Linzer Straßen

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Bild: Weihbold
Bild: Weihbold

Ein Hauch von Bella Italia im Herzen von Linz

  • Gepflastert: Die Umgestaltung des Pfarrplatzes war anfangs umstritten, verleiht dem Ort aber ein besonderes Flair
  • Besonders: Mittelalterliche Bauten säumen den 8000 Quadratmeter großen Platz, Geschäfte und Lokale locken.

Pfarrplatz

Der Pfarrplatz ist Ort bedeutender historischer Bauten. Doch in Linz war der Ort östlich des Rathausgevierts vor allem wegen des Straßenstrichs und der ringsum angesiedelten Rotlicht-Lokale bekannt. Der Straßenstrich ist wegen der Verschärfung des Polizeistrafgesetzes verschwunden. Die meisten einschlägigen Beisln wurden zugesperrt.

„Ich bin seit 2001 mit meiner Schmuckwerk- stätte da. Für mich ist die Lage am gemütlichen Pfarrplatzideal.“
Renate Bauer, Schmuckwerkstätte (Pfarrplatz 2)

Wofür ist der 8000 Quadratmeter große Platz nun bekannt? Für die Stadtpfarrkirche, denn die ist einer der wichtigsten Sakralbauten von Linz. Und auch, weil Josef Ressel (1793 - 1857), der die Schiffsschraube erfand, von 1806 bis 1808 das Gymnasium im Haus Pfarrplatz 17 besuchte.

Der Durchzugsverkehr ist lästig

Manche sagen, seit der zunächst umstrittenen Pflasterung wirke der Platz wie eine italienische Piazza. Und solche Plätze gelten gemeinhin als schön. Umstritten war (und ist bei manchen) die 2007 eröffnete Tiefgarage. Denn solche Anlagen ziehen mehr Verkehr in die Stadt, sagen die Gegner.

Andrerseits beseitigte die Stadtpolitik an der Oberfläche viele Parkplätze. Doch an der Ostseite des Pfarrplatzes ist noch immer eine der meistbefahrenen Innenstadt-Durchzugsstraßen, so dass der Lärmpegel hoch ist.

Dennoch ist es angenehm, auf dem Platz unterwegs zu sein. Geschäfte wie der Bio-Laden und Vega-Nova locken zum Einkaufen, die Bäckerei Rath, das Restaurant Mia Cara und Café Meier laden zum Verweilen. In den Räumlichkeiten des jetzigen Café Meier war übrigens früher das Spiellokal Speedy mit Auto-Rennbahn, Flippern und anderen Spielautomaten. Aufpasser und Geldwechsler im Speedy war in seinen jungen Jahren übrigens der spätere Linzer Rotlicht-König Peter Stolz.

Interessantes zum Pfarrplatz

  • Fünf Mitarbeiterinnen der Pfarrplatz-Filiale der Naturbackstube Honeder, darunter die Linzerin Maria Bauer, versorgen von früh bis spät Kunden mit frischem Brot, Gebäck und Mehlspeisen.
  • Seit 2007 bietet die Tiefgarage am Pfarrplatz 9 für 244 Fahrzeuge Platz. Sie hat 24 Stunden geöffnet. Wer nur kurz parkt zahlt je angefangener halber Stunde 1,30 €. Es gibt aber auch Sondertarife.
  • Seit 1991 ist die Linzer Filiale von „Vega Nova – gehen, sitzen, liegen“ auf dem Linzer Pfarrplatz. In dem
    Geschäft dreht sich alles um schöne und gesunde Schuhe, bequeme Stühle und gute Betten und Sofas.
  • Seit zehn Jahren ist Haar-Plus am Pfarrplatz angesiedelt. Helmut Stefan Gegenberger und Michael Fischl zaubern die Trends der Fashionweeks direkt auf den Kopf ihrer Kundinnen. Aktuell liegen Frisuren aus 20er- und 50er-Jahren im Trend.
  • Die Galerie am Pfarrplatz 3 dient derzeit als Dependance der „Kunststücke“ in der Bischofstraße. Elena Radl-Paul restauriert hier nach wie vor Bilder und Skulpturen. In Zukunft soll die Galerie aber auch wieder als selbige dienen.
  • Anton Bruckner (1824–1896) war auch Organist in der Stadtpfarrkirche.

