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Forscher deckten auf: Markt ist viel älter als bisher gedacht

MAUTHAUSEN. Heimatbuch über Maut und Markt liefert viele neue Erkenntnisse.

Forscher deckten auf: Markt ist viel älter als bisher gedacht

Willibald Katzinger, Johann Panhofer und Josef Stummer Bild: Frühwirth

700 Jahre Markt Mauthausen – dieses Jubiläum, das laut bisherigem Wissensstand im Jahr 2035 angestanden wäre, haben die Mauthausener verpasst. Denn wie nun bekannt wurde, verfügte der Ort an der Donau bereits im Jahr 1280 über einen Marktplatz und damit über ein entsprechendes Privileg. „Macht nichts – feiern wir eben im Jahr 2030 gleich unser 750-Jahr-Jubiläum als Markt“, sagt Bürgermeister Thomas Punkenhofer.

28 Archive durchstöbert

Aufgedeckt haben diesen Altersschub Willibald Katzinger, Johann Panhofer, Josef Stummer und der Fotograf Otto Eysn. Katzinger – ehemaliger Direktor des Linzer Stadtmuseums Nordico – hat mit seinen Mitstreitern des Heimat- und Museumsvereins ein Buch zur Geschichte Mauthausens im Mittelalter verfasst. Angedacht war ursprünglich ein historischer Aufsatz. Doch je mehr Archive und Bibliotheken Stummer und Panhofer in Katzingers Auftrag durchstöberten – insgesamt waren es 28 im In- und Ausland –, desto mehr unentdeckte Details brachten sie zum Vorschein: etwa den ersten namentlich erwähnten Pfarrer von Mauthausen, auf den man im bayrischen Staatsarchiv in München stieß. Er nannte sich Wernhart und amtierte im Jahr 1360. Mehr als die Hälfte des Buches befasst sich mit völlig neuen Erkenntnissen, die der bisherigen Lehrmeinung widersprechen oder andere Jahreszahlen anführen. „Deshalb war es für uns umso wichtiger, die Quellen exakt zu zitieren. Wir haben alle Vollzitate am Buchende zusammengefasst“, sagen Panhofer und Stummer.

Gegen Kreuzfahrer aufgemuckt

So etwa auch jene Passagen, die die dramatischen Ereignisse im Mai 1189 schildern. Damals wurde die Siedlung beim Mauthaus auf Befehl von Kaiser Friedrich Barbarossa niedergebrannt, weil es die Bewohner gewagt hatten, Zoll von den Kreuzfahrern zu fordern. Die Frage, welcher Teufel denn die Mauthausener Bürger geritten habe, dass sie es wagten, gegen ein hochgerüstetes Kreuzfahrer-Heer aufzumucken, stand am Beginn der Forschungen.

Diese Frage wird anhand von Handschriften aus dem 13. Jahrhundert beantwortet: Mauthausen hatte damals während der internationalen „Ennser Messen“ das Recht, eine „Fürfahrt“ von jenen Donauschiffen zu verlangen, die ihre Waren nicht für die Messen zur Verfügung stellten. Und von diesem Recht machten die Mauthausener eben auch bei Barbarossas Streitmacht Gebrauch.

Das Buch „Mauthausen. Markt und Maut im Mittelalter“ ist ab 8. August zum Preis von 29,50 Euro im Fachhandel erhältlich. Präsentiert wird es am 7. August (20 Uhr) im Rahmen der „Kultur-Genusstage“ im Donausaal.

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Artikel 17. Juli 2013 - 00:04 Uhr
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