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Sein Bariton erklingt seit 60 Jahren

WEITERSFELDEN. Beim Pfingstfest 1955 sang Johann Ruhaltinger erstmals im Kirchenchor in Weitersfelden.

Sein Bariton erklingt seit 60 Jahren

Die Ehrenurkunde der Gemeinde, die Johann Ruhaltinger für seine Treue zum Kirchenchor bekam, hält der 77-jährige Weitersfeldener in Ehren. Bild: Polzer

In einem Chor gesungen hat Johann Ruhaltinger aus Weitersfelden schon in früher Kindheit. "Da war zuerst natürlich der Chor in der Volksschule, mit dem wir zu Wettbewerben nach Freistadt gefahren sind, danach war ich im Marianum in Freistadt im Knabenchor. Dort ging es dann von den Volksliedern sehr in Richtung Kirchenmusik", erzählt der begeisterte Sänger.

Sein stimmliches Talent wurde von seinem Volksschullehrer Franz Primetshofer entdeckt und gefördert. Primetshofer war auch Chorleiter, als der damals 16-Jährige zu Pfingsten 1955 das erste Mal im Kirchenchor Weitersfelden sang. Seither versäumte er kaum eine Probe oder einen gesanglichen Einsatz. Mehr als 3000 Chor-Auftritte hat er mit dem Weitersfeldener Kirchenchor absolviert. Heuer geht Ruhaltinger zu Pfingsten mit seinem vierten Chorleiter bereits ins 62. Jahr, möchte aber langsam leiser treten.

Seinen gesanglichen Feinschliff erhielt Ruhaltinger an der Lehrerbildungsanstalt. "Dort haben wir eine richtige Stimmausbildung erhalten. Die wussten, wie man einen Rohdiamanten schleift." Und seine Stimme wurde geschliffen: Der Bass-Bariton-Sänger sollte später zahlreiche Solos singen und das "Ave Maria" bei Hochzeiten unzählige Male zum Besten geben. Die Ausbildung zum Lehrer musste Ruhaltinger abbrechen, er wurde zunächst Mitarbeiter in der Weitersfeldener Amtsstube und 1975 dann Amtsleiter in Liebenau. Als solcher ging er schließlich in Pension. Wohnhaft blieb er aber mit seiner Frau und den zwei Töchtern immer in Weitersfelden.

Dass er das Musizieren mit Geige und Klavier, das er in der Schulzeit lernte, später nicht mehr praktizierte, bedauert Ruhaltinger: "Es blieb einfach keine Zeit. Ich war ja neben dem Chor auch noch bei Faustball, Fußball, Handball und Tennis aktiv, sowohl als Sportler als auch als Funktionär. Dazu die wöchentlichen Chorproben."

Auf die Frage, ob ihm in den über 60 Jahren im Kirchenchor etwas besonders in Erinnerung geblieben ist, muss Ruhaltinger zunächst nachdenken: "Da war so viel. Die Messen in Stiftskirchen in ganz Österreich, aber ja, interessanterweise ist mir eine Osterfeier bei uns in Weitersfelden besonders in Erinnerung. Da haben wir zur Orgel-Solomesse von Mozart gesungen. Das war besonders schön." 

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Artikel (polzer) 26. Februar 2016 - 01:04 Uhr
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