Linzer Straßen

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Bild: Weihbold
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Das Dorf in der Stadt mitten in Urfahr

  • Die Beschaulichkeit und die Ruhe des Stadtteiles fällt sofort auf und wird von Bewohnern und Erholungssuchenden geschätzt.
  • Gegliedert ist der Stadtteil in zwei Teile: jenem am Berg und der Siedlung, die jenseits der Dornacher Straße entstanden ist.

St. Magdalena

Wer an St. Magdalena denkt, hat wohl zuerst die Kirche vor Augen. Sie thront auf der Anhöhe wie ein Wahrzeichen des Stadtteiles in Urfahr, der seit jeher für seine hohe Wohnqualität bekannt ist.

Es ist also kein Wunder, dass man hier in erster Linie Wohnhäuser entdeckt, die über die Jahre und Jahrzehnte das Dorf am Rand der Stadt zum Teil der Stadt gemacht haben.

Geblieben ist von früher die Ruhe und die Beschaulichkeit. Das fällt auf, wenn man hier über den Dächern von Linz unterwegs ist. Diese Ruhe genießen auch viele, die in Magdalena wohnen oder hier beruflich zu tun haben. "Der Stadtteil hat einen dörflichen Charakter", sagt etwa Volksschuldirektorin Gertraud Donner. Sie kennt die Umgebung schon seit ihrer Kindheit. "Damals sind wir immer von Heilham aufs Land nach Magdalena gegangen."

Spazieren gehen und gut essen

Auch wenn der Stadtteil heute nicht mehr als Land bezeichnet werden kann, ist er nach wie vor ein beliebter Ort für Erholungssuchende, die entlang der Pferdebahnpromenade spazieren gehen, laufen oder mit dem Rad fahren.

Wer davor oder danach bodenständig essen gehen möchte, kehrt im Gasthaus Oberwirt ein. Auch Chef Stefan Bolda schätzt den dörflichen Charakter. "Wir sind der Wirt im Dorf." In seinen Worten schwingt die Freude mit, dass es so ist.

Diese Beschaulichkeit des Stadtteiles, der seit 1482 den Namen Sankt Magdalena trägt, macht sich auch "unten" bemerkbar. Wo heute das Magdalena-Zentrum mit Supermarkt, Bäcker oder Friseur zu finden sind, standen früher nur vereinzelt Wohnhäuser. Mittlerweile ist Magdalena oben wie unten. Inklusive des klaren Gefühls, in der Stadt und doch auf dem Land zu sein.

Erinnerungen

Erinnerungen an die Pferdeeisenbahn

Erinnerungen an die Pferdeeisenbahn
Kaiserlicher Besuch bei der Eröffnung der Pferdeeisenbahn in Magdalena 1832.

Wen es nach St. Magdalena zieht, der hat, wenn nicht die Kirche, dann sehr oft die Pferdebahnpromenade als Ziel. Über die Jahre und Jahrzehnte vor allem durch auffällige Wohnbauprojekte massiv verändert, ist die enge Straße immer noch ideal für gemütliche und entspannende Spaziergänge. Das Naturerlebnis ist hier möglich, weil man auf die Stadt hinunterschauen kann und gleichzeitig die asphaltierte Wohnstraße rasch in einen Forstweg mündet. Dann findet man sich mitten im Wald wieder, was nicht nur Fußgänger zu schätzen wissen, sondern auch Läufer und Radfahrer.

Die Pferdebahnpromenade gehört zu jenen Linzer Wanderwegen, die besonders geschichtsträchtig sind. Beginnend vom Gasthaus Oberwirt zieht sich die etwa 2,2 Kilometer lange Strecke bis oberhalb der Johannes Kepler Universität durch ein idyllisch anmutendes Waldgebiet, in denen dank mancher Steinformationen auch schon das granitene Mühlviertel grüßen lässt.

Ihren Namen hat die Pferdebahnpromenade, deren östlicher Teil für den Autoverkehr gesperrt ist, erst im Jahr 1954 bekommen. Pate dafür stand, wie unschwer zu erkennen ist, die Pferdeeisenbahn, deren Route hier verlief.
Wussten Sie, dass die erste öffentliche Eisenbahn Europas in Oberösterreich in Betrieb genommen wurde? Im Jahr 1832 machte die Pferdeeisenbahn von Linz-Urfahr nach Budweis den Beginn für das die Donaumonarchie umspannende Schienennetz. Mit der von 1827 bis 1836 abschnittsweise eröffneten Pferdeeisenbahnlinie von Budweis über Linz nach Gmunden war die zweite öffentliche Eisenbahnlinie auf dem europäischen Festland Wirklichkeit geworden. Sie diente damals übrigens hauptsächlich dem Transport von Salz aus dem Salzkammergut nach Böhmen. 1872 wurde der Pferdebahnbetrieb eingestellt.

