Linzer Straßen

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Bild: VOLKER WEIHBOLD
Bild: VOLKER WEIHBOLD

Platz des Grauens, prächtiger Häuser und der Lebensfreude

  • Der Hauptplatz entstand im Jahr 1230 und ist einer der größten geschlossenen Plätze Mitteleuropas.
  • Hitler-Platz: Am Hauptplatz verkündete Adolf Hitler am 12. März 1938, dass er Österreich an Nazi-Deutschland anschließen werde.

Hauptplatz

Es ist ein Gfrett mit den Grundstückspreisen in Linz. Das ist heute so und galt schon vor Jahrhunderten für den Hauptplatz. Die direkt an den zentralen Platz von Linz angrenzenden Parzellen waren schon seinerzeit sauteuer. Das ist der Grund, warum viele Häuser relativ schmal sind, aber meist weit zurück reichen.

"Wir sind so etwas wie ein Programmkino für Leser.“
Alex Stelzer, 55, betreibt seit 1987 die Buchhandlung Alex (Nr. 21). Derzeit ist der BW-Linz-Fan auf Leseurlaub im Salzkammergut. Sein Lieblingsbuch: „Der Distelfink“

Zum Beispiel das Feichtinger-Haus, das 45 Meter westwärts reicht. Werfen Sie einen Blick in den Arkadenhof dieses Hauses. Sie werden staunen. Leicht könnte man hier zum Straßenzug Altstadt gelangen. Doch das Öffnen solcher Verbindungen scheitert am Widerstand der Hausbesitzer.

Der um 1230 angelegte, 219 Meter lange, 60 Meter breite und 13.140 Quadratmeter große Platz ist nun im Sommer mit seinen Schanigärten ein Ort der Lebensfreude. Doch der Hauptplatz war auch Ort des Grauens. Hier fanden Hinrichtungen statt. Vom Balkon des Rathauses kündigte am 12. März 1938 Adolf Hitler, der einen Teil seiner Jugend in Linz verbracht hatte, den Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland an. Auf dem Hauptplatz jubelten Abertausende Menschen, doch nicht alle. Mehr Menschen als bei Hitlers Einmarsch versammelten sich am 16. Jänner 1986 auf dem Linzer Hauptplatz. Damals demonstrierten 40.000 Menschen gegen die Zerschlagung der verstaatlichten Industrie.

Zu Reaktionen der kreativen Art führte 1979 die Neugestaltung des südwestlichen Teils des Hauptplatzes. Studenten der Kunst-Universität protestierten, machten Gegenvorschläge und gründeten die Stadtwerkstatt, die dann lange eine Kreativzentrale der Linzer Alternativkultur war.

Interessantes zum Hauptplatz

  • 60.000 persönliche Auskünfte zählte die Touristinfo am Hauptplatz 1 im Vorjahr. Highlights sind immer noch der Pöstlingberg, der Höhenrausch und Hafenrundfahrten. Empfehlenswert ist auch das „Eintauchen“ in die Stadt ohne Plan.
  • Im Jahr 1415 wurde an der heutigen Stelle Hauptplatz 1 ein Rathaus erbaut. Nun besteht das Alte Rathaus aus den meisten Gebäuden in dem Geviert Hauptplatz, Pfarrgasse, Pfarrplatz und Rathausgasse.
  • Auf dem Hauptplatz 15 ist das Buddhistische Zentrum Linz situiert. Jeden ersten Mittwoch im Monat wird für Interessierte ein Infoabend angeboten. Im Sommer 2013 wurde ein Stupa (buddhistischer Sakralbau, Bild) am Freinberg eröffnet.
  • Wichtiger Teil des Platzes ist die Dreifaltigkeitssäule. Sie wurde 1717 bis 1723 an Stelle des Prangers errichtet, aus Dankbarkeit, dass Linz 1712 eine Feuersbrunst überstand und 1713 die Pestepidemie zu Ende ging.
  • US-Star Patrick Swayze (1952 - 2009) wohnte und filmte im Hotel Wolfinger

Gelber Zug

"Mit unseren Zügen – zwei Stück haben wir – fährt man mit 10 km/h durch die Stadt. Gerade recht, um die Sehens- würdigkeiten im Vorbeifahren betrachten zu können."
Bernd Geiger, Cityexpress

3 Fragen an Bernd Geiger

Seit 1995 ist der gelbe Zug aus dem Linzer Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Familie Geiger betreibt Cityexpress, der Touristen und Einheimische durch Linz führt. Bernd Geiger, 48, leitet die Touren.