Hofbäckerei

Der Bäckerberuf ist seine Leidenschaft

Seine Flesserl sind die besten“, sagen Feinschmecker. Diese und andere Meisterwerke bäckt der 67-jährige Fritz Rath in einer Backstube des Hauses Pfarrplatz 15/Pfarrgasse 17, das seit 643 Jahren Bäcker beherbergt.

Fritz Rath ist ein Handwerker, dem man die Freude am Beruf anmerkt. Er wuchs in der Bäckerei seines Vaters Franz in der Hauptstraße in Linz-Urfahr auf. Dort lernte er das Bäckerhandwerk und den Kaufmannsberuf. „Aber immer nur im väterlichen Betrieb, das wäre nicht das Richtige gewesen“, sagt der pfiffige Bäckermeister. Also zog er in die weite Welt. Zunächst 1968 nach Stockholm.„Ich war jung, unbekümmert, die Beatles gab es noch, es war wunderschön“, sagt Rath. Neun Monate arbeitete Rath in Schweden: „Als ich zurückkam, wollte ich wieder Ski fahren und wurde Skilehrer in Saalbach-Hinterglemm.“

Bäcker in England und Bayern

Als der Winter vorbei war, zog es den jungen Rath in die englischen Midlands, wo er in der Nähe der Stadt Leicester als Bäcker arbeitete: „Und im Winter wieder als Skilehrer in Saalbach-Hinterglemm.“ Mit 27 übersiedelte Rath nach München. „Wegen einer jungen Frau“, sagt er. In der Bayern-Metropole arbeitete er in einer Brotfabrik im Schichtbetrieb, sattelte aber dann auf Staubsaugervertreter um.

Im Herbst 1974 kam er zurück in den väterlichen Betrieb nach Linz-Urfahr. 1976 heiratete Fritz Rath, aber vor allem habe es für ihn „Arbeit, Arbeit, Arbeit“ gegeben. 1986 übergab Vater Franz Rath den Betrieb an den jüngeren Sohn Michael. Fritz suchte sich einen eigenen Betrieb und eröffnete schließlich am 15. April 1989 seine k.u.k. Hofbäckerei samt Café im heutigen Haus. Warum denn k. u. k.? „Mein Urgroßvater war Hofbäcker“, erklärt Rath, der nun einen Nachfolger sucht: „Nach bald 53 Jahren als Bäcker möchte ich in Pension gehen.“

Pfarrplatz: Hofbäcker Fritz Rath    
Bild: OÖN

Müli

Interview mit Elisabeth Krainz

Ohne ihren Einsatz gäbe es den Biofachmarkt „Mein Müli“ nicht mehr: 2009 übernahm Elisabeth Krainz den Betrieb, nachdem zuvor jene bäuerliche Genossenschaft, die das Müli aufgebaut hatte, in Konkurs gegangen war. Heute bietet die 34-Jährige 5000 Artikel, darunter Fleisch- und Milchprodukte von regionalen Bauern, aber auch Mittagsmenüs an.

  1. Biologische Lebensmittel bieten heutzutage auch viele Supermärkte wie Billa oder Spar an. Wie schwierig ist es, sich hier mit einem eigenen Geschäft zu behaupten?

    Wir sind ja kein Supermarkt, sondern ein Fachgeschäft. Ich verstehe mich als eine Nische und lebe so gut. In erster Linie sind wir ja ein Dienstleistungsbetrieb.
  2. Woher kommt Ihre Leidenschaft für biologische Lebensmittel?

    Eine Leidenschaft für den Handel habe ich schon früh gehabt. Ich war dann im Bioverband Ernte & Saat als Geschäftsführerin tätig. Im damaligen Müli habe ich bereits neben dem Studium gearbeitet, ehe ich es schließlich übernommen habe. Diese Entscheidung habe ich nicht bereut.
  3. Seit dem Jahr 2000 ist das Geschäft auf dem Pfarrplatz 16 zu Hause. Wie beurteilen Sie die Entwicklung des Pfarrplatzes in den vergangenen Jahren?

    Generell hat der Pfarrplatz durch seine Umgestaltung profitiert. Die Entwicklung könnte dennoch besser sein. Alleine in der Zeile, wo mein Geschäft ist, gibt es einige Leerstände. Gut ist die Entwicklung aber in der Pfarr- und der Rathausgasse.
Elisabeth Krainz Mein Müli
Elisabeth Krainz: Mein Müli     
Bild: Christopher Buzas
19. Januar 2015

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