Eine um 50 Prozent gestiegene Jugendarbeitslosigkeit, 445 Jugendliche ohne Job und nur sieben offene Lehrstellen für 40 Lehrstellensuchende. Diese Zahlen würden zeigen, dass sich auch in Perg die Wirtschaft immer mehr aus ihrer gesellschaftlichen Verantwortung für Ausbildung zurückziehe, prangert die Arbeiterkammer Oberösterreich an.
„Zahlen willkürlich vermengt“
Hier würden Zahlen willkürlich vermischt, um eine politische Aussage zu transportieren. Die Realität sehe völlig anders aus, widerspricht das AMS Perg. Lehrlingsexpertin Renate Raab: „Derzeit sind 51 Jugendliche im Bezirk auf der Suche nach einem Lehrplatz. Dem stehen 55 offene Lehrstellen gegenüber.“ Die Arbeiterkammer habe sofort verfügbare Stellen mit später verfügbaren Lehrplätzen vermengt.
Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit sei ebenfalls bei Weitem nicht so dramatisch zu sehen. „Da wurde beispielsweise die Engel-Stiftung, in der sich junge Mitarbeiter des Schwertberger Maschinenherstellers weiterqualifizieren, eingerechnet“, sagt Raab.
Im Vergleich mit den Vorjahren sei die Zahl jener Jugendlicher, die Ende August noch keinen Lehrplatz haben, konstant: 53 Perger Jugendliche waren im August 2008 auf Lehrplatzsuche, 2009 waren es 52 und heuer 51. Die Zahl der Anfang September noch nicht besetzten Lehrstellen ging zwar von 2008 (71) auf 2009 (44) zurück, stieg heuer aber wieder auf 55.
Im Unterschied zum übrigen Arbeitsmarkt seien die Lehrstellen von der Krise kaum betroffen gewesen. „Gerade die größeren Betriebe im Bezirk haben ihr Lehrstellenkontingent nicht gekürzt. Es waren eher kleinere Unternehmen, die dort und da keine Lehrstellen mehr angeboten haben“, sagt AMS-Mitarbeiterin Raab.
Viele Anfragen, aber keine einzige offene Lehrstelle gibt es für Bürojobs. Demgegenüber können Gastronomie, die Nahrungsmittelindustrie sowie das Tischlergewerbe ihre freien Stellen kaum nachbesetzen, weil die Jugendlichen um diese Branchen offenbar einen weiten Bogen machen.
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