Ein Leben im Dienst der Feuerwehr

Seit seiner Geburt spielt die Feuerwehr eine große Rolle im Leben von Markus Jauk. Schuld daran ist der Vater des gebürtigen Amstettners, der seinen Filius schon früh mit der Einsatzorganisation vertraut machte. Mittlerweile ist Jauk beruflich nach Linz übersiedelt und Teil der Mannschaft der Feuerwache Nord.

Dass der 35-Jährige hauptberuflich bei der Blaulichtorganisation arbeitet, ist trotz seiner Begeisterung dafür aber nicht selbstverständlich. Denn bis vor zwei Jahren verdiente er sein Geld als Elektrotechniker. Eine Ausbildung, die ihm heute noch zugutekommt. „Als Offizier musst du ein Techniker sein“, sagt Jauk. In den vergangenen zwei Jahren absolvierte er die Offiziersausbildung und darf sich mittlerweile Bereitschaftsoffizier nennen. Was so manchen anderen stören würde, fasziniert den gebürtigen Niederösterreicher ganz besonders an seinem Beruf – die ständige Ungewissheit.

Viele Arbeiten im Hintergrund

„Wenn ich in den Dienst gehe, dann weiß ich nicht, ob ich zu der Arbeit komme, die ich mir eigentlich vorgenommen habe.“ Schließlich gehört zu den Tätigkeiten eines Feuerwehrmannes weit mehr, als mit Blaulicht, Sirene und Höchstgeschwindigkeit zu einem Einsatzort zu rasen und dort die Flammen zu bekämpfen. „Wir müssen laufend unsere Ausrüstung überprüfen, Dienstbehelfe ausfüllen, Fortbildungen besuchen und vieles mehr.“ Rund 110 Dienste müssen Jauk und seine Kollegen absolvieren. Druck, bei einem Einsatz einen Fehler zu machen, verspürt er keinen. „Wir haben ja die dementsprechende Ausbildung. Außerdem sind wir ein gutes Team, wo jeder sein Fachwissen einbringt.“

Teamgeist wird auch gefragt sein, wenn voraussichtlich schon in den kommenden Wochen mit dem Umbau der 1976 eröffneten, sanierungsbedürftigen Feuerwache Nord begonnen wird.

Interview

Interview mit Franz Malzer

Die Abendmusik in der Kirche St. Magdalena ist weit über die Linzer Stadtgrenzen hinaus bekannt. Initiator der Konzertreihe ist Franz Malzer (86). Mit den OÖN sprach er über die Entwicklung der Veranstaltungsreihe und deren baldiges Ende.

Interview
Franz Malzer initiierte die Abendmusik.  
Bild: Weihbold
  1. Herr Malzer, hätten Sie mit einem so großen Erfolg der Abendmusik-Konzerte in der Kirche gerechnet?
    Nein, denn am Anfang haben wir nur Orgelkonzerte veranstaltet. Diese haben aber nicht viele Zuhörer besucht. Erst als wir auch Kammermusik und Konzerte mit Chören organisiert haben, ist mehr Publikum gekommen. Wichtig war mir immer, dass die die Veranstaltungen zur Kirche passen.
  2. Hauptberuflich waren Sie als Apotheker tätig. Wie ist die Idee, regelmäßig Konzerte in der Kirche zu veranstalten, entstanden?
    Begonnen hat es, als ich Anfang der 1980er Jahre Spenden für eine neue Orgel gesammelt habe. Die alte war so groß, dass die Chöre dadurch in zwei Gruppen geteilt waren. 1985 ist die Initiative dann gegründet worden. Vor fünf Jahren habe ich die Organisation übergeben.
  3. Wie sehr trifft es Sie, dass am 30. Mai nun das letzte Konzert der Reihe stattfinden wird?
    Ich bin schon traurig darüber, aber was soll ich machen? Ich bin 86 Jahre alt. Leider ist es so, dass sich die Person, die sich um die Organisation der Konzerte gekümmert hat, aufhört.
Von Christopher Buzas und Reinhold Gruber, 22. Mai 2015

Kommentare

„Ich hätt es ja schöner gefunden, wenn man die Freiwillige Feuerwehr aus St Magdalena eingebaut ...“ Elan Ich hätt es ja schöner gefunden, wenn ma...
„Das "n" einfach wegdenken “ herbstwind1 Das "n" einfach wegdenken :-)
„Herzlichen Dank für den Artikel und die positive Bereichterstattung über unseren Stadtteil. “ herbstwind1 Herzlichen Dank für den Artikel und die ...

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