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Start für Oberösterreichs erste Erlebnisbrauerei

FREISTADT. In der Bier-Akademie weiht die Braucommune ab sofort Bierliebhaber in die Kunst des Brauens ein.

Start für Oberösterreichs erste Erlebnisbrauerei

OÖN-Redakteurin Karin Wansch war einen Tag live dabei in der neuen Seminarbrauerei. Ihre Reportage lesen Sie nächste Woche im OÖN-Magazin. Bild: VOLKER WEIHBOLD

An der Biererzeugung haben die Freistädter seit jeher teil: Wenn in den Sudkesseln der Brauerei die Maische brodelt, legt sich ein intensiver Malzduft über die Stadt. Was hinter den historischen Mauern geschieht, können Bierliebhaber ab sofort aus nächster Nähe erfahren: Seit Mai bietet die Braucommune als erste Erlebnisbrauerei in Oberösterreich einen Einblick in das Handwerk, besser gesagt: in die Kunst des Bierbrauens. In der "Bier-Akademie" lernt man in einer Kleingruppe mit acht bis zehn Personen einen Tag lang Schritt für Schritt, wie aus Wasser, Hopfen, Malz und Hefe Bier entsteht. Das Ergebnis, 40 Liter Bier, Marke Eigenbräu, ist nach sechs Wochen Lagerung fertig.

Den "Mythos Bier" erleben

Mit dieser Erlebnisbrauerei setzt die Braucommune konsequent ihre Entwicklung und Modernisierung fort, die durch die grenzüberschreitende Landesausstellung kräftig ins Rollen kam. 2006 erhielt sie den Zuschlag, heute steht der denkmalgeschützte Betrieb rundum erneuert da. Rund 13 Millionen Euro wurden investiert, die Jahresproduktion auf 70.000 Hektoliter gesteigert und mit dem Brauhaus eine Gastronomie aufgebaut.

Mit dem neuen Vermittlungsprogramm will man den Besuchern einen historischen Betrieb am Puls der Zeit präsentieren und gleichzeitig den "Mythos Bier" näherbringen, sagt Geschäftsführer Ewald Pöschko. 30.000 bis 40.000 Besucher jährlich sind das mittelfristige Ziel, vor der Landesausstellung waren es 5000 bis 6000.

Wer nicht einen ganzen – arbeitsintensiven – Tag lang am Sudkessel rühren will, für den gibt es auch "Light"-Varianten: Führungen, Verkostungen oder ein Bier-Degustationsmenü. Wer es hingegen ganz genau wissen will, der kann sich in einem sechstägigen Lehrgang zum Biersommelier ausbilden lassen. Die Brauerei geht mit gutem Beispiel voran: 14 von 85 Mitarbeitern haben den Kurs bereits absolviert.

Für Gastronomie-Mitarbeiter wiederum wird ein eigenes Modul zum Thema Schankanlagentechnik, Hygiene, Gläserpflege und Bierzapfen angeboten.

Inspiration für andere Betriebe

Hervorgegangen ist die Bier-Akademie aus dem 2012 gestarteten EU-Projekt "BierWeltRegion - Niederbayern - Mühlviertel - Südböhmen", einer Zusammenarbeit des Tourismusverbands Mühlviertler Kernland, der Stadtgemeinde, der WKO, dem Regionalmanagement, dem BFI und der Wirte-Kooperation "Mühlviertler Wirtshauskultur". Von der gemeinsamen Qualitätsoffensive lassen sich auch andere Betriebe inspirieren und entdecken das Bier für sich: Bäckermeister Robert Tauber aus Wartberg/Aist hat beispielsweise ein Brot mit Biertrebern aus dem ersten Sud der Schaubrauerei kreiert, die Fleischerei Hintersteininger aus Tragwein einen Hopfenspeck. Eine Entwicklung, die der Tourismusverband vorantreiben will: "Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt", sagt Geschäftsführer Karl Steinbeiß.

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Artikel Karin Wansch 28. Mai 2014 - 00:04 Uhr
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