  1. Der gelbe Zug ist jedem Linzer ein Begriff. Wie schnell ist man mit ihm unterwegs?

    Mit unseren Zügen – zwei Stück haben wir – fährt man mit 10 km/h durch die Stadt. Gerade recht, um die Sehenswürdigkeiten im Vorbeifahren betrachten zu können. Ein Zug mit den drei Waggons ist 18 Meter lang und wiegt etwa sieben Tonnen. Platz ist für 45 Personen.
  2. Woher kommen die Mitfahrer größtenteils?


    Das Schöne ist, dass man jeden Tag mit ganz unterschiedlichen Leuten zu tun hat. Da die meisten Touristen sind, sind die auch sehr entspannt. Die Gäste kommen aus aller Welt. Chinesen, Australier und viele Amerikaner, die eine Donaukreuzfahrt machen, steigen dann bei uns ein. Aber natürlich fahren auch Oberösterreicher mit.
  3. In den Jahren ist bestimmt auch schon das eine oder andere Hoppala passiert.

    Ja, Hoppalas passieren schon immer wieder. An eines, das war vor etwa zehn Jahren, erinnere ich mich besonders. Eine Hochzeitsgesellschaft hat den Zug gemietet. Es war Winter und es ist so viel Schnee gelegen, dass ich bei der Ampel nicht mehr weggekommen bin. Die Hochzeitsgäste haben dann angeschoben. Ich glaube, nur die Braut ist verschont geblieben.

Wolfinger

Hotel Wolfinger  
Bild: VOLKER WEIHBOLD

Romantik in einem ehemaligen Kloster

Das Hotel Wolfinger ist für Menschen, die das Außergewöhnliche schätzen. Bruce, mein Bekannter aus Rapid City im US-Bundesstaat South Carolina, ist total begeistert: "Wenn dich Gäste fragen, wo sie in Linz übernachten sollen, sag ihnen, sie müssen ins Hotel Wulfinger. Das ist so lovely and romantic." Ja, das "Wulfinger", wie Bruce das Wolfinger nennt, ist wirklich romantisch.

Das Gebäude ist älter als die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492. "Das Wolfinger-Gebäude wurde im 14. Jahrhundert als Kloster erbaut", sagt Seniorchef Gerhard Dangl. Die Familie Dangl hat 1974 ihren Gasthof am Urfahraner Brückenkopf verkauft und das Hotel Wolfinger erworben. "Damals war ich 25 und wusste nicht, welches Potenzial das Wolfinger hat", sagt Dangl. Längst weiß man: Das Dreistern-Hotel mit dem wunderbaren Frühstücksraum und den Arkadengängen ist ein Romantik-Ort.

Damit es im Haus auch zeitgemäßen Standard gibt, war enorm viel Arbeit nötig. Familie Dangl arbeitete bis zu 16 Stunden am Tag. Heute hat das Hotel 48 Zimmer. "1974 waren nur 18 Zimmer in Betrieb. Die anderen waren stillgelegt, weil es in ihnen kein Wasser, keine Toilette und teilweise nicht einmal eine Heizung gegeben hatte", erzählt Seniorchefin Ditta Dangl. Nun sind Dangl-Sohn Wilhelm und Nichte Elke die Geschäftsführer: "Wir machen Nischenpolitik für Gäste, die es romantisch mögen." Bei aller Romantik wird stets modernisiert. Heuer machte man aus vier Zimmern zwei Suiten.

Auch Erzherzog Johann war da

Die Gäste sind vor allem Geschäftsleute, dann Kulturschaffende und Menschen auf der Durchreise. Zuletzt war Schauspieler Michael Heltau da. TV-Polizist Wolfgang Böck wohnt stets hier, wenn er in Linz ist. Auch Patrick Swayze ("Dirty Dancing") stieg hier ab. Im 19. Jahrhundert logierten hier Erzherzog Johann und Märchen-Autor Hans Christian Andersen.

Hauptplatz  
Bild: VOLKER WEIHBOLD
20. Januar 2015

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