Tausende Besucher pilgern zu Pfingsten nach Hauzenberg zum bekannten Pfingst-Open-Air (POA). Wochenlang schwebte das Damoklesschwert der Absage über der zehnten Auflage des Festivals. Das bayrische Umweltministerium wollte das POA wegen „Lärmverschmutzung“ absagen. In Hauzenberger selbst sei allerdings das Rock-Spektakel zu einem Markenzeichen geworden. Als „seltenes Ereignis“ gaben alljährlich auch die Hauzenberger Stadtväter zum Pfingst-Open-Air ihren Segen. 3000 Hauzenberger unterschrieben für den Erhalt des Festivals.
Nun scheint es, als würde der Widerstand auch im Umweltministerium ernst genommen: „Es gibt brandaktuelle Informationen aus dem Umweltministerium, dass die Stadt Hauzenberg das POA genau so genehmigen darf wie in den vergangenen Jahren“, sagt Katharina Kasipovic-Rauecker von der Festivalleitung. „Jetzt müssen wir zwar noch die offiziellen Entscheidungen abwarten, aber wir sind guter Dinge, dass wir die Genehmigung noch diese Woche bekommen werden“, sagt sie.
Zur Diskussion stand das POA, weil sich eine Anrainerin wegen des Lärms beschwert hatte. „Diese Dame wohnt mittlerweile gar nicht mehr in Hauzenberg“, sagt Kasipovic-Rauecker.
Die Veranstalter mobilisierten alle Kräfte und sammelten Unterschriften für ein Protestschreiben. Bis 31. wollte man warten. Hätten die Veranstalter bis dahin kein grünes Licht gehabt, wäre das Pfingst-Open-Air 2010 gestorben.
Die historische Parallele wäre erschreckend. Das 1980 in Passau geborene Pfingst-Open-Air wurde nach der Veranstaltung von 1998 auf dem Thingplatz hoch über Passau nicht mehr genehmigt.
Wie kann es nur so weit kommen, dass eine einzige Nachbarin - die offenbar gar nicht mehr in der Nähe wohnt - ein derartiges Festival verbieten lassen kann (oder es zumindest versucht)?
Und warum trifft es immer Rockkonzerte und keine Volksfeste oder Blasmusikveranstaltungen? Die können für Anrainer sehr unangenehm sein.
In Hauzenberg kommt noch dazu, dass das Festival schon seit Jahren dort stattfindet - ist der Nachbarin der "Lärm" vorher nicht aufgefallen? Und wenn sie erst später dorthin gezogen ist, war das Festival zuerst da.
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