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"2015 war alles andere als normal"

ROHRBACH. Der Flüchtlingsstrom durch den Bezirk beschäftigte und forderte 2015 das Rote Kreuz

"2015 war alles andere als normal"

Seit wenigen Tagen ist das Team des Notarzt-Stützpunktes Rohrbach mit einem modernen VW Amarok unterwegs zu Notfällen. (Fellhofer) Bild:

Die Jahresbilanz des Roten Kreuzes bietet im Normalfall keine extremen Ausreißer. Nicht so 2015: "Das war alles andere als ein normales Jahr", berichteten Bezirks-Geschäftsführer Johannes Raab und Bezirksstellen-Leiterin Wilbirg Mitterlehner. Der Grund war die enorme Flüchtlingsbewegung, die im letzten Jahresdrittel die Rohrbacher Retter forderte und beschäftigte. Doch abseits davon war auch der "normale" Dienstbetrieb zu stemmen.

Flüchtlings-Bilanz

Mit 14. September wurde die theoretische – und in der Vergangenheit oft gestellte – Frage, ob denn eine Bereithaltung von Materialien im Katastrophen-Hilfsdienst in diesem Ausmaß notwendig ist, mit einem klaren Ja beantwortet. "Nur so konnten wir das erste Flüchtlingsquartier in der Stockschützenhalle Kollerschlag binnen drei Stunden in Betrieb nehmen", wertet Bezirks-Rettungskommandant Johannes Raab das als ein Zeichen der guten Schlagkraft des Roten Kreuzes im Bezirk Rohrbach. In den darauffolgenden Monaten versorgten 3000 Helfer mehr als 60.000 Menschen, die den Bezirk Rohrbach auf der Flucht durchquert haben. "Neben den Helfern kam auch die Ausrüstung an die Leistungsgrenzen. Daher wurde eine Feldküche ersteigert und ein Transportfahrzeug angeschafft. "Finanziert wurde und wird alles vom Ministerium. Rotkreuz-Spenden werden nicht herangezogen", stellt Wilbirg Mitterlehner klar.

Flüchtlings-Ausblick

Das Transitzelt beziehungsweise Durchgangslager, wie es mittlerweile genannt wird, steht in Nebelberg auf "stand by". "Wir haben die Materialien gelagert und auch noch zehn Mitarbeiter in Anstellung, die jederzeit abberufen werden können. Das Zelt in Nebelberg kann binnen 72 Stunden in Betrieb gehen", sagt Raab.

Rettungsdienst

Zu den grundlegenden Aufgaben des Roten Kreuzes gehört der Rettungsdienst. Hier knackte man 2015 erstmals die Marke von einer Million gefahrener Kilometer. Mehr als 28.000 Ausfahrten verzeichneten die Rotkreuzler im Vorjahr. Erfreulich: Die Freiwilligen werden wieder mehr. "Das bestätigt uns, dass wir ein attraktiver Verein sind." Immerhin sind in den verschiedenen Sparten des Roten Kreuzes 1095 freiwillige und 149 berufliche Mitarbeiter aktiv. Wobei sich im beruflichen Bereich der Höchststand durch die vorübergehenden Anstellungen für das Transitzelt ergibt.

Sonderrettungsmittel

1579 Mal wurde 2015 ein Notarzt im Bezirk Rohrbach alarmiert. Das Gros dieser Einsätze bewältigt das Team des NEF-Stützpunktes Rohrbach, das seit wenigen Tagen übrigens mit einem modernen VW Amarok unterwegs ist.

Sozialmarkt

Auf das erste vollständige Jahr blickt auch das Team des Sozialmarktes zurück. 459 Einkaufsberechtigte gibt es mittlerweile.

Leitstelle Rohrbach

Mit fast 42.000 Dispositionen ist die Bezirksleitstelle in Rohrbach gut ausgelastet. Das ist jene Einsatzzentrale, in der Notrufe aus dem Bezirk auflaufen. Auch der Ärztenotruf 141 wird dort betreut. Die Mitarbeiter koordinierten auch die Freiwilligen für das Transitlager.

Hausärztlicher Notdienst

Seit Oktober 2015 wird der hausärztliche Notdienst flächendeckend im Bezirk angeboten. Das Rote Kreuz stellt den Fahrdienst für die Ärzte des Bezirkes. Bei knapp 3000 Visiten wurden 61.000 Kilometer zurückgelegt.

Vielfalt

Zudem engagiert sich das Rote Kreuz auch in der Grundversorgung für Asylwerber, in der Aus- und Weiterbildung, dem Blutspendedienst, im Jugendrotkreuz, der Pflege und Betreuung, dem Besuchsdienst und bei Essen auf Rädern.

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Artikel fell 22. Februar 2016 - 05:30 Uhr
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