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Weltraumtechnik aus dem Mühlviertel

FREISTADT. Freistädter Unternehmen fertigte Hochleistungs-Teleskop für die Universität Belgrad.

Weltraumtechnik aus dem Mühlviertel

Egon Döberl mit dem in Freistadt entwickelten Weltraumteleskop Bild: polzer

Einen prestigeträchtigen Auftrag, der in der High-Tech-Branche hohe Wellen schlug, konnte das in Freistadt ansässige Unternehmen ASA-Astrosysteme GmbH an Land ziehen: Die Universität Belgrad bestellte nach einer internationalen Ausschreibung bei dem Mühlviertler Spezialisten ein Weltraumteleskop, das weltweit das erste seiner Bauart ist. Nicht nur die 1,4 Meter Hauptspiegeldurchmesser sind speziell. Zudem ist das mit modernster Elektronik ausgestattete Teleskop nicht aus Stahl, sondern wie in der Luftfahrt in CNC-Technik angefertigt. So wiegt das Teleskop nur sieben statt 25 Tonnen.

Alles vor Ort produziert

"Ganz besonders stolz sind wir darauf, dass wir von der Halterungstechnik über die Optik bis hin zur Computer-Fernsteuerung alles vor Ort produziert haben, es wurde nichts zugekauft", verweist Firmeninhaber Egon Döberl auf das Know-how seiner 22 Mitarbeiter. Vor der Auslieferung wurde das Teleskop in Freistadt in zwei Teile zerlegt, dann mit einem Tieflader zu seinem Standort 200 Kilometer südlich von Belgrad gebracht und dort drei Tage später an nur einem Tag errichtet. "So etwas dauert normalerweise Wochen bis Monate, wir haben ganz neue technische Standards entwickelt", sagt Döberl. Für die Kompetenz des Unternehmens spricht auch, dass sich Vertreter der Universität Belgrad mit Experten nach Freistadt aufmachten, um das Teleskop hier unter dem Mühlviertler Sternenhimmel zu begutachten – und danach restlos davon begeistert waren.

Für die ASA-Astrosysteme dürfte sich die jahrelange Experimentierphase nun bezahlt machen. "Mit diesem Auftrag haben wir den Durchbruch geschafft", sagt Döberl im OÖN-Gespräch. Internationales Interesse, eine Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Wien und ein Auftrag für ein Teleskop für den aus Ried im Innkreis stammenden Quantenphysiker Anton Zeilinger würden dies bezeugen. Man sei nun bei internationalen Ausschreibungen tadellos aufgestellt, manche Produkte von ASA wären konkurrenzlos und die ausschließliche Fabrikation am Standort Freistadt ohne Zukäufe ermögliche eine Preisgestaltung, die nicht nur Freunde macht.

Egon Döberl ist begeisterter Hobby-Astronom. Bereits vor Jahren errichtete er in Sandl ein Teleskop, das er der Universität Bern drei Monate für die Erkundung von Weltraummüll zur Verfügung stellte. Mit seiner Firma geht nun ein Jugendtraum in Erfüllung.

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Artikel Michael Polzer 03. Mai 2016 - 00:04 Uhr
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