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Ein virtuos-herrliches musikalisches Erlebnis in Freistadt

FREISTADT. Junge Philharmonie Freistadt feierte mit einem grandiosen Jubiläumskonzert in der Messehalle seinen 30. Geburtstag

Hermann Haider, Dirigent David Pennetzdorfer, Sarah Fleischanderl Bild: Pramhofer

„Unser Alter bedeutet, dass wir Tradition aufrecht erhalten und mit klassischer Musik jungen Talenten Chancen geben“, umriss Prof. Friedrich Hofer, Obmann des Vereins zur Förderung der Jungen Philharmonie, noch vor Konzertbeginn das Leitbild für „sein“ Orchester. Wenn sich Jahreszahlen runden, lohnt ein Blick zurück in die Entwicklung des Orchesters, das 1987 als Kammerorchester begann. Dabei sind Persönlichkeiten untrennbar mit dem Orchester verbunden: Helge Fosen als erster Obmann des Vereins, Prof. Albert Fischer von der Bruckner-Uni Linz, Leopold Schätz sowie Gründungsvater und noch-immer-künstlerischer Leiter Konsulent Hermann Haider. Ihnen dankte Friedrich Hofer im Besonderen.

Mit dem Jubiläumskonzert setzte das Orchester wieder einmal einen deutlichen Akzent im Freistädter Kulturleben. Dafür wählte man erstmals die Messehalle als Veranstaltungsort – wegen der Akkustik eher mit gemischten Gefühlen. Aber sie hat den philharmonischen Test bestanden. Mit Dirigent David Pennetzdorfer und Cellosolist Sebastian Bru (beide Wiener Philharmoniker) schwebte auch ein Hauch Wiener Philharmonischer Klangkultur in der Messehalle mit. Sie zeigten der Jugend, wohin ihr musikalischer Weg führen könnte.

Das Programm war geprägt von der klassisch-romantischen Periode des 19. Jahrhunderts mit der Betonung des gefühlvollen – und fürs Publikum genussvollen – Ausdrucks und stellte beachtliche Herausforderungen an das Orchester, in dem die elfjährige Sarah Fleischanderl unbekümmert mithielt. Pennetzdorfers Dirigat wirkte in ungekünstelter Herzlichkeit bescheiden, ermöglichte aber die vollkommene Entfaltung des Orchesters.

Vorerst begeisterte Antonin Dvoraks „Violoncellokonzert in h-moll“ die 450 Zuhörer. Gefühlvoll wurde das Charakterische der drei Sätze umgesetzt, wobei Cellosolist Sebastian Bru mit Hingabe und Leidenschaft im Dialog mit dem Orchester verschmolz sowie Thomas Pertlwieser mit einem erfrischenden Hornsolo hervortrat. Ein imposantes Finale entließ das Publikum beeindruckt in die Pause.

Peter Illjitsch Tschaikowsky, einem Zeitgenossen Dvoraks, war mit Auszügen aus dem Ballett „Schwanensee“ der zweite Teil gewidmet. Die neun Auszüge waren abwechslungsreich gewählt, führten musikalisch nach Ungarn, Spanien und Italien. Besonders bildhaft vorgetragen der Tanz der Schwäne mit außergewöhlichem Hörgenuss durch die Solis von Albert Fischer (Violine), Sebastian Bru (Cello), Martina Rifessa (Harfe), Karin Lassnig (Flöte) und Konrad Hametner (Trompete). Auch hier ein grandioses Finale. Mit Rossinis Ouvertüre zu Wilhelm Tell als Zugabe verabschiedeten sich die Junge Philharmonie und noch einmal Sebastian Bru mit einem Solo. Der begeisterte Applaus mit „Standing Ovations“ war sichtlich Auftrag an Lehrer und Schüler der LMS sowie an den Vereinsvorstand: Tragt das Feuer in die nächsten Jahrzehnte weiter!

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Artikel Karlheinz Sandner 08. Juli 2017 - 00:04 Uhr
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