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Es gibt noch Hoffnung für den Mautturm

ST. NIKOLA. Noch vor einer Woche schien das Schicksal des Mautturms von Sarmingstein besiegelt: Die Gemeinde St. Nikola informierte in einem Schreiben das Bundesdenkmalamt, dass ein Abtragen des Turms aus Sicherheitsgründen in die Wege geleitet werde.

Es gibt noch Hoffnung für den Mautturm

Auf einer Wandzeitung an seinem Haus in Grein listet Karl Hohensinner Argumente für den bestmöglichen Erhalt des Sarmingsteiner Mautturms auf. Bild: lebe

Jetzt sagt Bürgermeister Nikolaus Prinz (VP) im Gespräch mit den OÖNachrichten: „Wir versuchen zunächst einmal, den Turm kurzfristig so zu sichern, dass von ihm keine Gefahr mehr für die Anrainer und Straßenbenützer ausgeht.“ Erst dann soll geklärt werden, ob eine Sanierung machbar oder doch ein kontrolliertes Abtragen unausweichlich ist.

Bundesstraße bleibt gesperrt

Es habe sich herausgestellt, dass sehr wohl eine Versicherung für den Turm existiert. Ob die im gegenständlichen Fall wirksam wird, sei allerdings noch unklar. Weiters gibt es heute ein Gespräch mit der Kulturabteilung des Landes Oberösterreich zur Zukunft des Rundturms. Die Gemeinde St. Nikola ist finanziell nicht in der Lage, für die Kosten der Sanierung aufzukommen. Deshalb sollen andere finanzielle Trägerschaften geprüft werden. Für Prinz steht fest: „Wenn es machbar ist, soll der Turm als ein Wahrzeichen Sarmingsteins auch künftig von der Bundesstraße und der Donau aus sichtbar bleiben.“ Eine Entscheidung, die auch von Bezirkshauptmann Werner Kreisl mitgetragen wird: „Die Sicherheit von Menschen muss an oberster Stelle stehen.“ Er könne aber nicht vertreten, die Bundesstraße länger als unbedingt nötig sperren zu lassen. Derzeit ist die B3 wegen des Turms noch zwischen Sarmingstein und der Landesgrenze zu Niederösterreich gesperrt.

Protest gegen Abriss

Dass der Turm noch steht, ist vor allem dem Einsatz des Greiner Historikers Karl Hohensinner zu verdanken. In Briefen an mehrere Bundesminister, das Bundesdenkmalamt sowie Bundespräsident Fischer ergriff er für den Turm Partei. Gestern brachte er auf seinem Haus am Greiner Stadtplatz eine Wandzeitung an, in der er die geschichtliche Bedeutung des Mautturms für die Region zusammenfasst: „Als Historiker muss ich da einfach meine Stimme erheben. So wie der Turm Eingang in viele Geschichtsbücher gefunden hat, so werde ich auch einen allfälligen Abriss dokumentieren. Die Nachwelt möge sich dann ihr Urteil bilden.“

Und was sagen die unmittelbar Betroffenen? Markus Pöcksteiner wohnt direkt unterhalb des Mautturms. Nachdem sich vor zwei Wochen mehrere Gesteinsbrocken abzulösen begannen, wurde ein Teil seines Hauses behördlich für die Nutzung gesperrt. Er sagt: „Der Turm ist Teil unserer Identität – sowohl unseres Ortes als auch unserer Familie. Ich wäre noch vor einem Monat nie auf die Idee gekommen, zu sagen: Der Turm muss weg! Aber ich wüsste nicht, was man in der jetzigen Situation anders machen soll, als ihn kontrolliert abzutragen. Auch wenn mir das im Herzen weh tut.“

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Artikel Bernhard Leitner 11. Juni 2013 - 00:04 Uhr
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