Sowohl die Art der Diskussion als auch die präsentierten Lösungsansätze zu anliegenden Problemen zeigten: Selten lagen die Parteien in Perg inhaltlich so eng beisammen wie heuer. Völlige Harmonie in der Bezirksstadt? Nicht ganz, wie etwa das Thema Hauptplatzgestaltung zeigte. Während VP-Bürgermeister Toni Froschauer das Grobkonzept für die Gestaltung des Platzes als „beschlossen“ bezeichnete, sah Gerhard Krückl noch viele offene Punkte: „In Wahrheit sind wir in der Diskussion – mit Ausnahme des Verkehrsflusses – in den letzten sechs Jahren kein bisschen weitergekommen.“ Er vermisse auch die Einbindung der Bevölkerung in dieser Frage. FP-Kandidat Pilz empfahl, sich den Hauptplatz in Linz-Kleinmünchen an der Dauphinestraße zum Vorbild zu nehmen: „Die Perger sollen sich auf ihrem Hauptplatz wohlfühlen. Das vermisse ich derzeit noch.“
Bei der Frage der Seniorenbetreuung steht der Umbau des Seniorenzentrums in ein Pflegeheim außer Streit. Froschauer spricht sich zudem für ein zweites betreubares Wohnen in der Stadt aus: „Hier gibt es eine beträchtliche Warteliste.“ Zudem seien mobile Dienste auszubauen. Gerhard Krückl hingegen fordert, eine Einrichtung zu schaffen, die zwischen betreubarem Wohnen und Pflegeheim liegt: „Wir haben dazu den Begriff Seniorenresidenz geprägt. Es soll mehr Betreuung bieten als im betreubaren Wohnen, ohne einen vollständigen Pflegebedarf vorauszusetzen.“ Die SP-Forderung nach einem Frauenhaus für Perg sieht FP-Chef Pilz skeptisch: „So ein Projekt muss den Betroffenen Anonymität garantieren können. Ich glaube nicht, dass dies in Perg möglich ist.“
Für den Bereich Wirtschaft kündigte Bürgermeister Froschauer den baldigen Abschluss zweier großer Bauvorhaben an: „Habau will ein zweites Fertigteilwerk errichten. Ein zweites Großprojekt steht auch kurz vor dem Abschluss.“
Recht ähnlich sind die Wahlziele der Parteien. „Wir wollen von zwei auf vier Mandate zulegen“, sieht Christian Pilz die Chance für eine Verdoppelung der FP-Mandate im Gemeinderat. „Stärker werden und den Bürgermeister stellen“, ist laut Toni Froschauer das Ziel der Volkspartei. Für SP-Spitzenkandidat Krückl ist klar: „Wir wollen die absolute VP-Mehrheit brechen. Wenn wir dabei selbst ein Mandat zulegen können, wäre das umso besser.“
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