Linzer Straßen

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Bild: VOLKER WEIHBOLD (mediabox.at/Schwarzl)
Bild: VOLKER WEIHBOLD (mediabox.at/Schwarzl)

Von gefährlichen Schmieden und einem trennenden Tor

  • Schmidtorstraße: Geschichtsträchtige und geschäftstüchtige 120 Meter verbinden den Hauptplatz mit dem Taubenmarkt
  • Ketten und Tradition: Hier werden Hüte verkauft, ebenso Strickwaren, Essig und „What else?“

Schmidtorstraße

Erst in den Jahren 1861 bis 1863 wurde diese Verbindung angelegt, bis 1828 war ein Schmidtor stadtbildprägendes, trennendes Element. Das Tor ist nach den Schmieden benannt, die ihr brandgefährliches Gewerbe jenseits des Grabens verrichteten. Ihre Kundschaften waren hauptsächlich Kaufleute, die mit Pferd und Wagen mit ihren Waren aus dem Süden kamen.

Wo der Bürgermeister wohnte

Das Haus an der Schmidtorstraße 2 wurde schon 1537 erwähnt, im 17. Jahrhundert wohnte dort Bürgermeister Ludwig Hebenstreit. Heute herrscht auch reges Treiben im Prachtbau – im Fastfood-Lokal 3 Etagen...

"Seit 86 Jahren wird bei uns Arbeitskleidung - mit Schwerpunkt Gastro sowie Medizin und Pflege - verkauft. Vom Arztmantel über Kochjacken bis hin zur Schlosserkluft.“
Erika Herain, Hager Job Fashion an der Ecke zur Annagasse

Gegessen werden kann auch wieder in der engen Passage zwischen Promenade und Hauptplatz, seitdem Matthias Hausleitner mit dem Wurstbasar das kleinste Restaurant der Welt wiedereröffnet hat. Apropos Welt: Damen von Welt kaufen seit Jahrzehnten feine Hüte bei Janout.

 Die Geschäfte in der Schmidtorstraße offerieren einen Mix aus heimischer Ware und internationalen Ketten. Bei Bose werden Liebhaber feinster und reinster Klänge fündig – wobei hier Qualität einen ordentlichen Preis hat. Und wer Wert auf Kaffee in Kapselform legt – What else? – ist hier ebenfalls gut bedient. Bei einem kurzen Zwischenstopp in der Filiale der Linzer Traditionsbäckerei Ring snacken sich viele Linzerinnen und Linzer von einem Termin zum anderen. Traditionell wird es dann wieder im Handarbeitsstadl von Irmgard Mayrhofer. Die 56-Jährige umgarnt mit Wolle und anderen Handarbeitsprodukten potenzielle Kunden in der stark frequentierten Straße – die eigentlich Fußgängerzone ist.

Interessantes in der Schmidtorstraße

  • Seit 1873 gibt es das Uhren- und Schmuckgeschäft Böheim. Hochgehalten wird hier auch die Service- und Reparaturqualität. Dass man hier Traditionen pflegt, merkt man auch am wunderbaren Geschäftsportal.
  • 1909 entstand in den Häusern Hauptplatz 27 und Schmidtor 1 das Kaufhaus Kraus & Schober. Die Nazis enteigneten die rechtmäßigen Besitzer. 1969 wurde Kraus & Schober an „Quelle“ verkauft.
  • „L’Tur steht für Last MinuteReisen. Wir haben auch Angebote für Kreuzfahrten und Rundreisen. Schnäppchen kann man bereits bis zu acht Wochen vor Abflug buchen“, so Harald Greschak, Inhaber.
  • Bereits ab 1385 wird das Haus Schmidtorstraße 1 erwähnt. 1852 erwarb die Stadt das Gebäude zur Erweiterung der Schmidtorstraße. Der heutige Bau mit dem Erker zum Hauptplatz entstand 1861.
  • Joseph Fouché, (1759 – 1820): Der umstrittene französische Politiker war unter Napoleon Polizeiminister und für den Tod von Ludwig XVI. mitverantwortlich. 1818 zog der Verbannte nach Linz - und lebte unter Metternichs Duldung - in der Schmidtorstraße, Ecke Hauptplatz.

