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Bürgermeister zum Fusionsprozess: "Lasst uns einmal in Ruhe arbeiten"

SANKT STEFAN. FP-Landtagsabgeordnete Ulrike Wall kritisiert Stillstand - Bürgermeister kontert

Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden verständigten sich schon im heurigen Frühjahr gemeinsam mit Landeshauptmann Thomas Stelzer auf den nun eingeschlagenen Weg. (Land OÖ) Bild: (Land OÖ)

Genervt reagiert St.?Stefans Bürgermeister Alfred Mayr (VP) auf die neuerliche Anschuldigung seitens der FP-Abgeordneten Ulrike Wall, man solle doch endlich in Sachen Fusion Nägel mit Köpfen machen: „Wir arbeiten daran und brauchen nicht ständig jemanden, der uns ausrichtet, wie wir unsere Arbeit machen sollen“, sagt er. „Nach jahrelangem Zuwarten in der Hoffnung, die Dinge würden sich von selber regeln, wird es Zeit in die Gänge zu kommen“, appelliert FP-Landtagsabgeordnete Ulrike Wall an die Bürgermeister von Afiesl, Ahorn, Helfenberg und St. Stefan in einer neuerlichen Aussendung. Sie schreibt: „Wie es aussieht, steht und fällt eine Vierer-Fusion mit St.?Stefan“, da der dortige Bürgermeister der einzige der vier Amtskollegen sei, der auch nach einer Fusion noch kandidieren will. „Ich bin nach wie vor überzeugt, dass nach dem Verlust von Schönegg mitsamt 120 Arbeitsplätzen an den Bezirk Urfahr eine Vierer-Fusion von Helfenberg, Ahorn, Afiesl und St. Stefan die beste Lösung wäre, um strukturelle Nachteile auszugleichen und die Region voranzubringen. Zudem würde dadurch der Bevölkerung von Afiesl eine mögliche Teilung erspart bleiben“, sagt die Ahorner FP-Abgeordnete.

„Wir arbeiten daran“

Alfred Mayr versteht die „künstliche Aufregung“ nicht: „Wir arbeiten doch daran, und das soll uns Frau Wall bitteschön in Ruhe machen lassen. Ständig richtet sie uns Bürgermeistern aus, was wir tun oder lassen sollen. Dabei sitzt doch sie im Landtag und könnte dafür einstehen, dass wir bei unseren Vorhaben noch besser unterstützt werden“, ist der Steffinger Bürgermeister verärgert und geht in die Offensive: Die FPÖ möge ihrerseits vernünftige Lösungsvorschläge aufzeigen und nicht ständig auf die Vierer-Fusion der Gemeinden pochen. Diese stehe nicht zuletzt wegen des Fehlens eines Bürgermeister-Kandidaten derzeit nicht im Raum. Mayr selbst hat schon mehrmals versichert, nicht als Bürgermeister einer Großgemeinde zur Verfügung zu stehen. Wenn überhaupt, entscheide das der Wähler, nicht er, und schon gar nicht Frau Wall. „Wir sind nicht gegen innovative Lösungen und sind auch sehr gesprächsbereit, um die Fusionierungen gut unter Dach und Fach zu bringen. Aber nur hinzupecken und nicht wirklich zukunftsfähige Lösungsvorschläge zu bringen, ist ein unwürdiges Verhalten für eine Landespolitikerin“, kritisiert er.

Fusionswille besteht

Am Fusionswillen von St. Stefan mit Afiesl – beziehungsweise Teilen davon – sowie den Zusammenschluss von Helfenberg und Ahorn halte man fest. Unterstützung bekommen die Gemeinden dabei von der erfahrenen Prozessbegleiterin Gerlinde Stöbich, die sich schon als Begleiterin der Prozesse in Rohrbach und Berg sowie Aigen und Schlägl einen Namen gemacht hat. Alle Beteiligten wissen, wie heikel ein Fusionsprozess ist. Da seien Querschüsse aus anderen Fraktionen wenig hilfreich, weil ohnehin jedes Wort auf die Goldwaage gelegt würde.

„Amtsstuben bündeln“

Sollte es letztendlich „nur“ zu Fusionen zwischen Helfenberg und Ahorn, beziehungsweise Afiesl und St. Stefan kommen, spricht sich Wall zumindest „für eine gemeinsame Verwaltung aller vier Gemeinden aus. Wenn schon die politischen Vertreter in Kirchtürmen denken, müssen in Anbetracht der großen verwaltungstechnischen Herausforderungen zumindest die Kräfte in den Amtsstuben gebündelt werden“. 

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Artikel (fell) 14. November 2017 - 16:55 Uhr
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