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"Sein Recht einzufordern zahlt sich aus, viele fürchten aber um den Arbeitsplatz"

BEZIRK ROHRBACH. Aus verschiedenen Gründen erwirkte die AK Rohrbach im Vorjahr 1,5 Millionen Euro.

"Sein Recht einzufordern zahlt sich aus, viele fürchten aber um den Arbeitsplatz"

Vor allem ältere Arbeitnehmer haben es am Arbeitsmarkt zunehmend schwer. Bild: Wodicka

Fristwidrige Kündigungen, vorenthaltene Zahlungen oder falsche Entlohnung – die Gründe, warum die Arbeiterkammer für ihre Mitglieder vor Gericht zieht, sind vielfältig. Im vergangenen Jahr erwirkte die AK Rohrbach aus verschiedenen Gründen knapp 1,5 Millionen Euro für ihre Mitglieder. Die "dreistesten" Fälle hat AK-Bezirksgeschäftsführer Manfred Riepl zusammengefasst: "Oft werden bewusst, aber auch unbewusst Mitarbeiter vor Fristablauf gekündigt und bei der Krankenkasse abgemeldet. Damit werden die Beschäftigten um große Beträge gebracht, die ihnen bis zum Zeitpunkt einer ordentlichen Beendigung des Dienstverhältnisses zustehen würden." Im ersten Fall, von dem Riepl berichtet, rechnete der frühere Arbeitgeber auch noch das offene Zeitguthaben in das Ende des Dienstverhältnisses ein. "Das war nicht vereinbart und der betroffenen Mitarbeiterin stand auch noch die Auszahlung des Zeitguthabens zu. Unterm Strich kamen fast 1000 Euro heraus." In einem anderen Fall schickte ein Unternehmer eine Mitarbeiterin nach nur wenigen Monaten Dienstzeit von einem Tag auf den anderen einfach heim und teilte ihr mit, dass er sie nach Verbrauch von Urlaub und Zeitausgleich bei der Krankenkasse abmelde. "Das war doppelt rechtswidrig: Denn die Frau stimmte der Urlaubsvereinbarung nicht zu und hätte außerdem erst mit Quartalsende gekündigt werden dürfen. In diesem Fall fast drei Monate später", erklärt der AK-Chef. Nach Intervention durch die Kammer bekam die Rohrbacherin fast 4000 Euro zugesprochen.

Pflegegeld erstritten

Weil einer älteren Frau die Erhöhung des Pflegegeldes von Stufe zwei auf drei verweigert worden war, wendete sich die Tochter an die AK Rohrbach. Nach Intervention wurde die Dame in Pflegegeldstufe fünf eingestuft. Weil sie allerdings in der Zwischenzeit verstorben war, bekam die Tochter rückwirkend mehr als 5000 Euro ausbezahlt.

Ältere haben es schwerer

In Summe bereiten der AK vor allem Arbeitnehmer über 50 Jahre Sorgen. Grund dafür seien der gestiegene psychische Druck und die zunehmende Angst um den eigenen Arbeitsplatz. "Für viele Chefs sind ältere Arbeitnehmer unattraktiv und es folgt ein unwürdiger Weg zwischen Arbeitslosigkeit, Mindestsicherung und Krankenständen bis hin zur Pensionierung", sagt Franz Molterer, der stellvertretende Direktor der AK. Wegen der zunehmenden Unzufriedenheit der Arbeitnehmer liegt der Arbeitsklima-Index auf einem historischen Tiefstand. Nur mehr 57 Prozent der Österreicher glauben an eine positive wirtschaftliche Zukunft.

Telefonische Beratung

4485 AK-Mitglieder wandten sich mit arbeits- und sozialrechtlichen Fragen im Vorjahr an die Arbeiterkammer. Der Großteil telefonisch. Die AK Rohrbach ist unter 050 / 6906 4912 oder rohrbach@akooe.at erreichbar.

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Artikel 01. März 2016 - 00:04 Uhr
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