Handarbeit

Ein ganzer Stadl voller Handarbeit

Wir sind sehr gerne hier, die Straße ist belebt", sagt Irmgard Mayrhofer zum Standort des Fachgeschäftes "Handarbeitsstadl" in der Schmidtorstraße 8. 1985 haben Mayrhofer und ihr Mann Johann den Laden eröffnet. "Früher waren halt noch mehr alteingesessene Geschäfte da", sagt die 56-Jährige.

Die gebürtige Linzerin, die schon lange im Mühlviertel lebt, arbeitet im Handarbeitsstadl und beschäftigt drei Mitarbeiterinnen. Das Team ist weiblich, die Kunden zum Großteil auch. Aber: "Wir haben auch viele Herren, die häkeln und stricken. Da gibt es Burschen, die haben zum Beispiel die Marke myboshi mit den modernen Beanie-Hauben für sich entdeckt, und die häkeln dann wie wild", sagt Mayrhofer. Generell sei das Stricken und Häkeln wieder in. "Der Boom in den letzten drei Jahren ist auch bei der Jugend angekommen. Handarbeit ist auch ein persönliches Geschenk. Der Beschenkte weiß, dass da Zeit dranhängt. Außerdem wirkt Handarbeiten beruhigend."

Im Winter sind die Waren im Handarbeitsstadl besonders begehrt. "Ab Schulbeginn ist bei uns extrem viel los", sagt die Handarbeitsexpertin, die – so wie ihre Mitarbeiterinnen – auch selbst oft "an der Nadel hängt" und Modelle für die Auslage anfertigt. "Wir beraten gerne, auch wenn jemand mit seinem Strickwerk nicht weiter weiß. Außerdem zeigen wir unseren Kunden immer wieder Neuigkeiten. Vor allem bei den jüngeren Kunden merke ich, dass sie sich gerne Tipps und Schritt-für-Schritt-Anleitungen aus dem Internet holen", sagt Mayrhofer.

Baumwolle, Bambus-Garn, Garn aus Maulbeerseide, Alpakawolle, naturbelassene Schafwolle, Strick- und Häkelnadeln und Hefte – in der Regel werden die Kundenwünsche im Handarbeitsstadl sofort erfüllt. Zum Service gehört auch das Nachbestellen von Produkten, wenn einmal etwas nicht mehr lagernd ist.

Die Linzer Schmiedtorgasse Handarbeit Stadl Mayerhofer
Die Linzer Schmiedtorgasse Handarbeit Stadl Mayerhofer    
Bild: MARKUS PRINZ

Wurst und Vapiano

"Bei mir gibt es gekochte Würstel: Frankfurter, Debreziner, Münchner Weiße, Waldviertler, Burenwurst und Käsekrainer natürlich. Außerdem gibt es bei mir Surroller- semmeln, die bekommt man sonst fast nur auf dem Urfahraner Markt."
Matthias Hausleitner, Wurstbasar

Das kleinste Restaurant der Welt

Über den Winter stand der traditionsreiche Wurstbasar, der als „kleinstes Restaurant der Welt“ und ältester Würstelstand von Linz gilt, leer. Jetzt ist wieder Leben eingekehrt. Im Juni hat der 35-jährige Astener Matthias Hausleitner neu eröffnet.

Als „klein, aber fein“ beschreibt er die Lage in der Passage zwischen Promenade und Hauptplatz, die parallel zur Schmidtorstraße liegt.

  1. Haben Sie gezielt das „kleinste Restaurant der Welt“ übernommen?


    Ich habe in der Voest gearbeitet und mich immer mehr für die Selbstständigkeit interessiert. Am WIFI habe ich eine Gastronomie-Ausbildung gemacht, bis zur Konzession. Über die Nachfolgebörse bin ich dann auf den Wurstbasar gestoßen.
  2. Welches Angebot an Imbissen findet man im Wurstbasar?


