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1600 Schülerinnen beim 10. Girls' Day in Oberösterreich

LINZ. Nahezu 1600 Schülerinnen (ein Plus von ca. 15 % gegenüber dem Vorjahr) aus 151 Haupt- und Mittelschulen (+10 %) haben am heutigen Girls' Day in einem technischen oder handwerklichen Beruf geschnuppert. An die 410 Betriebe (etwa 30 % mehr) stellten dafür die notwendigen Plätze zur Verfügung.

Frauenlandesrätin Doris Hummer ist überzeugt, dass der Aktionstag einen wichtigen Beitrag für die Zukunft der Mädchen leistet: „Für die jungen Frauen ist es entscheidend, dass sie Erfahrungen in Berufen sammeln können, von denen sie gar keine Ahnung haben oder von denen sie denken, dass sie dafür nicht geeignet sind. Dadurch wird eine Berufsentscheidung ermöglicht, die sich eher an Fähigkeiten und Neigungen orientiert als an Klischees und Vorurteilen."

Die Betriebe berichten von der sehr positiven Stimmung und der großen Begeisterung der Mädchen. Bereits bei der Auswahl der Betriebe fällt auf, dass keine Mühen gescheut werden: So haben beispielsweise zwei Mädchen aus St. Martin im Mühlkreis den weiten Anfahrtsweg auf sich genommen, um in der KFZ-Werkstatt Müller in Bad Wimsbach-Neydharting zu schnuppern. Verena Stadlbauer und Magdalena Reisinger sind ganz begeistert vom Lackieren. Sie durften eine alte Stoßstange bearbeiten, abschleifen und mit von ihnen ausgesuchten Motiven lackieren - Airbrush heißt die Technik, soviel können sie verraten. Dass sie ihr Arbeitsstück später mit nach Hause nehmen dürfen, freut sie besonders.

Bei Fronius International war ebenfalls eine sehr begeisterte Mädchengruppe. Wie in den vergangenen Jahren ist diese Begeisterung ein Motor für den Betrieb, immer wieder beim Aktionstag mitzumachen und immer mehr Mädchen die Chance zu geben, eine ihnen unbekannte Berufswelt kennen zu lernen: Ein Teil der Mädchen ist in der mechanischen Fertigung intensiv mit dem Feilen eines Schlüsselanhängers beschäftigt, ein paar Mädchen lernen löten und erstellen einen elektronischen Bauteil.

Nadine arbeitet in Schnupperbetrieb

Besonders erfreulich ist es, wenn Mädchen von ihrem Girls’ Day Schnupperbetrieb übernommen werden. Nadine Ratzinger, die 2008 bei Starlim//Sterner aus Marchtrenk den Girls’ Day verbrachte, lernt jetzt im ersten Lehrjahr Werkzeugbautechnikerin und stand heuer als Mentorin und Vorbild für die Girls’ Day Mädchen zur Verfügung.

Mädchen für technische Berufe zu gewinnen wird mittlerweile von zahlreichen Unternehmen als wichtige Strategie gesehen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen – immer mehr Unternehmen nutzen den Girls’ Day als gezieltes Instrument in der Werbung für zukünftige Fachkräfte.

Der Girls’ Day in Oberösterreich hat sich zu einem der erfolgreichsten Projekte im Bereich der Sensibilisierung und Motivierung von Mädchen für technische und handwerkliche Beruf im deutschsprachigen Raum entwickelt. Seit dem Start im Jahr 2001 haben mehr als 9.000 Mädchen mitgemacht. In den letzten zehn Jahren wurde ein Pool von 200 bis 250 Partnerschulen und 450 bis 500 Partnerunternehmen aufgebaut, von denen viele jährlich mitmachen.

Der Girls' Day ist eine Aktion von Frauen-Landesrätin Mag.a Doris Hummer und dem Frauenreferat des Landes OÖ in Kooperation mit: Wirtschaftskammer OÖ, Landesschulrat für OÖ, AMS OÖ, Industriellenvereinigung OÖ, JugendReferat des Landes OÖ, Öst. Gewerkschaftsbund und Arbeiterkammer OÖ.

Information: www.girlsday-ooe.at

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Artikel 22. April 2010 - 13:21 Uhr
nachrichten.at
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