Linzer Straßen

Menü
Facebook Twitter Google+ E-Mail
Bild: VOLKER WEIHBOLD (mediabox.at/Schwarzl)
Bild: VOLKER WEIHBOLD (mediabox.at/Schwarzl)

Feine Einkaufsstraße, Wissens-Zentrale und Schanigarten

  • Die Spittelwiese ist mit ihrem guten Branchenmix eine Seitenstraße mit besonderem Flair.
  • Einst war die Spittelwiese die Wiese eines Spitals. Nun gibt es hier Vorzügliches: Bildung, Mode und Gastronomisches.

Spittelwiese

Die Spittelwiese mitten im Zentrum von Linz war einst tatsächlich eine Wiese - die Wiese des Bürgerspitals, das am Ort des heutigen Winklerbaus an der Ecke Land- / Bethlehemstraße stand. Seit 500 Jahren heißt nun die Straße so. Während mehrere Seitenstraßen der Linzer Landstraße in den vergangenen Jahrzehnten teilweise Problemzonen waren, konnte sich die Spittelwiese stets gut behaupten.

Die Verbindung zwischen Land- und Herrenstraße war durchwegs eine gute Straße, mit der Generationen von Linzerinnen und Linzern angenehme Erinnerungen verbinden. Der erste dieser besonderen Erinnerungsorte ist gleich an der Ecke Landstraße/Spittelwiese, wo heute das Café Jentschke untergebracht ist. Bis 1979 war dort der Feinkostladen Jentschke, eines der führenden Delikatessengeschäfte (die anderen waren König, Samhaber, Narzt) von Linz.

Ein Flirt-Platz erster Ordnung war bis Anfang der Achtzigerjahre schräg gegenüber des Feinkostladens Jentschke: das Café Lindy mit wunderbarem Garten samt Kastanienbaum. Die Linzer Nachwuchs-Machos hatten damals sogar den Begriff „Lindy-Hasen“ erfunden, als Bezeichnung für einen speziellen Typ gut aussehender und modisch gekleideter junger Frauen.

Interessantes zur Spittelwiese

  • Hundertwassers Brunnen: 1993, zum 100-Jahr-Jubiläum der Linzer Wasserversorgung, beauftragten die SBL (heute Linz AG) den Künstler Friedensreich Hundertwasser (1928–2000), diesen Brunnen zu gestalten.
  • Exxtrablatt: 18 Stufen führen in den Keller der beliebten Bar Exxtrablatt (Spittelwiese 8). Unter anderem wegen Burgern, Bieren und Weinen kommt man zu „Harry“. Unzählige Filmplakate kleben an den Wänden.
  • Mode-Straße: Angefangen von Skaterkleidung bis zu feiner Schneider- und Designer-Mode, die Spittelwiese ist eine Textilstraße. Auch Damen und Herren mit größerem Körperumfang werden hier fündig.
  • E + S Mode: Oder die „Zwei auf der Spittelwiese“ (Nr. 11) heißt das Modegeschäft von Sigrid Kremser und Eva Plöckinger. Seit 2006 gibt es dort qualitativ hochwertige und tragbare Kleidung abseits der Massenware.
  • 500 Jahre: Seit 500 Jahren heißt die Spittelwiese so. Benannt wurde sie nach der Wiese des  Bürgerspitals, das sich am Ort des heutigen Winklerbaus befand.
  • Bildung: 472 Jahre währt die Geschichte des Akademischen Gymnasiums. Denn Vorläufer der Schule ist die 1542 in Luftenberg gegründete Landschaftsschule.
  • Akademisches Gymnasium: Die Vorgeschichte reicht bis 1542 zurück. Auf der Spittelwiese ist das Gymnasium seit 1872. Berühmte Schüler der traditionsreichen Anstalt sind Oskar-Preisträger Stefan Ruzowitzky, der Operettenkomponist Nico Dostal und der Physiker Ludwig Boltzmann.
hand    
Bild: H.Atteneder@nachrichten.at (mediabox.at/Schwarzl)

Forsche Flirts

Forsche und schüchterne Flirts

Ein Platz, an dem ebenfalls viel geflirtet wurde, war auf der Südseite der Spittelwiese, auf halber Höhe zwischen Land- und Herrenstraße: in der Tanzschule Horn wurde allerdings eher schüchtern statt forsch angebandelt.

Auf der Spittelwiese ging es aber nicht nur um Sinnlich-Erotisches, sondern auch um Geistiges. Im Florianer Stiftshaus, dem Eckhaus mit dem markanten Runderker an der Landstraße, war bis 2007 die Buchhandlung Korb. Jetzt gibt es in dem Laden Unterwäsche zu kaufen.

Geistige Nahrung gibt es an der Spittelwiese seit 1542. Damals wurde jene Schule gegründet, aus der das „Akademische Gymnasium“ wurde.

Das nunmehrige Gymnasiumsgebäude (Spittelwiese 14) entstand 1870 bis 1872 in der Formensprache der Neurenaissance. Die Schule hatte lange den Ruf einer (wegen manch ihrer Lehrer gefürchteten) Elite-Anstalt. Bis 1974 war an der Spittelwiese auch eine Knaben-Volksschule: die 1870/71 erbaute Stifterschule. Das Gebäude wurde Anfang der Neunzigerjahre in das damals entstehende Einkaufszentrum Taubenmarkt-Arkade integriert.

Während des Baus der Taubenmarkt-Arkade hatte die Spittelwiese mit Problemen zu kämpfen. Traditionsbetriebe verschwanden: Männermoden Maly, das legendäre Schallplatten- und Musikfachgeschäft Bräuer & Weineck, Damenmoden Ganglbauer, die Linzer Blumenstube zum Beispiel.

Doch der Durchhänger war nur von kurzer Dauer. Schon längst ist die Spittelwiese exquisite Einkaufsstraße mit außergewöhnlichen Läden wie dem Hutgeschäft von Mona Lenz, Bekleidungsgeschäft Zwei, Parfümerie Aschauer, Reiter-Schuhgeschäft, Friseur Inmann, Männerbekleidung Don Grande und Aristokrat, Damenmode Eliette und Anna Maria. Vor kurzem zugesperrt hat allerdings die „spi_elwiese“, ein etwas ausgeflipptes Einrichtungsgeschäft.

Auch die Gastronomie passt

Auch gastronomisch hat die Spittelwiese einiges zu bieten, angefangen beim Café Jentschke und dem generationenübergreifend beliebten Speiselokal Kasper-Keller. Gegenüber liegen das Café Antique und die Fingertörtchen-Konditorei.

Bei der Einmündung der Taubenmarkt-Arkade gibt es gleich drei Schanigärten: Bar-Schneiderei, Segafredo, Exxtrablatt. Solange das Wetter mitspielt, ist die Spittelwiese somit auch zu späterer Stunde ein guter Treffpunkt.

21. Januar 2015

Kommentare

Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden.
Was sagen Sie zum Thema? Jetzt kommentieren

Haben Sie bereits einen Benutzernamen? Dann melden Sie sich bitte hier an.
Um sich registrieren zu können müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort, Ihre E-Mail-Adresse und Ihre Handynummer mitteilen.
Gewünschter Benutzername
Gewünschtes Passwort
Wiederholung Passwort
E-Mail
Anrede
  Frau    Herr 
Vorname
Nachname
OÖNcard / Kundennummer (optional)
Handynummer
/

Sicherheitsfrage
Wie viel ist 2 + 2? 
Bitte Javascript aktivieren!