Aus Personalabteilungen von Unternehmen, aber auch von Behörden seien ihm immer wieder Klagen zu Ohren gekommen, dass auch heutzutage Erwachsene sich sehr schwer tun, zu schreiben oder den Inhalt von Texten zu verstehen. Das Lesen von Hinweisschildern, Zeitungen und Formularen bereite den Betroffenen erhebliche Probleme in ihrem Lebensalltag. „Das sind beileibe nicht nur Migranten“, sagt Manfred Nirnberger.
Der Leiter der Volkshochschule Perg hat sich deshalb entschlossen, etwas gegen diese Defizite zu unternehmen. Gemeinsam mit erfahrenen Pädagogen hat Nirnberger in seinem Haus das Kurspaket „Basisbildung“ aufgenommen. Insgesamt vier Kurse befassen sich damit, Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen auf dem Papier und am Computer zu vermitteln.
Große Scheu bei BetroffenenKleine Gruppen und eine vertrauensvolle Atmosphäre sollen helfen, die Menschen aus ihrer Isolation zu locken, denn das Schwierigste sei, an diese Menschen überhaupt heranzukommen. „Da gibt es Scham und Resignation. Das zu überwinden, ist nicht einfach“, sagt Nirnberger. Oft würden aber Bekannte oder Familienangehörige die Rolle des „Eisbrechers“ übernehmen. Den Menschen zu helfen, Anschluss an unsere Wissensgesellschaft zu finden, helfe nicht nur den Betroffenen selbst, ist Nirnberger überzeugt: „Das ist auch ein gesellschaftspolitisch höchst sensibler Bereich. Gerade die sogenannten Modernisierungsverlierer sind anfällig für radikale politische Botschaften.“
Die VHS Perg konnte in den vergangenen Jahren trotz Wirtschaftskrise ihr Programm beständig ausweiten. „Bildung ist den Pergern wichtig. Das merken wir auch im Vergleich mit anderen Regionen“, sagt Nirnberger. Mehr als 500 Kurse wurden alleine im vergangenen Jahr abgehalten. Ausgebaut wurde vor allem das Angebot im Bereich Sprachen, Integration und Gesundheit. So gibt es heuer etwa maßgeschneiderte Sprachkurse und Bewegungstrainings für Kinder.
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