    Bei mir gibt es gekochte Würstel: Frankfurter, Debreziner, Münchner Weiße, Waldviertler, Burenwurst und Käsekrainer natürlich. Außerdem gibt es bei mir Surrollersemmeln, die bekommt man sonst fast nur auf dem Urfahraner Markt. Gulasch biete ich samstags an, und Freitag ist Schmankerl-Tag. Da hab ich zum Beispiel Saumaisen. Klassische Hausmannskost eben.
  3. Wenn es um die Wurst geht, auf wen vertrauen Sie da als Lieferanten?


    Auf die Fleischerei Berer aus Sankt Pantaleon-Erla. Das Gebäck kommt von der Zitterl-Bäckerei aus Sankt Marien. Ich lege Wert auf Regionalität und Qualität.
Vapiano Linz Ehepaar Brudermann
Vapiano Linz Ehepaar Brudermann    
Bild: Karin Haas

Erstes Vapiano in Oberösterreich 

Der Trainer an der Bar stammt aus Island. An der Pasta-Station wird auf Piefkinesisch geschult. Die Mitarbeiter im Vapianoim Schmidtor in Linz spitzen die Ohren. Denn übermorgen muss alles perfekt sein. Am 22. Oktober 2014 hat das erste Vapiano Oberösterreichs seine Pforten geöffnet.

Es ist Systemgastronomie. Aber es ist eine, bei der das Rad des Essens weiter und die Standards höher geschraubt wurden. McDonald‘s war gestern. Das gilt auch für Hans Brudermann. Der Vöcklabrucker startete mit einem McDonald‘s. Jetzt führt er mit Gattin Mirsada „Mimi“ das Vapiano in Linz mit 250 Plätzen auf zwei Etagen und 65 Mitarbeitern.

Früher war dort ein Teil des Woolworth-Kaufhauses. Um die Ecke modernisiert der Hauseigentümer, die UniCredit/Bank Austria, gerade die Hauptplatzfiliale. Alles ganz frisch, so lautet das Credo der Kette, die ihren Sitz in Deutschland hat. Lokale gibt es von Saõ Paolo bis New York. Das Linzer Vapiano ist das elfte in Österreich. Acht betreibt die Zentrale in Deutschland. Zwei gibt es in Innsbruck im Franchise und jetzt das Vapiano in Linz.

Gut zwei Millionen Euro hat Brudermann hineingesteckt. Er ist Gastroexperte. Eine Station war bei Haubenkoch Eckart Witzigmann im Aubergine in München. 1994 sprang er in Vöcklabruck auf den Hamburger-Zug auf. Aktuell arbeitet er an Hotelprojekten im Golfstaat Qatar.

Die Vapiano-Vorgaben sind streng. Die Einrichtung ist fix vorgegeben. Lediglich die Abstände sind variabel, etwa, damit Eltern mit Kinderwägen besser durchfahren können. Es gibt Pizza, Salat und Pasta, zwei Suppen, Antipasti und Süßes. Zwei Bars locken mit Stiegl-Bier, Illy-Kaffee und Wein. Offen ist sieben Tage die Woche von 11 bis 24 Uhr (Essen bis 23 Uhr).

Für Brudermanns gibt es viel zu tun. Die Vöcklabrucker haben sich unweit des Vapiano eine kleine Wohnung genommen. Doch mit Linz ist es nicht getan. „Wir suchen in Salzburg“, sagt Mimi Brudermann. Eröffnet wird 2015.

Wie alles, was Vapiano macht, muss es systematisch-perfekt sein. Das gilt übrigens auch für das Datum. Der 22. Oktober ist der 12. Geburtstag der Marke. Inoffiziell wurde bereits Freitag davor zum Vorkosten gebeten. Als ob es bei Systemgastronomie, die es in 30 Ländern und an mehr als 150 Standorten gibt, noch Überraschungen gäbe.

 

19. Januar 2015

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