lücke im europäischen Verkehrsnetz geschlossen, die für Frächter durchaus interessant werden könnte.

Budweis-Freistadt-Linz

Während heute die Innkreisautobahn den Transitverkehr vom Norden aufnimmt, könnte sich ein Teil davon auf die S10 verlagern: Jeder Lkw der ab 2015 von Prag aus nicht mehr über Regensburg und Passau in den Süden fahren muss, sondern die neue Route über Budweis-Freistadt-Linz benutzen kann, erspart sich mehr als 200 Kilometer Fahrtstrecke und damit verbunden natürlich Maut. Spätestens 2016 soll die S10 bis zur Grenze in Wullowitz fertiggestellt sein. In dieser Zeit wird voraussichtlich auch auf tschechischer Seite eine leistungsfähige Straßenverbindung von Prag nach Wullowitz entstehen.

„S10 keine Transitstrecke“

Dass die Mühlviertler Schnellstraße die Innkreisautobahn als Transitstrecke ablösen wird, glaubt Oberösterreichs Straßenbaureferent Franz Hiesl (VP) nicht. „Wir haben in unsere Studien die Planungen der Tschechen einbezogen. Unsere Experten glauben nicht, dass es auf der S10 Transit im großen Stil geben wird“, sagt er auf „Land&Leute“-Anfrage.

Der Verkehr wird in den nächsten Jahren so oder so zunehmen: „Der Pkw-Verkehr steigt bis 2025 um 50 Prozent und der Lkw-Verkehr um 80 Prozent – mit oder ohne Schnellstraße“, sagt Hiesl. „Ohne begleitende Schritte in Linz wäre die S10 daher nicht leistungsfähig genug“, sagt Hiesl (Bericht unten).

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Artikel 18. November 2008 - 00:00 Uhr
Von Thomas Fellhofer und Barbara Eidenberger
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